Evan Roth @ Raum D, MQ

Im Rahmen des BLK river (BLK – black – Bezug wird auf die Donau genommen, die aus dem Schwarzwald entspringt und ins schwarze Meer mündet) Festivals fand eine Diskussion mit Evan Roth (a.k.a. fi5e) im Raum D, Museumsquartier statt.

Evan Roth (Platz #1 beim Suchbegriff “Bad Ass Mother Fucker“ bei Google) ursprünglich aus Michigan ist Künstler und Forscher fokussiert auf Technologie, Open Source und Popkultur. Zu seinen erfolgreichsten Projekten gehören L.A.S.E.R. Tag und LED Throwies (mit Graffiti Research Lab), White Glove Tracking, Explicit Content und Graffiti Analysis.

Roth ist Mitgründer des Graffiti Research Lab und des Free Art & Technology Lab (F.A.T. Lab) und präsentierte seine Arbeiten u.a. im MoMA (NYC), Tate (London) sowie im Centre Pompidou (Paris). Beim experimentieren mit Crowd Sourcing kollaborierte er bereits mit Jay-Z für ein Rap Video für wohltätige Zwecke. Roth’s Arbeit erforscht die Überlappung zwischen freier Kultur und Popkultur.

In der Diskussion wurden seine erfolgreichsten, sowie neuesten Arbeiten und Projekte präsentiert mit unter anderem:

F.A.T. Lab widmet sich der öffentlichen Domain und entwickelt mittels Forschung neue kreative Technologien und Medien für “one mutha-fuckin LOL at a time“. Eins der Projekte, das bisher am meisten Aufsehen erregte, war “How to build a fake Google Street View car”. Evan dazu:„Just to let look Google like assholes.“

Graffiti Analysis Sculptures ist eine Serie von Skulpturen entstanden durch motion tracked graffiti data , worunter man ein virtuelles Graffiti-tag versteht.  Die  Software Graffiti Analysis importiert .gml files und kreiert 3D Dateien (.stl files – geläufig und kompatibel für 3D Software Programme wie Blender oder Maya). Die Datei wird verwendet um einen materiellen Körper, eine Skulptur herzustellen. Für die Street and Studio Ausstellung (Street and Studio -Von Basquiat bis Séripop @ Kunsthalle Wien)  in der Kunsthalle Wien kollaborierte Evan Roth mit einem anonymen lokalen Wiener Graffiti Writer, dessen Tags an verschiedenen Orten der Stadt zu finden sind.


Graffiti Research Lab befasst sich mit der Idee Graffiti Künstler und Aktivisten mit Open Source für urbane Kommunikation zu animieren. Mittlerweile in der Szene bekannt sind vor allem die Led Throwies (eine günstige Art ferromagnetische Flächen zu „färben“), der Eyewriter (ein kostengünstiges Blickregistrierungsapparat gekoppelt mit einer Individualsoftware das auch Graffiti-Writer und Künstler die unter ALS leiden erlaubt mit Hilfe ihrer Augen zu zeichnen) und Laser Tag (durch einen Laser Punkt werden mit einer Kamera- und Laptop-Installation Grafiken oder Tags auf Gebäude mithilfe eines Hochleistungs-Beamers projiziert  – Anleitung zum Selbermachen).

The GML 1200 Euro Prize (Geography Markup Language – Auszeichnungssprache zum Austausch raumbezogener Objekte) ist ein online Wettbewerb rund um Graffiti-tags. Ziel ist es einen Apparat zu entwickeln, der ein nächtliches Graffiti-Bombing in Form von (.gml) Dateien dokumentiert, ohne den normalen Prozess des tagens zu verhindern. Die Lösung sollte einfach zu produzieren, leichtgewichtig, Open Source, kostengünstig, sicher und einfach zu bedienen sein. Die erste Person oder das erste Team, dass solch ein Gerät entwickelt, erhält 1200 € als Preis.

Mehr zu Evan Roth auf Beton Blumen.

her ARTic impression:

Evan Roth präsentierte seine Arbeiten selbst auf englisch. Die Stimmung im Raum war gelassen, die Inhalte der Diskussion sehr interessant, informativ, leicht verständlich und humorvoll. Der experimentierfreudige Künstler versuchte alles möglichst spannend durch einige Videos und Fotos zu veranschaulichen (alle nachzusehen auf evan-roth.com). Auf zusätzliches “blabla” wurde verzichtet.

Negativ überrascht war ich von dem geringen Zulauf: sogut wie kein Publikum (außer Veranstalter und Kamerateam). Eine halbe Stunde wurde gewartet, ein Bierchen getrunken, bis Evan meinte: „let’s just do it really quick“.

Insgesamt sehr informativ. Leider, für einen Künstler diesen Niveaus, deutlich zu wenig Besucher.

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