Andy Warhol @ Albertina

Eröffnungsabend von Andy Warhol/Cars am Do 21. Jänner.

Angekommen in der Albertina gab es kaum eine Chance einen Sitzplatz im Hörsaal zu finden. Eng aneinandergequetscht und unter teils sehr ungeduldigen Kunstliebhabern eröffnete wie gewohnt der Direktor der Albertina Klaus Albrecht Schröder die Ausstellung. Erzählt wurde über die Besonderheit Andy Warhols, zu damaliger Zeit, wie auch heute. Passend zum Thema Cars erzählte der ehemalige Formel 1 Weltmeister Niki Lauda, sowie die Verkehrsministerin Doris Bures über die Verbindung, die der Mensch mit dem Automobil hat. Besonders beeindruckend fand ich die Rede Niki Laudas. Die Wirkung eines Autos auf ihn sei eine äußerst besondere und starke. Nach einer langen Karriere als Rennfahrer konnte auch er die Entwicklung des Autos bis zu dem was es heute ist, genau verfolgen und miterleben. Eines seiner Wünsche wäre es, einen kurzen Blick in die Zukunft zu wagen und „das Auto“ in 100 Jahren zu sehen.



Die Entwicklung der deutschen Automarke Mercedes wird in der Serie widergegeben. Andy Warhol wurde damals beauftragt zum 100-jährigen Jubiläum die vollständige Entwicklung anhand acht ausgewählter Mercedes Typen mit seiner Kunst zu dokumentieren. Aufgrund seines plötzlichen Todes konnte der Auftrag leider nie beendet werden. Kern der Ausstellung bilden somit die erhaltenen 35 Siebdrucke von Andy Warhol gefolgt von Werken wie die Air-brush Gemälde von Robert Longo (*1953), sechs Videofilme von Sylvie Fleurys (*1961) und die Skulpturengruppe von Vincent Szarek (*1973).

Nach dem äußerst interessanten Vortrag im Hörsaal besichtigte ich nun endlich die Ausstellung. Es war das erste Mal, dass ich eine Andy Warhol Sammlung zu Gesicht bekam und war besonders erfreut einige Bilder wiederzuerkennen. Was heute als Sensation gilt und somit auch zum Erfolg der Ausstellung führt, ist selbstverständlich die besondere Inszenierung des Motivs durch Warhol. Seine Kunst wurde anfangs nicht akzeptiert, galt demnach nicht als kunstreif. Mit der Zeit gewann der Vertreter der Pop-Art immer mehr an Anerkennung und Popularität, vor allem durch die Darstellungvon Ikonen wie Elvis Presley oder Madonna. Bekommt man heute eines dieser Ikone Gemälden zu Gesicht fallen nur wenigen Menschen der Name Warhol nicht ein. Sein Stil ist unverwechselbar und auch in der heutigen Zeit noch sehr beliebt. Um jedoch die Reaktion der Kunstkritiker zur damaligen Zeit zu verstehen, versuchte ich die Gemälde mit den „Augen von damals“ zu sehen und legte jede bekannte, vor allem kommerzielle Assoziation mit diesen ab. Erstaunt war ich zuerst über die Größe einiger Gemälde, die einen entscheidenden Part in der Gesamtwirkung seiner Kunst für mich darstellte. Zweitens beobachtete ich die Farbwahl der Bilder. Die Großflächigkeit und starken Farben verursachen ein Trennen des Motivs mit dem Hintergrund, was jedoch wieder aufgehoben wird durch das Verfließen (den ungenauen Siebdruck) der aufgetragenen Farbschichten. Gemalt hat er nicht, sondern das schon vorhandene verarbeitet und somit eine neue Kunstform und Sichtweise der Symbolik erstellt. Durch die akustische Installtion von Vincent Szarek Moving in Stereo bekam der Raum, in dem sich auch das größte Gemälde Warhols Formula 1 Car W196 R (1954) befand, einen besonderen Flair und schuf eine modern alternative (unüblich wie sonst bei anderen Ausstellungen) Atmosphere. Vielleicht wurde man durch die eine oder andere Kamera beim Ansehen der Gemälde gestört, doch letztendlich ging ich nach einem kurzen netten Gespräch mit Gottfried Helnwein und Fotoshooting mit Niki Lauda erfreut und voller neuer Eindrücke aus der Albertina – eine gelungene, moderne und sehenswerte Austellung.

 

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