Where do we go from here? @ Secession, Wien

Die Ausstellung Where do we go from here? zeigt eine Darbietung „junger“ zeitgenössischer Kunst und verdeutlicht eine Präsenz von KünstlerInnen und Künstlern der neuen Generation, die versucht innerhalb eines Zeitalters der Globalisierungdie Etablierung des Bewusstseins eines gemeinsamen „Lebensraumes“ in einem Zentraleuropa jenseits des überholten Ost-West-Antagonismus“¹ zu schaffen, das heißt, altbewährte Vorurteile und Klischees direkt anzuzeigen und kritisch zu behandeln.

Where do we go from here befasst sich wörtlich mit der Frage wohin sich die jüngere Generation unserer heutigen Zeit bewegt, ob die Schaffung unendlicher Möglichkeiten und Flexibilität, sei es zum Beispiel im Bildungs- oder Kommunikationsbereich, im Endeffekt nicht zu „der angestrebten Vernetzung und Intergration“² führt, sondern vielmehr zum Abkommen seiner ursprünglichen Abstammung und zur Isolation. Die Titelfrage bezieht sich auf die Rolle, die die KünstlerInnen innerhalb dieser Entwicklung einnehmen können. Geprägt von ihrer Vergangenheit, zeigen die Arbeiten auf welche unterschiedliche Weise sie mit den heutigen Veränderungen umgehen – mit Humor, Ironie und Nostalgie.

Die Ausstellung befasst sich durch den Titel ebenso mit dem 1967 verfassten Werk von Martin Luther King WHERE DO WE GO FROM HERE? Chas or Community? dessen kritischer Standpunkt und Visionen der damaligen Gesellschaft noch heute aktuell sind. 

KünstlerInnen:

Liliana Basarab/ Vesna Bukovec/ Petra Feriancová/ Judit Fischer/ Philipp Fleischmann/ Nilbar Güreş/ Marlene Haring/ Nina Höchtl/ Ana Hoffner/ Käthe Ivansich/ Gergely László/ Dorota Kenderová/ Johanna Kirsch/ Eva Kot’átková/ Roberta Lima/ Marissa Lobo/ Olivia Mihaltianu/ Miklós Mécs/ Christoph Meier/ Anna Molska/ Ciprian Mureşan/ Jan Nálevka/ Ioana Nemeş/ Timea Anita Oravecz/ Ekaterina Shapiro-Obermair/ Katarina Šević/ SZAF (Judit Fischer & Miklós Mécs)/ Adrien Tirtiaux/ Jaro Varga/ Anna Witt

Kuratorin: Elisabeth Bettina Spörr

her ARTic impression:

Nach einem Rundgang durch die Ausstellung waren die Eindrücke, die ich von den einzelnen Kunstwerken erhalten hatte weniger aufregend. Von manchen Ideen und Botschaften wurde ich amüsiert, durch andere Installationen und Objekte durchlebte ich ein kleines visuelles Abenteuer. Außer dem Kostüm The Collective Man fand ich kein Werk an sich besonders ansprechend. Where do we go from here ist ein gutes Beispiel für eine Ausstellung, deren Botschaft erst im Gesamtkonzept jedes einzelnen Kunstwerkes gut zu verstehen ist. Da in der Secession wenig Information über die Ausstellung beziehungsweise den Werken selbst zu finden ist, ist es ratsam, sich im Vorhinein zu informieren, um die Vermittlung der Hintergründe und Grund der Kreationen besser nachvollziehen zu können.

Auffällig ist, dass die Ausstellung eine breite Variation vieler verschiedener technischer und künstlerischer Mitteln zur Aussicht stellt – Videos, Fotografien, minimalistische Zeichnungen, Lichtreflexionen oder eigene Rauminstallationen.

Mein visuelles Abenteuer erlebte ich mit einer Installation, indem der Besucher selbst Teil des Werkes wird und es „benutzt“. Per Beamer wurde ein Video ausgestrahlt, das die Auf- und Ab-Bewegungen beim Schaukeln zeigte. Benutzt man also selbst die davorhängende Schaukel, bekommt man durch das eigene Schwingen und das Video einen speziellen Eindruck des Ganzen.

Eine Rauminstallation, direkt vor dem Eingang, forderte nicht nur meine visuelle Wahrnehmung, sondern auch meinen Geruchssinn; ein Zimmer in Gold, ein Stuhl und ein Tisch. Auf dem Tisch lagen Zigarettenstummel. Der goldene Raum stank nach den Zigaretten, was die Art der Sammlung von Informationen über den Raum auf den Kopf stellte.

Where do we go from here befasst sich kritisch, ironisch und äußerst kreativ mit einem aktuellen Thema unserer Zeit und regt vor allem zum Nachdenken an, keineswegs empfehlenswert für einen schnellen Museumsrundgang.

where do we go from here?
2. 7. – 29. 8. 2010 Secession, Wien

Quelle: Secession Wien

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