Interview TERMINE GROWTH

TG ist Künstler aus Milan und beschäftigt sich vor allem mit Öl- sowie Lack-Malerei. Seine Bilder sind geprägt von Erinnerungen und Erfahrungen seines Lebens, die er symbolisch kodiert und somit dem Betrachter zu einer ausdrücklichen Eigeninterpretation zwingt. Durch die schwarze Farbe wird die Szenerie undeutlicher; so fällt es schwer sich das Bild einmalig anzusehen, um das Motiv zu erkennen.

Hier nun mein Interview mit Termine Growth.

artpjf: Erzähl uns ein wenig über dich.
At first tell us a little bit about yourself.

TG: Es ist schwer zu sagen wer ich bin und was ich mache, es ist schwer meine Malereien mit Wörtern zu beschreiben, weil sie ihnen nicht angehören. Ich habe eine ID Card, aber ich glaube nicht, dass ich als Bürger einer bestimmten Nation angehöre: es ist nur ein Stück Papier, es ist ein Limit welches sie verhängen. Ich bin ein Maler, ein Künstler: das ist was auf dem Papier geschrieben steht. Aber alles geht vorüber, ich denke, dass meine Malereien und ihre Botschaft welche sie tragen, länger andauern werden als mein Leben.

It is hard to talk about what I am and what I do, it is hard to describe my paintings with words, because they do not belong to them. I have an ID card, but I do not feel I am a citizen of a particular nation: this is just a piece of paper, it is a limit they impose. I am a painter, an artist: this is what is written on other papers. But everything will pass by, I believe that my paintings and the message they are carrying in will last more than my life.

artpjf: Viele deiner Arbeiten scheinen kein klares Thema aufzuweisen. Gibt es trotzdem bestimmte Motive, die du versuchst dem Betrachter zu vermitteln?
Many of your works do not seem to have a clear subject. Are there still certain themes or motives you try to procure to the viewer?

TG: Ich benutze viele verschiedene Themen, welche meine persönlichen Erfahrungen beschreiben, einem Moment aus meinem Leben. Jeder kreiert kontinuierlich einzigartige Erlebnisse, in jedem Moment. Ich versuche durch meine, das Publikum zu erreichen.  Ich male keine klaren Sujets, sondern eher welche die durch eigene Erinnerungen rekonstruiert werden. Dabei lass ich  eine leere Dimension in unserem eigenen introspektiven Level entstehen; wie ein Schiff welches den Hafen immer wieder verlässt.
Manche davon sind zum Teil dargestellt und verlieren sich im schwarzen Lack. Andere, gezeichnete werden dunkler, manchmal gelöscht. Ich male bis ich die richtige Balance im Bild sehe und die Arbeit mir ein gutes Gefühl gibt.

I use a lot of different subjects, describing my personal experience, from a moment in my life. Everyone continuously creates unique experiences, in every moment. I try, through mine, to reach the public.
I do not paint a clear subject to look at, but more subjects to reconstruct with the mind, according to our own experience: trying to obtain a vacuum dimension, an empty dimension in our own introspective level. Like a dock where our vessel can leave.
Some of them are partly depicted and lose themselves in the black enamel, others, underlined, become darker, sometimes cancelled.
I paint my canvas until the point I find the correct balance and it gives me the right feeling.

artpjf: Gibt es eine bestimmte Idee die du hast bevor du mit dem Prozess deiner Kunst beginnst oder ist alles spontan?
Is there a special idea you follow before starting the process of art or is everything done spontaneously?

TG: Wenn ich mit meiner Arbeit beginne, kommen mir unterschiedliche Aspekte in den Sinn. Mehr oder weniger spontan, versuche ich das Thema zu arrangieren zusammenhängend mit der Sensation die sie mir verleihen, individuell und zusammengenommen. Überdies gibt es eine ikonographische Untersuchung, welche sich eingehend mit der Kunstgeschichte beschäftigt, die mich an klassische Maler erinnern. Ich denke, das ist der einzige Teil meiner Arbeit, welcher einkalkuliert ist. Der Rest basiert auf Sensationen; gedankliche wie auch körperliche.

When I start a painting various aspect of the mind are coming together. More or less spontaneous. I arrange subjects according to the sensation they give me, individually and together.
Behind this there is an iconographic research that goes deep inside the history of art with reminds to classic painters. I think this is the only part of my work which is calculated, all the rest happens with sensations; mind sensations as well as sensations from the body.

artpjf: In welchem Zusammenhang benutzt du Chiffren und Buchstaben?
In which reference to the painting do you use numbers and letters?

TG: Manchmal füge ich ein kurzes lateinisches Aphorismus über das Leben ein,  versteckt im schwarzen Lack. Sie erscheinen und lösen sich auf, werden unlesbar, weil ich nicht will, dass sie die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie steuern der Bedeutung meiner Werke bei.

Sometimes I insert short Latin aphorisms about life, hidden by the black paint. They appear and dissolve, becoming unreadable, because I do not want to make them catch all the attention. They contribute to the meaning of my work.

artpjf: Bist du neben der Malerei auch als Urban Artist tätig?
In addition to the paintings, are you acting as an urban artist too?

TG: In den letzten Jahren habe ich mich kritisch auseinandergesetzt mit Street Art, vor allem in Hinblick auf ihre Bedeutung für Künstler, Kunstkritiker und Galerien.
Ich bin aufgewachsen an einem Ort welcher sich der Straße annimmt, und ich habe die Entwicklung jahrelang beobachtet. Ich habe in einer spontanen Art und Weise mitgewirkt, indem ich den urbanen Kontext als Hauptbühne für meine Kunstwerke genützt habe, oft in Form von Ausstellungen, welche mit Poster-Kunst, Stencils oder was auch immer zusammenhing.
Ich liebe einige individuelle Street Art Künstler; ich verfolge deren Entwicklung, aber schiebe sie ungern in eine konkrete Bewegung – es wäre dumm. Die Straße ist mit Sicherheit ein Ort indem man eine lebende Kunst realisiert und einige soziale Entwicklungen mitbeobachtet: nicht nur Street Art nutzt das Thema des Sozialen, dem Straßenleben, sondern auch die Kunstgeschichte. Ich denke dabei an Gravierungen angebracht auf Kirchen im Mittelalter, an Caravaggio’s Motive, an Goya der „wirkliche“ Menschen malte, Menschen aus der Straße. Ich denke dabei an viele Landschaftsbilder des frühen 20. Jahrhunderts, sowie mexikanische Wandmalereien, oder Basquiat und Haring. Im Moment beinhalten meine Malereien viele Erinnerungen aus der Natur und das ist der Beweis meiner persönlichen Distanz zur Stadt.

In the last years I have been very critical about what street art became for artists, art critics, galleries and art dealers.
I am born in a place that completely embraces the street and I have seen this thing growing through years. I contributed in a very spontaneous way, using the urban context as main stage for my artworks, often showcased in exhibitions related to poster art, stencils and whatever.
I love few individual artists, I follow their evolution, but rarely I put them together in a movement, It would be stupid. The street is surely the place to realize a form of art that lives and to understand lots of social processes: not only street art uses them but even the history of art always did it. I am thinking of the middle ages engravings on churchs‘ walls, of Caravaggio’s subjects, of Goya who was painting real people, street people. I am thinking of a lot of paintings with urban landscapes of early 1900. And mexican mural paintings, or Basquiat and Haring. In this moment my paintings are breathing lots of natural memories and this is a proof of my personal distance from the city.

artpjf: Zu guter letzt, welche kommenden Projekte stehen an?
And finally, please give on overview of your upcoming projects.

TG: Ich befinde mich gerade in einem Abschnitt piktografischer Untersuchung basierend auf Öl und Emaille. Alles verändert sich kontinuierlich.

I found myself in a period of pictorical research based on oil and enamel. Everything is in constant mutation.

Mehr über Termine Growth auf termineg.com.

  1. 4. Mai 2011

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