Interview YUN NAM

Yun Nam wurde auf der STROKE04 von der Galerie Rasch ausgestellt. Ich traf sie gerade beim Zeichnen und war begeistert von ihrer Malerei. Hier nun ein Interview mit der jungen, talentierten Künstlerin.

artpjf: Stell dich bitte kurz vor.

Y.N.: Mein Name ist Yun Nam, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Südkorea, studiere derzeit in der Kunsthochschule Kassel.

artpjf: Wie definierst du Urban Art?

Y.N.: Urban Art soll das städtische und moderne Leben widerspiegeln; ich finde es hat nicht zwangsläufig etwas mit Kommerziellem zu tun.

artpjf: Bist du auch auf den Straßen tätig?

Y.N.: Nein, ich gehe da eher in Richtung zeitgenössische Kunst.

artpjf: Deine Bilder haben oft ein düsteres und expressives Moment durch die Darstellungen vom offenen Körper oder das schwarze Dripping. Die Smileys scheinen da einfach draufgeklebt zu sein. Was ist die Intention dahinter?

Y.N.: Anfangs hatte ich bloß gefallen daran. Danach als ich auch etwas im Internet rumgewühlt habe, habe ich gesehen, dass viele moderne Künstler Smileys bewusst einbauen. Beim Bild „Das jüngste Gericht“ habe ich auch direkt Ron English zitiert. Die Smileys sollen das gezwingte Lachen darstellen.Gleichzeitig sehe ich es als eine Entindividualisierung der Figuren. Bei meinen früheren Bildern habe ich gar keine deutlichen Gesichter gezeichnet und hier manifestiert sich das in der Form von Smileys. Im Bild „Das jüngste Gericht“ ging es auch darum etwas zeitgenössisches reinzubringen.

artpjf: Wie wichtig ist dir die Kunst der Alten Meister?

Y.N.: Das ist mir mit diesem Projekt der sixtinischen Kapelle sehr wichtig. Was ich schaffe ist allerdings keine Reproduktion, sondern ein Zitat – mein Stil wird unter anderem aufgrund der Smileys erkennbar.

artpjf: Wie lange hast du für „Das jüngste Gericht“ gebraucht?

Y.N.: Ich habe am 1.Februar begonnen, also bin da schon 4 Monate dran. Ein paar Wochen werde ich noch brauchen, um es fertig zu bekommen. Inhaltich ist es komplett, handwerklich fehlen noch ein paar Sachen.

artpjf: Nach welchen Kriterien hast du deine Protagonisten gewählt? – Beispiel Monroe als Maria.

Y.N.: Monroe ist eigentlich das typische Frauenbild oder die Vorstellung einer perfekten Frau in unserem Zeitalter – deswegen hat ja Andy Warhol sie auch gewählt, hier ist auch ein direktes Zitat zu Warhol gegeben.

artpjf: Welche Intention steckt hinter der Rezeption früherer Künstler? Verspürst du nicht den Willen etwas komplett Neues, noch nie Dagewesenes zu schaffen?

Y.N.: Ich denke man kann etwas noch nie Dagewesenes nicht schaffen kann, weil alles schon mal da war. Menschen haben nie etwas Neues geschaffen, sie haben immer zitiert, sei es von der Natur oder ihren Vorgängern. Kreativ zu sein heißt auch das Vorhandene zu nehmen und in einem anderen interessanten Kontext zu bringen.

artpjf: Deine Meinug zur STROKE.ARTFAIR 2011 und was hälst du von Urban Art an sich?

Y.N.: Urban Art interessiert mich an und für sich sehr. In der Kunsthochschule, wo ich studiere, liegt der Schwerpunkt aber doch eher bei konzeptioneller Kunst, was auch mittlerweile der Trend in der zeitgenössischen Kunst ist. Aber hier auf der Messe sieht man noch richtig gutes Handwerk, was, meiner Meinung nach, in den meisten Kunsthochschulen fehlt. Was ich schade finde ist, dass es teilweise stark auf den kommerziellen Geschmack gerichtet ist. Die Intention die dahintersteckt finde ich sehr gut, genauso wie viele der Arbeiten. Wie das Ganze präsentiert wird gefällt mir einerseits weniger. Andererseits müssen Künstler auch Geld verdienen, um von ihrer Arbeit zu leben. Dabei besteht aber immer die Gefahr seine Arbeit bloß dem Geld zu opfern, was finde ich, nicht sein sollte.
Kurz gesagt: Ich denke die STROKE ist für alle Teilnehmer eine sehr gute Erfahrung und Gelegenheit ihre Arbeiten einem breitem Publikum vorzustellen und nebenbei auch etwas zu verdienen.



  1. Super Sache es geht immer weiter ich finde es gut wenn Junge Menschen Ihr Handwerk können und dabei noch so viel zu
    sagen haben eine besondere junge Frau.LG.Helga Berger.

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