As He Remembered It – STEPHEN PRINA @ secession

Der Künstler, Musiker und Komponist Stephen Prina eigne sich Werke von anderen KünstlerInnen an. Indem er dieses Ausgangsmaterial reinszeniert, in andere Medien überführt oder einzelne Motive aufgreift und Strukturen variiert, erzeugt er vielschichtige Bezugssysteme, in denen sich persönliche, kunsthistorische und mediale Narrative gegenseitig befruchten. As He Remembered It basiert auf einer gemeinsamen Erinnerung mit dem Künstler Christopher Williams an ein Einbaumöbel des Architekten R.M. Schindler, das aus seinem räumlichen Zusammenhang gerissen, bemalt und als Einzelstück rekontextualisiert wurde.

Das Inventar von 28 Objekten ließ Prina anhand von Plänen und Fotos nachbauen (Konstruktionszeichnungen und Ausgangsmaterial im Katalog nachzusehen). Küchen-, Wohn-, Schlaf-, Ess- und Badezimmermöbel werden Träger des „Pantone Honeysuckle 2011 Color of the Year“.

Stephen Prina, geboren 1954 in Galesburg, Illinois, lebt und arbeitet in Los Angeles und Cambridge, Massachussetts.

„Sometime in the early-to-mid 1980s, Chris Williams and I found ourselves on La Brea Avenue in Los Angeles late one night. From across the street, we could see a spotlighted, pink object showcased in a storefront window, but, from our vantage point, we could not identify it. We crossed the street to gain a closer look. Conveniently, a label describing the object as a piece of furniture by R.M. Schindler was on display. Clearly, this desk that had once been built-in had been pried out of its surroundings with the attempt to render it freestanding. However, it appeared to us as an amputated limb.“

(Quelle: secession Publikation)

her ARTic impression:

Prina schafft ineinander sich abstimmende Bezugssysteme, deren einzelne Versatzstücke auf die mediale Beschaffenheit selbst und deren Wahrnehmungsmodus abzielt. Dabei entwickelt der Betrachter ein Sehen beeinflusst von Aneignung und Hervorhebung. Prina bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Zeigen und Verbergen – dem Betrachter bleibt dabei selbst überlassen wie er diese Versatzstücke wahrzunehmen hat.

Die Serie „Exquisite Corpse: The Complete Paintings of Manet“ ebenfalls im Hauptraum der Secession ausgestellt, wendet sich von der Skulptur ab und behandelt den ähnlichen metaphorischen Gedanken wie die „Möbelskulpturen“. Mit schwarzen Schnüren hat er die Formate einiger von Manets um 1874 geschaffenen Gemälde auf planer Wand abgesteckt – die Landschaft um Argenteuil kann bestenfalls imaginiert werden.

Die Frage ist nun was übrig bleibt von rosagefärbten Möbeln entfremdet in ihrem habituellen Sehen, sowie von malerisch aufgelösten Meisterwerken Manets.

Monochromer Minimalismus mag nicht alle Geschmäcker treffen, um das individuelle Raumerlebnis ist es jedoch alle mal wert.

Zu sehen bis 21. August 2011 in der secession.

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