Coded Cultures Technopolitics Talk @ Urania

Die zweite Woche des Festivals  Coded Cultures 2011 begann mit einem Vortag von Armin Medosch im Urania. Medosch präsentierte das Forschungsprojekt „Technopolitics“, ein praxisorientiertes Forschungsprojekt von Brian Holmes und Armin Medosch selbst eingeleitet. Es ist ein „Selbst-Bildungs-Projekt“, das komplexe Zusammenhänge der gegenwärtigen Entwicklungsprozesse greifbar zu machen versucht.

„Mit Entwicklung meinen wir den geschichtlichen Fluss, die historischen Transformationen des menschlichen Bewusstseins, der Waren- und Geldströme, der natürlichen und kulturellen Ressourcen, der Energienutzung und der politischen Vorgänge, die diese Beziehungen regulieren (sollten).“ (Armin Medosch thenextlayer.org)

Dabei konzentriert sich Technopolitics auf die Autopädagogik und versucht ohne hierarchischen Einfluss von Vortragenden und Zuhörern, die Beteiligung als selbstorganisierte Bildung durchzusetzen.

„Technopolitics versucht eine Art Do-It-Yourself Starterkit zur gesellschaftlichen Emanzipation zu produzieren, zur Selbstermächtigung gegenüber der Fremdbestimmtheit.“

Nach Armin Medosch ist die kritisch rationale Beurteilung von Werten als etwas Verlorengegangenes ein postmodernistischer Gedanke, der in unserer Zeit nachwirkt aber nicht mehr bestimmend sein sollte. Vielmehr sollte es sich darum drehen sich aufzuraffen und kreative Strategien zu entwickeln, um über die Paradigmen der Informationsgesellschaft hinauszusehen, folglich zu handeln.

„Als technopolitisch im abstrakten Sinn lassen sich jene Vorgänge beschreiben, bei denen es zu wechselseitigen Übergängen zwischen materiellen Bewegungen und geistigen oder sozialen Beziehungen kommt.“ Armin Medosch spricht hier vom Warenfetischismus und kritisiert die „mythische Kraft“ einer Ware, sowie ein Aberglaube der mit ihr verbunden ist, die vergessen lässt, dass sie Ware letztendlich nur ein Produkt menschlicher Arbeit ist.

Verschiedene Kunstprojekte wurden ebenfalls präsentiert unter anderem von Matsuko Yokokoji und Graham Harwood mit dem Projekt Open Data Book Stabbing (2011), Lucas Bambozzi mit Mobile Crash (2009), Manu Luksch mit Faceless (2007) und Adnan Hadzi mit Austrian Surveillance Techno (2010).

Mehr zum Vortag und zum Projekt auf thenextlayer.org.

her ARTic impression:

Ein spannender Vortrag mit äußerst interessanten, zum Nachdenken anregenden Ansätzen. Coded Cultures 2012 werde ich wohl mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.

Fotos von Dimitri Aschwanden.

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