Evan Penny – Re Figured @ MdM Mönchsberg, Salzburg

Evan Pennys Plastiken zeigen unidealisierte und überdimensionale menschliche Körper, mit all ihren physiognomischen Eigenheiten und individuellen Zügen. Mit hohem Maß an Präzision und dem Versuch haargenauer Nachbildung des menschlichen Körpers, schafft Evan Penny zugleich eine Spannung zwischen der realistischen und gekünstelten Wahrnehmung. Verfremdungseffekte wie Verzerrungen und Farbfehler erinnern an mittels Bildbearbeitungsprogramme erzeugte Effekte. Die Wahrnehmungsgrenze zwischen Zwei- und Dreidimensionalität verschwimmt, die Figuren erzeugen beim Betrachten eine Art Vibration.

Seine Charaktere sind keineswegs naturgetreue Nachbildungen von Modellen, sondern vielmehr freigeschaffene Individuen; mittels Collage von einzelnen Körper- und Gesichtsfragmenten aus Zeitschriften oder Manipulation durch Bildbearbeitungsprogrammen. Zum Teil baut der Künstler Laser Scanner oder 3-D Fotografie in seinen Schaffensprozess mit ein.

„Die in Kooperation mit der Kunsthalle Tübingen realisierte Werkschau ist die bislang größte Überblicksausstellung Pennys und zugleich seine erste Einzelausstellug in Europa. Sie umfasst 40 Exponate von 22 Leihgebern aus Deutschland, Schweiz, Italien, Großbritannien, Kanada und USA. Nach den Präsentationen in Tübingen und jetzt in Salzburg wird die Ausstellung auch im Museo delle Arti Catanzaro, Italien, und in der Art Gallery of Ontario in Pennys Heimatstadt Toronto in Kanada zu sehen sein. “ (Presse MdM Mönchsberg, Salzburg)

her ARTic impression:

Evan Pennys Werkserie ist „ein materialisiertes Gedankenexperiment“, das sich mit dem Wahrnehmungsprozess im mediengesteuerten Zeitalter beschäftigt.
Der Künstler stellt sich die Frage: „Was würde passieren, wenn ich eine Entstellung des menschlichen Körpers, welche uns im Kontext medialer Bildlichkeit als normal und akzeptabel erscheint, in den Realraum unserer Lebenswelt übertrüge?“

Beeindruckend ist auch der äußerst aufwendige Produktionsprozess der Silikonskulpturen in sich. Auch interessant fand ich die Wahl unidealisierte Menschenbilder zu wählen, die zusammen mit der Überdimensionalität die Intensität der visuellen Konfrontation steigert.
Ein visuelles Sinnerlebnis allemal – insgesamt eine sehenswerte Überblicksausstellung.

Die Ausstellung läuft noch bis 19. Februar 2012. Mehr unter museumdermoderne.at.

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