Archive for the ‘ Festival ’ Category

As Above, So Below – Light Harvest

Das New Yorker Light Harvest Studio designt und kreiert seit 2004 überdimensionale Arbeiten im konzeptuell multimedialen Bereich.

Architektonisch und ortsspezifische Video-Installationen entnehmen die Kunst als bewegtes Bild aus seiner Enge der traditionellen Betrachter-Umgebung.Von Konzerten und Partys, zu Kunstgalerien und Museen ist der Inhalt nun frei beweglich in seiner Form der Kommunikation sowie Reaktion auf die Umwelt.

Light Harvest haben bereits mit Universal Studios, dem Guggenheim Museum, Adidas, Diesel, Daft Punk und vielen anderen zusammengearbeitet.

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„As Above, So Below“ lässt das Publikum physisch in die Geschichte der erleuchtenden Oberfläche, kodiert mit Nachrichten und Symbolen,  erkunden. Die Manhatten Bridge ist der Untergrund sowie das Anpassungsfeld. Gezeigt wurde die filmische Projektion beim DUMBO Arts Festival, Sept. 2011 in NY.

Mehr auf light-harvest.com.

Coded Cultures Technopolitics Talk @ Urania

Die zweite Woche des Festivals  Coded Cultures 2011 begann mit einem Vortag von Armin Medosch im Urania. Medosch präsentierte das Forschungsprojekt „Technopolitics“, ein praxisorientiertes Forschungsprojekt von Brian Holmes und Armin Medosch selbst eingeleitet. Es ist ein „Selbst-Bildungs-Projekt“, das komplexe Zusammenhänge der gegenwärtigen Entwicklungsprozesse greifbar zu machen versucht.

„Mit Entwicklung meinen wir den geschichtlichen Fluss, die historischen Transformationen des menschlichen Bewusstseins, der Waren- und Geldströme, der natürlichen und kulturellen Ressourcen, der Energienutzung und der politischen Vorgänge, die diese Beziehungen regulieren (sollten).“ (Armin Medosch thenextlayer.org)

Dabei konzentriert sich Technopolitics auf die Autopädagogik und versucht ohne hierarchischen Einfluss von Vortragenden und Zuhörern, die Beteiligung als selbstorganisierte Bildung durchzusetzen.

„Technopolitics versucht eine Art Do-It-Yourself Starterkit zur gesellschaftlichen Emanzipation zu produzieren, zur Selbstermächtigung gegenüber der Fremdbestimmtheit.“

Nach Armin Medosch ist die kritisch rationale Beurteilung von Werten als etwas Verlorengegangenes ein postmodernistischer Gedanke, der in unserer Zeit nachwirkt aber nicht mehr bestimmend sein sollte. Vielmehr sollte es sich darum drehen sich aufzuraffen und kreative Strategien zu entwickeln, um über die Paradigmen der Informationsgesellschaft hinauszusehen, folglich zu handeln.

„Als technopolitisch im abstrakten Sinn lassen sich jene Vorgänge beschreiben, bei denen es zu wechselseitigen Übergängen zwischen materiellen Bewegungen und geistigen oder sozialen Beziehungen kommt.“ Armin Medosch spricht hier vom Warenfetischismus und kritisiert die „mythische Kraft“ einer Ware, sowie ein Aberglaube der mit ihr verbunden ist, die vergessen lässt, dass sie Ware letztendlich nur ein Produkt menschlicher Arbeit ist.

Verschiedene Kunstprojekte wurden ebenfalls präsentiert unter anderem von Matsuko Yokokoji und Graham Harwood mit dem Projekt Open Data Book Stabbing (2011), Lucas Bambozzi mit Mobile Crash (2009), Manu Luksch mit Faceless (2007) und Adnan Hadzi mit Austrian Surveillance Techno (2010).

Mehr zum Vortag und zum Projekt auf thenextlayer.org.

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Ein spannender Vortrag mit äußerst interessanten, zum Nachdenken anregenden Ansätzen. Coded Cultures 2012 werde ich wohl mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.

Fotos von Dimitri Aschwanden.

Vernissage BLK River

Ein leerstehendes Haus in der Führichgasse 10 mit 7 Stockwerken und 40 gestalteten Räumen von internationalen Künstlern ist das Konzept der diesjährigen Ausstellung von BLK River; alles unter dem  Thema „Love“. Bevor mit den neuen Renovierungsarbeiten begonnen wird, stellt JP Immobilien das Gebäude als Ausstellungskonstrukt zur Verfügung.

Künstler: Akay, Aram Bartholl, Brad Downey, Christian Falsnaes, Dtagno, Erwin Wurm, Ivan Argote, JR, Leopold Kessler, Marlene Hausegger, Voina Group, Zukclub uvm.

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BLK River punktete wieder mit einem großartigen Konzept, sowie einer spannenden Auswahl an renommierten Künstlern. Sosehr auch das Konstrukt stimmte und vielversprechend klang, wurde man von der künstlerischen Schlagkraft nicht gerade „erschlagen“. Das Gefühl von „kommt jetzt noch was?“ begleitete einen immer mehr je höher man die Treppen hinaufstieg. Eine stärkere Konzentration auf das Künstlerkollektiv Voina Group war deutlich spürbar und am besten durchgesetzt. Im Vergleich zum letzten Jahr fehlte auch eine sonst so für das BLK River Festival deutliche Präsenz einer „reinen“ urbanen Kunst, Kunst die auf der Straße passiert und institutions-ungebunden ist.

Zusammengenommen wurde das Potenzial dieses überaus spannungsreichen Konzepts der Gruppenausstellung leider nicht völlig ausgereizt. Schade.

Fotos von Dimitri Aschwanden. Mehr Fotos demnächst.

JR Women are heroes – BLK RIVER Festival Opening

Der französische Künstler JR präsentierte im Rahmen der feierlichen Eröffnung des BLK RIVER-Festivals 2011 seinen Film „Women Are Heroes“, eine Dokumentation, die Einblicke in das Leben von Frauen in Brasilien, Kenia und Kambodscha gibt, die heldenhaft ihren täglichen Kampf gegen sexuelle Repression, Armut und Ungerechtigkeit führen.
Heldinnen in einem sehr realen Sinne, die der Künstler JR nicht nur filmt, sondern auch fotografiert, um dann diese leuchtenden, larger-than-life Porträts der Frauen an Gebäuden und Wänden in ihrer unmittelbaren Umgebung anzubringen, um somit auf ihr Leben aufmerksam zu machen. (www.blkriver.at)
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Frauen mit Geschichten, mit Narben, voller Hoffnung und voller Stärke und doch: ohne Stimme. JR’s Film „Women are heroes“ ist ein Appell an das Menschliche. Die Protagonistinnen sind einfache Frauen aus Favellas, armen Dörfern und Slums, die ihre Lebensgeschichten offenbaren.
Der französische Künstler gibt diesen Frauen eine Stimme und bringt den Spiegel ihrer Seele nach außen. Große Plakate von schwarz-weiß Fotografien zeigen ihre Augen angebracht auf den Fassaden, den Leinwänden der Städte und Dörfer. Nicht um der Kunstwillen, nicht um Ruhm oder Geld handelt es sich, sondern rein um die Geschichte, um die Frauen, um die Menschen, das Menschliche. JR bringt Kunst, wo es sie in der Form nicht gibt und offenbart den Einwohnern eine neue Möglichkeit der Kommunikation, öffnet ihren Horizont und gibt ihnen Hoffnung.
Mittlerweile ist der Künstler weltweit bekannt und erfolgreich. Mit seinem Projekt „Inside Out“ gewann er den TED Prize 2011. „How can art save the world?“ ist die Frage im Laufe seiner Rede. Seine Antwort:“My wish is not to save the world, but to change the world!“

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Die Extraportion Reinheit: JR arbeitet ohne Sponsoren, ohne namentliche Erwähnung von Konzernen. Alle Projekte wurden durch Spenden finanziert.

„Women are heroes“, meiner Meinung nach mehr Kunstfilm, als ein einfaches nettes Kinoerlebnis, konzentriert sich auf die Inhalte und schafft es das Ganze noch schmackhaft für das Auge zu machen. Aufwendig kreierte Zeitraffer und Reverse-Filter bilden die spannenden Effekte im Film. Die Zuordnung „Kunstfilm“, könnte man vielleicht aufgrund dem hohen dokumentarischen Wert bestreiten.

Alles in allem: absolut sehenswert. Nebenwirkungen: Gänsehaut, Tränen, Lachen und Lebensfreude.

P.S.: JR’s Filmtrailer war übrigens mein erster Blog-Eintrag am 11.04.2010 auf artpjf. Wie die Zeit vergeht!

Ars Electronica 2011 Linz – ORIGIN wie alles beginnt

Der unstillbare Hunger nach Erkenntnis; die Lust daran, Neuland zu betreten und altes Wissen auf den Kopf zu stellen; der Wunsch, herauszufinden, woher wir kommen; die Sehnsucht, unserer Existenz eine Bedeutung zu geben und uns in einem gesamtheitlichen Modell des Universums zu verankern; die Befriedigung, wenn es gelingt, Dingen nahe zu kommen, sie zu erklären, zu beschreiben, auszudrücken. Diese so ganz und gar grundlegenden Wesenszüge des Menschen sind die gemeinsamen Quellen für Kunst wie für Wissenschaft. Sie sind die Triebkräfte aus denen Neues entsteht.

In Zusammenarbeit mit CERN, an dem über 10.000 WissenschaftlerInnen aus zig Nationen die Grenzen unseres naturwissenschaftlichen Verständnisses durchbrechen, um die Entstehung des Universums und den Ursprung aller Materie nachvollziehen zu können, widmet sich die Ars Eletronica 2011 der faszinierenden Welt der Spitzen- und Grundlagenforschung. Dabei geht es aber auch um einen neuen Blick auf die eigentliche Bedeutung von Orten und Einrichtungen wie CERN – sind sie doch Modell für Freiräume des Denkens und Erfindens, wie sie nicht nur für die Wissenschaft unverzichtbar sind, sondern auch für das Entwickeln zukunftsfähiger Gesellschaftsentwürfe, die so dringend notwendig wären.


Freiräume, Freigeister, Spielräume… wo alles beginnt

Mit der Bezugnahme auf CERN geht es der Ars Electronica 2011 um ein Statement für die Wichtigkeit avancierter Grundlagenforschung und um eine Faszination, die darin liegt, die Grenzen unseres Wissens und Verstehens zu erweitern.

Noch vielmehr geht es aber um die Frage nach den Umständen und Rahmenbedingungen, die notwendig sind, damit Neues entsteht und wie daraus eine gesellschaftliche Dynamik entwickelt werden könnte. Damit sind wir an einem Punkt, an dem sich Forschung und Kunst ganz eng nebeneinander finden und nicht mehr nur Ausdruck menschlicher Sehnsucht nach Erkenntnis sind, sondern Garant und Indikator für Offenheit, Entwicklungs- und Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft werden.

Unter dem Eindruck der immer schwerwiegenderen Folgen des ökologischen Raubbaus, einer rücksichtslosen und enthemmten Wirtschaft und einer zunehmend machtlosen und gestaltungsunfähigen Politik wird allerorts das Fehlen von zukunftsfähigen Modellen und Visionen, von politischen wie philosophischen Utopien beklagt. Doch wo sind die Quellen für jene Dynamiken, für den Mut und die Risikobereitschaft, die wir brauchen, um eine Gesellschaft aus einer Position der Prosperität heraus zu hinterfragen und zu erneuern?

Diese Suche nach neuen gesellschaftlichen Paradigmen, nach Lebens- und Gesellschaftsentwürfen, die uns aus den Krisen unserer Zeit heraushelfen können, scheint genauso schwierig, wie aus bis zu 600 Millionen Proton-Kollusionen pro Sekunde und den Millionen von Messwerten, die dabei anfallen, die Spuren genau jenes Teilchens herauszufinden, von dem man noch nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, ob es überhaupt existiert. So ist die Suche nach dem Ursprung von Materie, wie sie in CERN vorangetrieben wird, mehr als nur eine symbolische Analogie für die Bewältigung der großen Herausforderung der wir uns gegenübersehen, wenn wir diese Welt auch für unsere Enkelkinder erhalten wollen.

Die Kavernen tief unter dem Jura-Massiv sind mit ihren ultimativen technischen Anlagen nicht nur die Kathedralen unserer Zeit. CERN ist auch Refugium dafür, was uns vielleicht mehr als alles andere zu Menschen macht: unser unstillbarer Hunger nach Erkenntnis. Denn wenn wir auch alle wissen, dass wir den Urpsrung nie erreichen werden: Der Weg dorthin – oder vielmehr dessen Weg zu suchen – ist das Ziel und jeder Schritt auf diesem Weg ist ein Manifest des Menschlichen, unseres Genies genauso wie unserer Hybris.

(Auszüge aus dem kuratorischen Statement 2011 – ORIGIN – wie alles beginnt von Christine Schöpf und Gerfried Stocker; künstlerisches Direktorium Ars Electronica)

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Die Begeisterung für die diesjährige Thematik des Ars Electronica Festival lässt sich deutlich aus dem kuratorischen Statement herauslesen. Die Idee Kunst und Wissenschaft zu verbinden, fasziniert. Das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft trifft auf den Nerv der Zeit. Egal ob es um die Erschaffung hybrider Wesensformen, antikapitalistische Provokationen oder das Aufzeigen der Schlagkraft digitaler Netzwerke geht – alle diesjährigen Preisträger des Ars Electronica Preises, ausgezeichnet mit der Goldenen Nica, zeigen den Mut zur Normabweichung, den Willen zur Veränderung, sowie die unstillbare Begeisterung zum noch Unerforschten.

So sehr auch das Konzept überzeugen konnte, bei der Umsetzung klappte es nicht immer. Vor allem bei den Ausstellungen im Ars Electronica Center oder  afo architekturforum oberösterreich wäre mehr Schlagkraft in der visuellen Umsetzung erwünscht gewesen und letztendlich weniger Text.

Sehr gut gefielen mir die Origin Symposia, sowie die vorgestellten Projekte, die im OK Offenes Kulturhaus OÖ zu sehen waren, aber auch die Kreationen der japanischen Universität Tsukuba und einige der zahlreichen laufenden Performances.

Kreativ fand ich auch die Idee der neuen Plattform u19 CREATE YOUR WORLD für Kinder und Jugendliche. Eine gute Art und Weise junges Publikum für Kunst und Wissenschaft zu mobilisieren.

Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei!

Mehr Fotos auf facebook und flickr.

Alle Talks und Events auch online www.aec.at.

URBANSCREEN @ 10 Jahre MQ Feier


[Photographies © Vanessa Zheng www.winterblu.com]

Das Künstlerkollektiv URBANSCREEN aus Deutschland schafft Großbildprojektionen auf städtischen Flächen, auch genannt „mapping“.

2008 gegründet, entwickelt das Kreativ-Unternehmen mediale Konzepte für den urbanen Raum und überträgt sie in einen Dialog zwischen Kunst und Kommunikation.

Durch die Projektion bestimmter Bildpunkte einer Fassade werden dreidimensionale Formen geschaffen. Um die Projektion exakt auf die Lokalität anzupassen wurde ein spezielles Verfahren (LUMENTEKTUR) entwickelt, um ein maßgeschneidertes Lichterlebnis zu ermöglichen.

URBANSCREEN bespielten gestern die Fassade des Leopold Museums und machten damit den Hof des Museumquartiers in Wien zum „mehrdimensionalen Bühnenraum“ (in Kooperation mit dem sound:frame Festival und AV – kuratiert von Eva Fischer).

Mehr auf urbanscreen.com und m-q.at.

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Ein schönes großflächiges Erlebnis im, leider etwas zu kalten, Museumsquartier. Die Performance hätte dennoch ruhig länger laufen können. Weitere derartige visuelle Projekte in der Stadt Wien wären äußerst wünschenswert.

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PERFEKT DEVICE by PERFEKT WORLD

PERFEKT WORLD sind ein kreatives Kollektiv aus Wien und starten ab morgen ein Crowdsourced Painting. Dabei werden sie die temporäre Fassade am Palais Rasomufosky während der Umbauphase gestalten und legen die Pinsel und Spraydosen in die Hand des Publikums. Sie sprayen und malen, und über ein Interface auf einer Website können Menschen aus der ganzen Welt ihnen sagen was gemalt werden soll und ihnen via Kamera dabei auch zusehen.

PERFEKT WORLD baut in London, Barcelona, Paris und Berlin Terminals auf, die auch als Interface dienen und gleichzeitig die Bilder aus Wien vorort in den urbanen Raum projezieren. Das Ganze passiert bei der WOW NOW in Shoreditch, bei der OFFF in Barcelona, in Paris und Berlin.

Mehr dazu auf perfektdevice.com – Countdown läuft!

artpjf Interview & Studiovisit PERFEKT WORLD

PERFEKT DEVICE is a project by the Vienna-based creative collective, PERFEKT WORLD. It’s remixing urban art, action painting and social networks into a  live performance in public space. The artists are invited to design a building site cover in front of Palais Rasumofsky in Vienna’s 3rd district.
For two weeks in June, the artists will paint the wall but the brush is in the hands of the public. Through an online interface on www.perfektdevice.com participants around the world are invited to command the artists on what to paint, watch them live and become part of the art.

A team will travel with a terminal bringing the online interface to the crowds. They travel to London’s WOW NOW exhibition, followed by Paris, Barcelona and Berlin. Next to the terminals the unfolding live picture will be projected onto the immediate surroundings, bringing the action back to the people and into the urban landscape of those cities.

The crowd-sourced painting combines a variety of art forms to reflect developments in society, particularly the influence of the internet on all aspects of life. It uses technology to reach out to the wider public, democratizing the creative process and creating a more immediate conversation between the artists, the viewers who turn into artists, and extending painting. The idea is being spread across the digital community, playing with the forces of social networks that have impacted society, provoking a discourse in a contemporary context. As with online votings, casting competitions, user-generated content, viewers are empowered to participate. Their creativity is being channeled back through the hands of the PERFEKT WORLD onto the canvas, the focal point of the project. The finished thirty meter wall will become part of the well known contemporary art collection of Palais Rasumofsky.

Invite people to co-create by sharing www.perfektdevice.com with your online community. PERFEKT DEVICE kicks off on June 1st 2011 with the opening of the WOW NOW exhibition in London, UK.
The vision is for people from different parts of the globe to contribute, each adding their thoughts, cultural considerations, aesthetics to create a piece speaking the universal language of the world.

Evan Roth @ Raum D, MQ

Im Rahmen des BLK river (BLK – black – Bezug wird auf die Donau genommen, die aus dem Schwarzwald entspringt und ins schwarze Meer mündet) Festivals fand eine Diskussion mit Evan Roth (a.k.a. fi5e) im Raum D, Museumsquartier statt.

Evan Roth (Platz #1 beim Suchbegriff “Bad Ass Mother Fucker“ bei Google) ursprünglich aus Michigan ist Künstler und Forscher fokussiert auf Technologie, Open Source und Popkultur. Zu seinen erfolgreichsten Projekten gehören L.A.S.E.R. Tag und LED Throwies (mit Graffiti Research Lab), White Glove Tracking, Explicit Content und Graffiti Analysis.

Roth ist Mitgründer des Graffiti Research Lab und des Free Art & Technology Lab (F.A.T. Lab) und präsentierte seine Arbeiten u.a. im MoMA (NYC), Tate (London) sowie im Centre Pompidou (Paris). Beim experimentieren mit Crowd Sourcing kollaborierte er bereits mit Jay-Z für ein Rap Video für wohltätige Zwecke. Roth’s Arbeit erforscht die Überlappung zwischen freier Kultur und Popkultur.

In der Diskussion wurden seine erfolgreichsten, sowie neuesten Arbeiten und Projekte präsentiert mit unter anderem:

F.A.T. Lab widmet sich der öffentlichen Domain und entwickelt mittels Forschung neue kreative Technologien und Medien für “one mutha-fuckin LOL at a time“. Eins der Projekte, das bisher am meisten Aufsehen erregte, war “How to build a fake Google Street View car”. Evan dazu:„Just to let look Google like assholes.“

Graffiti Analysis Sculptures ist eine Serie von Skulpturen entstanden durch motion tracked graffiti data , worunter man ein virtuelles Graffiti-tag versteht.  Die  Software Graffiti Analysis importiert .gml files und kreiert 3D Dateien (.stl files – geläufig und kompatibel für 3D Software Programme wie Blender oder Maya). Die Datei wird verwendet um einen materiellen Körper, eine Skulptur herzustellen. Für die Street and Studio Ausstellung (Street and Studio -Von Basquiat bis Séripop @ Kunsthalle Wien)  in der Kunsthalle Wien kollaborierte Evan Roth mit einem anonymen lokalen Wiener Graffiti Writer, dessen Tags an verschiedenen Orten der Stadt zu finden sind.


Graffiti Research Lab befasst sich mit der Idee Graffiti Künstler und Aktivisten mit Open Source für urbane Kommunikation zu animieren. Mittlerweile in der Szene bekannt sind vor allem die Led Throwies (eine günstige Art ferromagnetische Flächen zu „färben“), der Eyewriter (ein kostengünstiges Blickregistrierungsapparat gekoppelt mit einer Individualsoftware das auch Graffiti-Writer und Künstler die unter ALS leiden erlaubt mit Hilfe ihrer Augen zu zeichnen) und Laser Tag (durch einen Laser Punkt werden mit einer Kamera- und Laptop-Installation Grafiken oder Tags auf Gebäude mithilfe eines Hochleistungs-Beamers projiziert  – Anleitung zum Selbermachen).

The GML 1200 Euro Prize (Geography Markup Language – Auszeichnungssprache zum Austausch raumbezogener Objekte) ist ein online Wettbewerb rund um Graffiti-tags. Ziel ist es einen Apparat zu entwickeln, der ein nächtliches Graffiti-Bombing in Form von (.gml) Dateien dokumentiert, ohne den normalen Prozess des tagens zu verhindern. Die Lösung sollte einfach zu produzieren, leichtgewichtig, Open Source, kostengünstig, sicher und einfach zu bedienen sein. Die erste Person oder das erste Team, dass solch ein Gerät entwickelt, erhält 1200 € als Preis.

Mehr zu Evan Roth auf Beton Blumen.

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Evan Roth präsentierte seine Arbeiten selbst auf englisch. Die Stimmung im Raum war gelassen, die Inhalte der Diskussion sehr interessant, informativ, leicht verständlich und humorvoll. Der experimentierfreudige Künstler versuchte alles möglichst spannend durch einige Videos und Fotos zu veranschaulichen (alle nachzusehen auf evan-roth.com). Auf zusätzliches „blabla“ wurde verzichtet.

Negativ überrascht war ich von dem geringen Zulauf: sogut wie kein Publikum (außer Veranstalter und Kamerateam). Eine halbe Stunde wurde gewartet, ein Bierchen getrunken, bis Evan meinte: „let’s just do it really quick“.

Insgesamt sehr informativ. Leider, für einen Künstler diesen Niveaus, deutlich zu wenig Besucher.

Pop Up Galerie @ Vorgartenmarkt Wien BLK River

Im Rahmen des BLK River Festivals in Wien Pop Up Gallery Opening am Vorgartenmarkt . „Verkleidet“ als Obst- und Gemüsestand dient sie als Center, Depot für Kunstwerke sowie eine Informationsstelle für Interessierte des Street/Urban Art Festivals. Die Galerie wird sich im Laufe des Festivals „füllen“. Ein Fotoupdate gibt es demnächst.