Archive for the ‘ Fotografie ’ Category

Foto des Tages #16

When the lights are out… – Marek Mäemets

Foto des Tages SHOUT. Schickt mir eure Fotos. Mehr dazu hier. info(at)artpjf.com
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Valie Export @ Charim Galerie, Wien

„Das künstlerische Schaffen von Valie Export ist in wesentlichen Teilen von der Erweiterung des Bildbegriffes, der Hinterfragung von Bildgrammatiken und Konzepten des Kinos, von konzeptueller Fotografie und von Werkprozessen, die mit dem Begriff des „Anagrammatischen“ charakterisiert werden, geprägt. Vielfach wirken die Auseinandersetzungen mit diesen Themen ineinander. So beispielsweise im Avantgardefilm „Syntagma“, in welchem Bildfindungen aus der Serie der Körperkonfigurationen und Gestaltungselemente aus den Serien der konzeptuellen Fotografien zu finden sind. Die Leitlinie der gegenwärtigen Ausstellung von Valie Export in unserer Galerie führt entlang dieser Grundgedanken, der Verschränkung von unterschiedlichen Medien und Bildkonzepten.

„Ein durchsichtiges Plexiglasobjekt, auf der einen Seite kantig, auf der anderen abgerundet. Der skulpturale Behälter nimmt in seiner Mischung aus rechtwinkeligen und runden Formen auf das Innenleben Bezug. Dieses besteht aus einer Reihe identisch aussehender DVDs, die durch die transparenten Wände schimmern; die Box enthält neunundzwanzig Film- und Videoarbeiten Valie Exports“. So beschreibt Johanna Schwanberg das Objekt, dessen Inhalt in unserer Ausstellung in der Abfolge von 29 Tagen zu sehen sein wird. An jedem Tag der Ausstellung wird ein Film/Video, entsprechend den 29 Video DVDs der Box, präsentiert. Neue Laser-Installationen, basierend auf Entwürfen von 1973, sowie Modelle von Werken, die für die Ausstellung „Valie Export – Archiv“ im Kunsthaus Bregenz entwickelt wurden, ergänzen einander durch ihre Wechselbezüge und formalen Entsprechungen.

Die fotografischen Bildquellen der „Modelle“, in denen zeichnerische Gesten physisch in den Raum ausgreifen, bilden auch die Grundlage der Laser-Installation „Aus dem geomtrischen Skizzenbuch der Natur: Geometrische Figurationen in Dünenlandschaft, 1973/2012″. Auch sie fungieren als Modelle, allerdings als Paradigmen nachgestalteter Raumerfahrungen. Dabei wird der illusionäre Bildraum der Fotografie durch Zeichenbewegungen verstärkt und diese mittels Lasertechnik in den realen Raum der Galerie erweitert.

Die einzelnen Entwicklungsschritte des Entwurfes von 1973 bis hin zur Konkretisierung der damals schon angedachten Laser-Installation bilden, neben der Präsentation der neuen Video DVD Edition, den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung.“

(Text: Charim Galerie Wien)

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Interessante Werkauswahl: das Zusammenspiel zwischen Televisionärem und den Fotografien mit dreidimensionalem Vorsatz hinterfragt die Wahrnehmungsbeziehungen im Raum. Die Laser-Installation diente als i-Tüpfelchen der Ausstellung, auch wenn die Abspielfolge des Lichtstrahls nicht ganz klar schien. Schade war es, dass man die einzelnen Tonsignale der Videos nicht hören konnte und die Fernseher in ihrer Aufstellung vielmehr an eine einheitliche Installation erinnerten, anstatt für sich zu wirken. Man versuchte den Bezug zu den einzelnen Filmen zu finden, fand jedoch keinen.  Das Geblinker der einzelnen Videos verstärkte den Effekt der Kisten-Installation. Die Aufmerksamkeit zog es allemal auf sich; am Inhaltlichen mangelte es leider. Dennoch: absolut sehenswert. Das Angebot der DVD ist für Valie Export Fans auch nicht zu verfehlen.

Ausstellungsdauer: 27.01.2012 – 03.03.2012

Fotos von Dimitri Aschwanden.

ARSLAN SÜKAN – While You Are Sleeping

Der türkische Künstler Arslan Sükan verzerrt in seiner Serie „While You Are Sleeping“ Bilder von Gebäuden und Landschaften und spielt mit den Mitteln der Realität und Fantasie.

Durch die verschiedenen Konzeptionen von Dimension und Raum, deformiert er seine Umgebung, um die Möglichkeiten verschiedener menschlicher Aufnahmemöglichkeiten von Transformationen zu erkunden.

Die starken Kontraste und dunklen Farben, sowie dominanten Rottöne betonen die klare Geradlinigkeit, wodurch eine gewisse „Unnatürlichkeit“ seiner Werke bekräftigt wird. Die Szenen wirken dramatisch, fast düster durch die Schwerlastigkeit dunkler Bildpartien.

Arslan Sükan lebt und arbeitet in Istanbul.

World Press Photo 2011 + Objektiv 2011 @ WestLicht

In diesem Jahr zeichnete die Jury 56 Fotografen aus 23 Ländern in neun Kategorien aus. Eingereicht wurden insgesamt 108.059 Bilder von 5.847 Fotografen aus 125 Ländern. Die Bilder wurden nach ihrem Nachrichtenwert und der kreativen Leistung des Fotografen bewertet. Alle preisgekrönten Fotografien des Wettbewerbs werden in einer Wanderausstellung gezeigt.

Nach den Richtlinien von WORLD PRESS PHOTO müssen die Fotos des Jahres von „großer fotojournalistischer Bedeutung“ sein und sich durch „außerordentliche Qualität der visuellen Perzeption und Kreativität“ auszeichnen. Mit anderen Worten: die Bilder werden aufgrund ihres Nachrichtenwerts, ihres Inhalts und des individuellen, stilistischen Herangehens an diesen Inhalt ausgewählt.

Jährlich sehen 2,5 Millionen Besucher in 45 Ländern die World Press Photo Wanderausstellung.

Zusätzlich zeigt Westlicht Objektiv 2011. Canon und APA – Austria Presse Agentur vergeben jährlich den Pressefotopreis „Objektiv“. Der mit 24.000 Euro Warenwert dotierte Wettbewerb wurde 2011 zum sechsten Mal in Folge vergeben. Ausgezeichnet werden Fotografien, die stärkste inhaltliche Aussagekraft mit höchsten ästhetischen, technischen und gestalterischen Qualitätsstandards verbinden.

(Quelle: westlicht.com)

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Spannende und emotionsreiche Fotografien auf internationaler Basis. Die „außerordentliche Qualität der visuellen Perzeption und Kreativität“ überwiegt jedoch in einigen Fällen den Nachrichtenwert. Ein Großteil der Fotografien ist stark „sensationsgeladen“, vor allem in puncto Brutalität. Gleichzeitig öffnet die Ausstellung dem Betrachter die Augen und befasst sich mit Motiven wie Leiden, Tod und Trauer, was gesellschaftlich allzu oft negiert wird. Die Wanderausstellung ist für all die empfehlenswert, die das Jahr in seinen spannendsten und bedeutungsreichsten medialen Ereignissen nochmal Revue passieren möchten.

Fotos von Dimitri Aschwanden. Mehr auf facebook und flickr.

ARAS KARIMI – ohne Titel

Aras Karimi sieht das Medium der Fotografie als eine Beziehung zwischen Licht und Film: Licht als spielerischer Akteur und Film als seriöser Registrator. Licht ist das Subjekt seiner Arbeiten. Ungleich üblicher fotografischer Prozesse, erstellt der Künstler keine Szenerien, die eine Geschichte offenbaren, sondern zeigt sein Subjekt als den Erzähler selbst. Karimi stellt ihn in subtiler, aber doch gefühlvoller Art und Weise dar.

Alle Fotografien sind ohne Titel. Dadurch erhält der Betrachter die Chance eigene ungebundene visuelle Erlebnisse zu erfahren, während sie mit dem vom Künstler erschaffenen Ausdruck koinzidieren. Die Fotografien sind demnach eine Reflexion einer Vision, einer Emotion des Moments ohne jeglichen rationalen Sinn.

Mehr auf araskarimi.com.

JOYKIX aka Fabrizio Longo – Luminescent Frictions

Joykix lernte ich auf der STROKE Urban Artfair 2011 in München kennen und war begeistert von seinen Arbeiten. Via Mail schickte er mir sein Portfolio zu. Hier nun ein Feature des italienischen Künstlers Joykix aka Fabrizio Longo.

Das Licht findet eine führende Rolle in den Arbeiten von Joykix. Urbane Landschaften, Ausblicke und Öffnungen modifizieren die Wahrnehmung der Orte, schwebend zwischen Realität und Halluzination. Die Fotografien bilden eine Art visuelle Skizzen einer Untersuchung des Stadtgefüges. Die Bilder erfassen keine Strukturen, oder Szenerien, sondern Luft und Licht. Jede Sequenz bildet eine Serie optischer Metaphern. Joykix schafft eine scheinbare Dreidimensionalität, indem er die Fotografien durch ein von ihm entwickeltes Verfahren auf Plexiglas druckt und somit einen doppelten Lichtreflex beim Betrachten seiner Bilder erzeugt: den realen und abgebildeten. Letztendlich trügt diese Dreidimensionalität und die Fotografie bleibt in seiner Fläche reduziert.

Joykix, aka Fabrizio Longo wurde in Mailand im Jahr 1964 geboren und studierte Szenographie an der Brera Akademie der Bildenden Künste. Er gründete eine Set-Design-Firma und arbeitete als Bühnenbildner für Firmenveranstaltungen und Tagungen. Er spielte eine zentrale Rolle in der Mailänder „Underground-Szene“ der 80er und 90er Jahre und war Mitbegründer von Virus und Helter Skelter zwei bekannten Clubs in Mailand, wo er kulturelle, künstlerische und performative Veranstaltungen organisierte. Zu dieser Zeit führte er serielle fotografische Projekte mit Schwerpunkt auf die verlassenen Industriegebiete Mailands. Seit 2008 konzentrieren sich seine Arbeiten primär auf Bildende Kunst und Fotografie.

Für mehr Infos joykix(at)tin(dot)it kontaktieren.

Joykix @ Stroke Urban Artfair 2011 München

Magie des Objekts @ Leopold Museum

Der Künstler und Kurator Fritz Simak zeigt im Leopold Museum erstmals eine Auswahl von Photoarbeiten aus dem SPUTNIK Fundus, bestehend aus der Sammlung Andra Spallart und der Sammlung Fritz Simak. Rund 200 Werke bieten eine faszinierende Zusammenschau und Gegenüberstellung historischer Aufnahmen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit Werken zeitgenössischer Photographie. In neuem, oftmals überraschenden
Kontext werden bekannte »Klassiker« der Photographie mit weniger bekannten, aber nicht minder wichtigen Beispielen präsentiert.

In einzelnen Themengruppen stehen sich historische und zeitgenössische Photographien gegenüber, Künstler unterschiedlicher regionaler Zugehörigkeit werden nebeneinander präsentiert. So fügt sich zum Beispiel die zarte Blumendarstellung aus der Serie »Wildnis« des zeitgenössischen Photokünstlers Robert Zahornicky von 1999 nahtlos an einen Naturselbstdruck aus der k. k. Staatsdruckerei Wien aus dem Jahr 1853. Das Photo einer zweigeteilten Zwiebel der deutschen Bauhausphotographin Elsa Thiemann aus den 1930er Jahren hängt neben der Darstellung einer durchschnittenen Artischocke, die 1930 vom Amerikaner Edward Weston festgehalten wurde. Schließlich stellt der Kurator die »Self service indoor sculpture« des österreichischen Konzeptkünstlers Erwin Wurm von 1999 einem in Pose gebrachten weiblichen Akt des Photostudios Manasse aus den 1920er Jahren gegenüber.

Zahlreiche weitere Werke unterschiedlicher Epochen fügen sich in der Ausstellung assoziativ und höchst anregend unter eine gemeinsame thematische Klammer. Die Ausstellung zeigt unter anderem Photoarbeiten von Berenice Abbott, Ansel Adams, Herbert Bayer, Harry Callahan, Giovanni Castell, Madame D´Ora, Alfred Ehrhardt, Ernst Haas, Leo Kandl, Hans Kupelwieser, Elfriede Mejchar, Richard Misrach, Wolfgang Reichmann, Aaron Siskind, Josef Sudek, Arthur Tress, Todd Watts und Edward Weston.

(Textquelle: www.leopoldmuseum.org)

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Die ungewohnten Gegenüberstellungen der Bildstrecken fordern den Betrachter zum aktiven Sehen auf. Leben und Tod, Fleisch und Gras, Reales und Imaginäres, Natürlichkeit und Künstlichkeit sind einige der motivischen Gegenüberstellungen, die die höchst spannende Vielseitigkeit der Ausstellung bilden. „Magie des Objekts“ verfolgt eine klare Antihistorik und motivische Gegenästhetik in der Auswahl der Werke, sowie ihrer Platzierung. Historische und zeitgenössische Photographien stehen sich gegenüber. Der Betrachter wird dazu aufgefordert eigene Vorstellungen zur Geschichte des Werks zu entwickeln. Die belehrenden Texte bleiben aus, die Konzentration liegt auf die künstlerische Eigenständigkeit der Werke. Für diejenigen, denen die Ausstellung zu wenig Text bietet, empfehle ich die lesenswerten Aufsätze im Katalog, die bei dortigen Sitzmöglichkeiten konstenlos zur Verfügung gestellt sind.

Eine Führung vom Kurator folgt am 25. August um 18 Uhr.

Preise:
(mehr unter leopoldmuseum.org)

Erwachsene 11,00 EUR
Freier Eintritt: Presse, Fremdenführer, LM-Museumsfreunde, ICOM (alle mit Ausweis), Kinder bis 7 Jahre
Ermäßigungen gegen Ausweis: Schüler, Lehrlinge, Studenten bis 27 Jahre, Präsenz- und Zivildiener, Beschäftigungslose, Behinderte, Kriegsversehrte, Kunsthistorikerverband, Kunstvermittlerverband, Mitarbeiter von Hauptsponsoren, Gebührenbefreite 7,00 EUR
Senioren 8,00 EUR
Familienkarte: 2 Erwachsene + bis zu 3 Kinder (unter 18 Jahre) 23,00 EUR

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