Archive for the ‘ Galerie ’ Category

TATE Gallery of Lost Art

The Gallery of Lost Art ist eine online Ausstellung, die die Geschichten verschollener Kunstwerke aufdeckt. Begonnen am 2. Juli 2012 zeigt die einjährige virtuelle Galerie einige der wichtigsten Werke der letzten 100 Jahre von mehr als 40 Künstlern der Moderne u.a. von Marcel Duchamp, Joan Miró, Willem de Kooning oder Tracey Emin.

Kuratiert von Tate und entworfen von ISO Studios erforscht die Online Galerie die moderne Kunstgeschichte aus einem völlig neuen Blickwinkel.  Abseits der musealen Sammlung der Institutionen existieren die verschwundenen Kunstwerke lediglich im virtuellen Raum, präsentiert durch erhaltene Fotografien, oftmals nicht in bester, wie heutzutage sonst gewohnter, Qualität.

Ein interessantes Projekt mit genügend Platz für Interaktionen und Diskussionen.

Interview with VINZ FEEL FREE and Vernissage @ INOPERAbLE Gallery

Last week I attended Vinz Feel Free’s Vernissage „Usual Misdeeds“ @ INOPERAbLE Gallery in Vienna. Vinz is a street artist from Valencia, Spain. The artist paints animal heads on large-scale photographies of human bodies and pastes them on the streets. His studio works show a similar approach: with collage technique he creates a background out of old documents such as certificates, love letters or bills, prints on them and finally paints the animal heads using enamel or gouache.

I met Vinz at the Vernissage last friday and wanted to know more about his artistic approach…

Enjoy my interview with Vinz Feel Free!

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artpjf: To begin, please introduce yourself briefly.

V.F.F.: Who I am is not important. I think the really interesting thing is the message of my work, not the messenger.
artpjf: Do you remember the first piece you did on the streets? What was it, and where did you do it?
V.F.F.: The first piece was a wheatpaste of a nude man squatting with his eyes looking the viewer. I pasted the piece on a wall of an abandoned lot where should be a school.
artpjf: You use different kinds of animal heads for your protagonists. Parrots for free/naked women and men and reptiles for businessmen and police officers. Could you briefly go into a bit more detail about this kind of iconography?
V.F.F.: This is related to the iconography of various religions. Birds and naked people are extracted from the book of Genesis in the Bible. Mayas, Aztechs, Sumerians etc. talk about the figure of reptile as the animals which take control over us, like police in our world. And the frog appears in Apocalypse scenes and is responsible for Humanity disasters. This is why I use them to build men in suit characters.
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artpjf: A couple of month ago there were big riots in Valencia with police brutalizing peaceful student protesters. As you explained me at the vernissage, your work refers at some point to this happening. Could you try to declare why this situation in Valencia is so tensed up? Why does the police act in such an inhuman and brutal way? How is the situation for students in Valencia now?
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V.F.F.: Education in Valencia is a delicate theme. They have cut budgets and most students lack of equipment and infrastructure such as heating or media. Teachers have spent months without collect sallary, and decided to hold a peaceful strike to attract media attention.
Police, who serves the government instead of the citizens, used brutal force to prevent a repetition. They were so aggressive that most of the population sided with the students. I tried to document and report the situation in a wall and some of the works exhibited in „Usual Misdeeds“ in INOPERAble Gallery.
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artpjf: What makes you feel free?
V.F.F.: Personal freedom ends when another one begins. It is very difficult to perform acts of freedom without bothering anyone, so, up to what point my freedom reaches? I think from my skin to inside, I rule.
artpjf: Upcoming projects?
V.F.F.: I usually work into 3 or 4 projects at once, most of them still secret. My next solo exhibition will be in July at Andenken Gallery, Amsterdam. And… I can talk up here!
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For more pics check out VINZ FEEL FREE’s and INOPERAble flickr photostream.
The exhibition at INOPERAbLE Gallery runs till 05.05.2012. If you are in Vienna, make sure to check it out!
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Knarf “365 Bildgeschichten” @ INOPERAbLE Wien

Der aufstrebende Salzburger Street Art Künstler Knarf hatte letzte Woche seine erste Solo-Ausstellung in der INOPERAbLE Galerie in Wien. „365 Bildgeschichten“, ein Projekt indem der Künstler täglich im Jahr 2011 ein Bild malte,  wurde in limitierter Auflage (365 Stück) präsentiert. Jedes Buch ist ein Unikat und individuell numeriert, datiert.

Neben dem Book-Release präsentierte er auch seine neuesten Arbeiten. Sein Stil ist geprägt durch schwungvolle Linien und starken Farbakzenten, seine Motive sind meist Tiere oder surreal verzerrte Gesichter mit unterschiedlichen Texturpartien.

Die Ausstellung in der INOPERAbLE Galerie läuft noch bis Anfang März. Einige Outdoor-Arbeiten sind auch am Naschmarkt oder am Donaukanal zu bestaunen.

her ARTic impression:

Nicht schlecht für eine erste Solo-Show. Die Ausstellung war äußerst gut besucht, der Book-Release nach zahlreichen verkauften Exemplaren ein Erfolg. Die Idee, sowie die Umsetzung in Form von zahlreichen Skizzen, fande ich gut.  Ich bin gespannt wie Knarfs Stil sich weiterentwickeln wird; im Hinblick auf seine Malweise wie Motivauswahl. Ausdrucksstarke Werke haben mir leider gefehlt.

Fotos von Dimitri Aschwanden.

Online Gallery bubblebyte.org + Ausstellung Sabrina Ratté

bubblebyte.org ist eine Online-Galerie und präsentiert Künstler, die auf kreative Weise mit dem digitalen Raum agieren und die vielfältigen Möglichkeiten der Medien für sich zu nutzen wissen. Ein Projekt von den Künstlern Rhys Coren und Attilia Fattori Franchini.
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Die derzeitige Online-Ausstellung präsentiert Werke von Sabrina Ratté. Activated Memory – ein Video-Projekt, das auf animierte Fotos verschiedener Parks und Gebäude in Montreal basiert. Mittels Video-Feedback, 3D Animation und Farbmanipulation, gewinnen die Bilder eine neue Dimension. Ein „Raum“ wird geschaffen, wo nur Fragmente der Realität bestehen. Musikalisch untermalt werden die Videos von Roger Tellier-Craig. Mehr auf bubblebyte.org
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IVAN ARGOTE – Öffentliche Dialektik

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Heute bin auf Ivan Argote gestoßen und habe mich eine Zeit lang mit seinen Videos beschäftigt, die beim Öffnen der Website ohne Steuerung im Hintergrund abgespielt werden. Auf Pause zu klicken ist nicht möglich und falls man weiterhin an seiner Website interessiert ist, führt ein Weg an die Videos nicht vorbei. Ich klickte mich durch…

Fußgänger die sich lautlos umdrehen und einem schiefe Blicke zuwerfen, ein Mann spricht im Hintergrund und bittet die netten Damen und Herren um ein Geburtstaglied, ein Denkmal verliert seine Bedeutung und sinkt, der Künstler sprayt über ein paar Mondrians im Centre Pompidou.

Ivan Argote fokussiert seine Kunst auf augenscheinliche unbedeutende und oft witzige Situationen. Die Einfälle sind querdenkerisch und überraschen, überfordern teilweise das Publikum. Der Fokus liegt auf die Reaktion des Betrachters die fast zwanghaft evoziert wird. Diese unbedeutenden Situationen in ihrer alltäglichen Form gefangen, weiß der Künstler zu nutzen und entwickelt daraus eine Hidden-Camera-Story mit humorvollen Ansatz.

Ivan Argote lebt und arbeitet in Paris.

Mehr auf ivanargote.com.

Miss Van „Muses“ @ Inoperable Gallery Vienna

Die berühmte französische Street Art Künstlerin Miss Van präsentiert seit letzter Woche ihre neue Werkserie „Muses“ in der Inoperable Gallery in Wien. Gezeigt werden ihre typisch sinnlichen und zugleich verspielten weiblichen Figuren, filigran und bunt gemalt. Ihre Charaktere sind verhüllt, verschmelzend mit tierischen Zügen und wirken weniger süß, vielmehr verführerisch-sexy und geheimnisvoll.

Miss Van begann im Alter von 18 Jahren in den Straßen zu malen. Sie gilt als eine der berühmtesten Frauenkünstlerinnen, die seit den 90er Jahren die weibliche Bewegung in der Street Art avancierte.

her ARTic impression:

Die Inoperable Gallery zeigte sich wieder einmal von ihrer besten Seite. Nach dem großen Erfolg mit ROA gelang es der Galerie wieder einen weiteren Superstar der Street Art Szene für sich zu gewinnen. Die Eröffnung war besonders gut besucht, viele Arbeiten wurden verkauft. Miss Van war bei der Vernissage anwesend und präsentierte ihr neuestes Buch „Twinkles“. Glücklich über die vielen Fans fand sie leider kaum Ruhe und Zeit mit mir ein paar Worte über ihre Arbeiten zu wechseln. Vielleicht hätte ich das Buch kaufen sollen…

Mehr Fotos auf facebook und flickr.

Interview mit Antony Crossfield

Vor ein paar Wochen entdeckte ich Antony Crossfield’s Arbeiten zufällig online auf der NYer Klompching Gallery Website und war besonders angetan von seinen Fotografien. Hier nun ein Interview mit dem Londoner Künstler.

artpjf: Bitte stelle dich kurz vor.

artpjf: First give us some general information about yourself.

A.C.: Ich lebe in Hackney im Osten Londons. Ich begann meine Karriere als Maler, aber zurzeit arbeite ich größtenteils mit Photographie.
A.C.: I live in Hackney in east London. I began my career as a painter but am currently working mainly in photography.

artpjf: Beschreibe deinen Arbeitsprozess. Arbeitest du nur auf digitaler Basis?

artpjf: Describe the process of your work. Do you only work on a digital base?

A.C.: Mein Arbeitsverfahren ist beeinflusst von der Malerei. Alle meine Ideen werden anhand von Zeichnungen visualisiert. Die haben sich dann im Laufe der Zeit zu größeren komplexeren Zeichnungen entwickelt. Alles was ich tue transferiere ich letztendlich in ein beliebiges Medium, das für die Idee geeignet scheint. Mein Prozess kann am besten als Malerei mit Fotografie beschrieben werden. Der Kunstkritiker Howard Halle beschrieb das einst gut, als er sagte: „Die Malerei ist ein philosophisches Vorhaben, das nicht immer Farbe beinhalten muss…eine Art die Welt zu bestimmen und weder Wahrheit noch Fiktion ausschließlich repräsentiert, sondern ein wenig von beidem.“
Ich benutze digitale Werkzeuge, um mit der Fotografie zu malen, um Ideen, die die Kamera nicht in in einer einzigen, momentanen Einstellung ausführen könnte, auszufüren. Wie in der Malerei, verläuft mein Prozess langsam und taktweise. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fotografie, die einen einzigen Moment der Zeit einfriert, will ich, dass meine Fotografien die Zeit umfassen, und dabei verschiedene Momente in ein einziges Bild sichtbar gemacht werden. Der Sinn einer illusionistischen Ganzheit, die eine gebrochene und unsichere Realität maskiert, ist geschlossen in der Struktur der Fotografie durch das Verschmelzen zahlreicher Fragmente. Sie ist eine Metapher für die Illusion der Ganzheit im fragmentierten Selbst.

A.C.: My process is derived from my background in painting. All my ideas are developed through little drawings. These are progressed over time into larger more complex drawings. Eventually I transfer what I’m doing into whatever medium is appropriate to the idea.
My process can best be described as painting with photographs. The art critic Howard Halle put it well when he said: „Painting is a philosophical enterprise that doesn’t always involve paint…a way of organising the world that represents neither truth nor fiction exclusively but rather a little of both“. I use digital tools to paint with photography in order to pursue ideas the camera can’t express in a single, momentary shot. Like painting, my process is slow, layered and proceeds incrementally. Unlike conventional photography which freezes singular moments of time, I want my photographs to encompass time, distilling multiple moments into a single image. The sense of an illusory wholeness masking a fractured and uncertain reality is embedded in the very structure of the photographs, through the fusing of numerous image fragments, and functions as a metaphor for the illusion of wholeness in the fragmented self.

artpjf: In einigen deiner Arbeiten verwendest du Körperfragmente um befremdliche Formen des Menschlichen zu kreieren. Wie sollte der Betrachter auf deine Werke antworten?

artpjf: In some of your works you use body fragments to create an alienational form of the human kind. How should the viewer respond to your works?
A.C.: Der Betrachter soll physisch wie auch intellektuell das Werk betrachten. Im besten Falle regt das Werk zum Nachdenken an und ruft Fragen und Zweifel hervor über die körperlichen Grenzen, sowie herausfordernde Konventionen über die Relation von Ich und Körper. Aber ich hoffe auch, dass meine Werke eine physische Antwort auf einer starken emotionalen Basis hervorrufen. In einer Art und Weise möchte ich, dass die Bilder verstören, provozieren und Unbehagen schaffen, gleichzeitig aber auch als schön gewertet werden, vielleicht nicht mit dem konventionellen Begriff von Schönheit durch kommerziell retouschierte Körper, aber stattdessen, diese eigenartige Schönheit blauer Geäder unter marmorierter Haut und glitzernden Figuren in dunklen Räumen, die, von meinem Blickwinkel, täuschen und verführen können.

A.C.: I want viewers of my work to respond both viscerally and intellectually. Hopefully the work is thought provoking, raising questions and doubts about the body’s boundaries as well as challenging conventions about the relation between the self and the body. But I also hope the work can trigger an almost physical response at a gut level. In some sense I want the images to disturb, provoke and create unease but I also think there is beauty in them too, perhaps not the conventional beauty of commercially retouched bodies, but instead, the strange beauty of blue veins under mottled skin and glistening figures in darkened rooms which, to my eye, can beguile and seduce.

artpjf: Haben die „Foreign Bodies“ spezielle Eigenschaften? Wie verhalten sich die Persönlichkeiten und welche Beziehung haben sie zueinander?

artpjf: Have the „Foreign Bodies“ special characteristics? How do both personalities behave together and what kind of relationship do they have?

A.C.: In der Serie „Foreign Body“ versuche ich die traditionelle Idee des Körpers als Raum des Ichs zu hinterfragen und untergraben, und es stattdessen als offen, porös und als Ort der Interaktion zwischen Körpern zu präsentieren. Ich versuche eine neue Art der Portraitierung zu finden, die zeigt wie die Figuren und die Welt sich vermischen, um den Austausch und das Wechselspiel der Körper, deren Umgebung und Sonstiges zu porträtieren; um die Fluidität, Instabilität und die sich wechselnde Natur der Körper und des Ichs zu betonen und die lange historische Tendenz des Portraits einer Selbstidentität als statisch-gleich, bestimmt und wohlbehalten im Körper enthalten, zu interminieren.
Bisher habe ich mich vor allem auf den nackten männlichen Körper fokussiert, da ich in den anspruchsvollen Koventionen der Portraitierung von Männern durch die Kunstgeschichte interessiert bin, wie auch die dominante Konvention in der Geschichte des Akts von männlichen Künstlern, die Frauen portraitieren, um sie umzukehren und dabei zu objektivieren. Die Beziehung zwischen den Figuren ist geprägt von einer Unischerheit und Abhängigkeit. Unsicherheit bezüglich dem Ende und dem Beginn, Abhängigkeit bezüglich den eigenen Sinn des Ichs. Deren Körper fixieren nicht mehr die Idee des Ichs, sondern sind vielmehr der Wirkungsraum wo das Ich umkämpft wird.

A.C.: In the series „Foreign Body“ I am trying to question and undermine the traditional idea of the body as a vessel for the self and instead present it as as open, porous and a place of interchange between bodies. I am trying to find a new way of portraying people that shows how they and the world intermingle, to portray the exchange and interplay between the body, the other, and their surroundings. To emphasise the fluidity, instability, and changeable nature of the body and the self and undermine the long historical tendency to portray self identity as somehow static, fixed and safely contained within the body.
So far I have mainly focused on the naked male figure as I am interested in challenging conventions of portrayals of men throughout art history as well as reversing the dominant convention in the history of the nude of male artists portraying women, and thereby objectifying them. Portraying the naked body as vulnerable and penetrable and not as a place of control or self mastery has extra resonances when the model is male.
The relationship between the figures is one of uncertainty and dependence. Uncertainty as to where one ends and the other begins and dependence on the other for their own sense of self. Their bodies no longer secure the idea of self, but rather are the domain where the self is contested.


artpjf: Erzähl uns ein wenig über die „War Dance“ Serie.

artpjf: Tell us a bit about the series „War Dance“.

A.C.:
War Dance ist eine Serie von Bildern die Maskulinität und die Repräsentierung des männlichen Körpers behandelt. Ich fotografierte Models besetzt im „Krieg des Ziehens“ – ein Kräftemessen, indem man eine Schnur in die entgegengesetzte Richtung zieht. Durch digitale Manipulation wurde die Schnur entfernt, sodass man nur die gekrümmten Körper der Models sieht, die sich abseihen und in einer Art und Weise gestikulieren, die ohne Schnur eigentümlich wirkt. Durch diese simple Intervention im Bild ist die Dynamik des Bildes völlig verändert: die Figuren scheinen in einem eigenartigen Tanz besetzt und vielmehr auf einander zuzugehen als sich gegenseitig wegzuziehen. Die vermeintliche „raue Kraft“ der maskulinen Stärke, mit ihrer Assoziation einer authentischen Expression ist auf bestimmte Art und Weise lächerlich und theatralisch ausgeführt und ist auf ein rituales Tanzen ohne wahre Substanz reduziert. Die Beleuchtung betont diese theatralische Qualität – wie ein Schatten-Puppentheater, alles ist Illusion.

A.C.: War Dance is a series of pictures that examine masculinity and presentations of the male body. I photographed models engaged in a ‚tug of war‘ contest – a contest of strength by pulling on a rope in opposite directions. Through digital manipulation the rope has been removed leaving only the contorted bodies of the models, straining and gesticulating in ways that seem odd without the rope. Through this simple intervention in the picture the dynamic of the image is completely changed: the figures almost appear to be engaged in a strange dance, appearing to reach toward one another rather than pulling apart. The supposed ‚raw power‘ of masculine strength, with its associations of authentic and unmediated expression, is subverted and rendered somehow ridiculous and histrionic, reducing it to a kind of ritual dance lacking real substance. The lighting emphasises this theatrical quality – like a shadow-puppet theatre, all is illusory.

artpjf: Aus deiner Sicht, wie wird der Körper in unserer Gesellschaft wahrgenommen? Welche Rolle spielt er heutzutage?

artpjf: From your point of view, how is the body to be placed in our society? What role does it play nowadays?

A.C.: Der Körper ist einer stetig wachsenden Überwachung, Druck und Missverständnissen ausgesetzt. Wir leben in einer Zeit gewaltigen technologischen Fortschritts, wobei Fotografien so einfach verformt und entstellt werden, um falsche Bilder zu kreieren, die dennoch die Autorität einer Dokumentation tragen. Ich bin vor allem daran interessiert wie dieser falsch platzierte Glaube in der Wahrhaftigkeit des fotografischen Bildes unser Verständnis des Körpers bestimmt, vor allem seit unsere Kultur von solch einer Metaphorik dominiert wird; und wie solche Abbildverzerrungen den Blick auf uns selbst verformen und sich sogar physisch auf den Körper manifestieren.

A.C.: The body is subjected to ever increasing scrutiny, pressures and misunderstanding. We live in an age of huge technological advances whereby photography can be so easily altered and distorted to create false images that somehow still carry the authority of documentary evidence. I’m particularly interested in how this misplaced belief in the veracity of the photographic image affects our understanding of the body especially since our culture is dominated by such imagery. And how such distortions can warp our view of ourselves and even come to manifest themselves physically on the body.

artpjf: Was ist in nächster Zeit von dir zu erwarten?

artpjf: Any upcoming projects?

A.C.:Viele neue Projekte sind in Arbeit, hoffentlich werde ich einige bald auf die Website www.antonycrossfield.com online stellen können.

A.C.:
Lots of new work in development, hopefully I should be able to present some of it on my website www.antonycrossfield.com soon.

ROA hits VIENNA [Decomposition @ Inoperable Gallery + Painting Session Naschmarkt]

Der international renommierte Künstler ROA hat zum ersten Mal in Österreich seine Einzelausstellung in der INOPERAbLE Gallery. Durch das Artist-in-Residence Programm des quartier21 verbrachte der Künstler das letzte Monat in Wien, um die Arbeiten für die Ausstellungen, sowie das geplante Projekt des MQ (Gestaltung des Liftturms in der Street Art Passage Wien) zu kreieren.

Die Vernissage der Ausstellungver „Decomposition“ fand am Freitag statt und war ein voller Erfolg. Viele der Arbeiten waren schon vor der Eröffnung mit dem roten Punkt markiert.

ROAs Arbeiten konzentrieren sich auf die lokale Tierwelt der jeweiligen Stadt. Der Künstler verwendet bereits gebrauchtes Material als zeichnerische Unterlage, welche er aus den örtlichen Flohmärkten, Second-Hand und Antiquitäten Läden entnimmt. Aufgrund der eher sauberen Erscheinung der Stadt Wiens, hat ROA Präparatoren-Ateliers besucht und Giraffen-/Nilpferdschädel für die Ausstellung genommen. Die Arbeiten sind primär schwarz/weiß gehalten. Eine korrekte Anatomie der jeweiligen Tiere spielen für den Künstler ebenfalls eine Rolle.

Während der Ausstellung durfte ich den publikumsscheuen Künstler kennenlernen. Mit seinen tiefen Augenringen, eher introvertier Haltung und in blauem AGE OF THE MAMMALS Shirt sprach er mit mir über seine Zeit in Wien, was ihn inspiriert und welche Projekte in den kommenden Tagen anstehen. Sein nächstes Ziel führt ihn nach Austrialen. Um sein Gesicht zu bewahren, fotografierte ich nur sein Shirt.

Sonntag Nachmittag traf ich ROA nochmals bei seiner Mal-Session am Naschmarkt.

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Vernissage SILVER MOON @ . (Galerie Lisa Ruyter)

Silver Moon ist ein Aufbau, ein hypothetisches singuläres Werk beruhend auf Architektur, Film, alltäglichen Objekten und Oberflächen. Der vorgeschlagene Aufbau lässt neue Formen entstehen indem jedes Werk in den Raum des anderen eintritt. Die funktionale und autonome Eigenschaft des Werkes wird hinterfragt.

Mehr auf galerielisaruyter.com und facebook.

her ARTic impression:

Die Bezugnahme der einzelnen Werke zueinander war spürbar, jedoch nicht klar.
Interessant waren vielmehr die verschiedenen Darstellungsformen (Zeichnungen, Leinwände, raumgreifende Projektionen, sowie ein Film) der Strukturen und darausfolgend ihre Bezugnahme zueinander. Spannend minimalistisch.



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„Yes, I … Art“ MIZ JUSTICE @ INOPERAbLE Gallery

Lange Zeit Mitglied der international anerkannten Graffiti Crew „Bande“, konnte sich MIZ Justice mit ihrem unverwechselbaren Stil und tiefgründigen Botschaften einen eigenen Namen machen. Aufgewachsen mit slowenisch-österreichischer Herkunft in Kärnten, begann MIZ Justice bereits früh sich von ihrer Heimatstadt, der dort herrschenden Diskrimierung und den Vorurteilen zu distanzieren. Sie zog nach Wien. Dort arbeitete sie als freischaffende Künstlerin bis sie in die Akademie der bildenden Künste aufgenommen wurde. Ihre Arbeiten gewannen seitdem an Komplexität, Bedeutung und Ausmaß.

her ARTic impression:

MIZ Justice lernte ich letzten Sommer bei einem Street Art Workshop als äußerst sympathische, interessante und zielstrebige Künstlerin kennen. Im Rahmen der Ausstellung „Street and Studio“ auf dem Dach der Kunsthalle Wien malten wir für ein Stopmotion Video  (Beitrag, Video). Ich freute mich ganz besonders zu hören, dass sie in der INOPERAbLE Gallery ausstellt, da sie als eine der bewundernswertesten Künstlerinnen in der österreichischen Street/Urban Art Szene gilt, wo Frauen immer noch viel zu selten gesehen werden.

INOPERAbLE präsentiert unterschiedlichste Arbeiten der jungen Künstlerin, einige besonders für die Ausstellung konzipiert.

„Yes, I…Art“ ist ihre Bekennung zur Kunst. „Equal rights and Justice“ lautet ihr Motto und wird fast durchgehend in ihrem künstlerischen Werk reflektiert. Viele Zeichnungen und Malereien sind geprägt von Bildthemen wie Totenköpfen, comicartigen Figuren, aber auch, das macht es für mich so besonders, zerbrechlichen, menschlichen Charakteren voller Sehnsucht in Zwischenebene zu Gutem und Bösem.

Zu erwerben sind die Werke zwischen 85,- Euro (30,- Euro für ein Siebdruck) bis 3000,- Euro, 7000,- Euro für die großformatigen Leinwände.

Ein Besuch in der Galerie, auch um sich den neuen Urban Art Guide Vienna zu holen, zahlt sich allemal aus.