Archive for the ‘ Museumsquartier ’ Category

Foto des Tages #4

Museum der Wünsche, Ausstellung im mumok. – Irinia Durovic.

Foto des Tages SHOUT. Schickt mir eure Fotos. Jeder kann mitmachen. Mehr hier. info(at)artpjf.com

MUMOK Neueröffnung/Museum der Wünsche

Das mumok präsentiert sich nach dem Umbau neu: Neben notwendigen
Sanierungen der Terrazzoböden wurden architektonische Maßnahmen für mehr
Funktionalität im Museumsbetrieb umgesetzt. Kernstück stellt das neue, von Heimo Zobernig und Michael Wallraff gestaltete mumok kino dar. Die Integration von Künstlerinnen und Künstlern war für mumok-Direktorin Karola Kraus ein wesentliches Anliegen bei der Planung des Umbaus.

„Das mumok hat in nahezu 50 Jahren eine eindrucksvolle Sammlung aufgebaut, die in Österreich eine zentrale Rolle im Bildungs- und Kulturgeschehen spielt und dem internationalen Vergleich mit anderen großen Häusern in Qualität und Profil standhält.

Die Sammlung ist Grundlage und Herausforderung für die gegenwärtige und zukünftige Museumspolitik. Mit dem Museum der Wünsche wird die Sammlung einer physischen Inventur unterzogen und jenen Werken gegenübergestellt, die in Zukunft herausfordernder Teil der Sammlung werden sollen.

Die Ausstellung soll nicht die Kunstgeschichte von A bis Z vorführen, die Arbeiten chronologisch fein säuberlich und endgültig auffädeln. Ich möchte vielmehr durch thematische Konstellationen und generationsübergreifende Gegenüberstellungen neue Sichtweisen auf die Kunstgeschichte vorschlagen, in die wir selbst mit unseren Meinungen, Interpretationen und Bewertungen involviert sind.

Wie die Aufstellung der Sammlung im Museum der Wünsche zeigt, beruht die Lebendigkeit und Aktualität einer Sammlung auf dem permanenten Austausch und dem kontinuierlichen Dialog zwischen dem Bestehenden und dem Neuen, zwischen den internen Gegebenheiten und dem von außen Kommenden.“ (Karola Kraus)

(Quelle: Presse mumok)

Fotos von Dimitri Aschwanden. Mehr auf facebook und flickr.

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Karola Kraus weist mit „Museum der Wünsche“ in die Zukunft. Gleichzeitig erinnert sie auf das bereits Vorhandene. Sie zeigt die Möglichkeiten zu einer Erweiterung, einem Vorankommen zur Anleitung neuer Diskurse. Ihre „ankaufsstrategischen Zielsetzungen“ sind dabei interessant zu beobachten.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ich jedenfalls freue mich schon auf die kommenden Diskussionen, Performances und ganz besonders auf das Filmprogramm vom 05.10 bis 20.10 im neuen Kino-Saal.

STYLE NEEDS NO COLOR (SNNC) – RUN VIE exhibition opening @ Raum D quartier 21

Style Needs No Color vertritt die Auffassung, dass überbordende Farbauswahl und der Einsatz von pseudo-flashy Techniken das schwache Fundament einer Nicht-Existenz künstlerischer Inspiration nicht überdecken sollten. Die Philosophie, dass sich Kunst als solche gegen alles und jeden behaupten kann – ohne unnötig gewählte Ablenkungsmanöver – wird mit allen Mitteln gelebt. SNNC-Artists beschränken ihre Farbpalette nicht nur deshalb auf Schwarz und Weiß.

„Schwarz auf Weiss Vol.II“, die Nachfolge-Veröffentlichung ihrer erfolgreichen ersten Buch-Publikation, zeigt diesen Stil in voller Konsequenz. Seit Anbeginn manifestiert sich die Aktionsfähigkeit des Kollektivs in manigfaltier Form: Ausstellungen, Live-Painting-Shows, Installationen und Streetwear-Kooperationen mit KünstlerInnen aus aller Welt. Das Schwarz/Weiß-Illustrations-Netzwerk gedeiht und wächst unaufhaltsam.

Künstler:
Clemens Behr (installation), Sebastian Tomczak (motion graphic), Nychos, Pixelpancho, Kornel, Dust, Bark in the Yard (BITY, represented by BSCT), Aro, Frau Isa, Mike Hyp, Ink-A-Zoid, Pisa73, Base23, Manuva

(Quelle www.runvie.at)

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Das Projekt ist noch in seinen Anfängen, doch die Publikation ist durch die vielfältige künstlerische Gestaltung und dem idealen Konzept durchaus empfehlenswert (und für 20,- Euro auch leistbar). Die Ausstellung, vor allem die Installation von Clemens Behr, sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Nychos (YES KIDS IT’S ACID – Urban Art Attack @ Donaukanal Wien) und Frau Isa (Interview mit Frau Isa) sind auch dabei.

Fotos von Dimitri Aschwanden.

Mehr auf facebook und flickr.

Magie des Objekts @ Leopold Museum

Der Künstler und Kurator Fritz Simak zeigt im Leopold Museum erstmals eine Auswahl von Photoarbeiten aus dem SPUTNIK Fundus, bestehend aus der Sammlung Andra Spallart und der Sammlung Fritz Simak. Rund 200 Werke bieten eine faszinierende Zusammenschau und Gegenüberstellung historischer Aufnahmen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit Werken zeitgenössischer Photographie. In neuem, oftmals überraschenden
Kontext werden bekannte »Klassiker« der Photographie mit weniger bekannten, aber nicht minder wichtigen Beispielen präsentiert.

In einzelnen Themengruppen stehen sich historische und zeitgenössische Photographien gegenüber, Künstler unterschiedlicher regionaler Zugehörigkeit werden nebeneinander präsentiert. So fügt sich zum Beispiel die zarte Blumendarstellung aus der Serie »Wildnis« des zeitgenössischen Photokünstlers Robert Zahornicky von 1999 nahtlos an einen Naturselbstdruck aus der k. k. Staatsdruckerei Wien aus dem Jahr 1853. Das Photo einer zweigeteilten Zwiebel der deutschen Bauhausphotographin Elsa Thiemann aus den 1930er Jahren hängt neben der Darstellung einer durchschnittenen Artischocke, die 1930 vom Amerikaner Edward Weston festgehalten wurde. Schließlich stellt der Kurator die »Self service indoor sculpture« des österreichischen Konzeptkünstlers Erwin Wurm von 1999 einem in Pose gebrachten weiblichen Akt des Photostudios Manasse aus den 1920er Jahren gegenüber.

Zahlreiche weitere Werke unterschiedlicher Epochen fügen sich in der Ausstellung assoziativ und höchst anregend unter eine gemeinsame thematische Klammer. Die Ausstellung zeigt unter anderem Photoarbeiten von Berenice Abbott, Ansel Adams, Herbert Bayer, Harry Callahan, Giovanni Castell, Madame D´Ora, Alfred Ehrhardt, Ernst Haas, Leo Kandl, Hans Kupelwieser, Elfriede Mejchar, Richard Misrach, Wolfgang Reichmann, Aaron Siskind, Josef Sudek, Arthur Tress, Todd Watts und Edward Weston.

(Textquelle: www.leopoldmuseum.org)

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Die ungewohnten Gegenüberstellungen der Bildstrecken fordern den Betrachter zum aktiven Sehen auf. Leben und Tod, Fleisch und Gras, Reales und Imaginäres, Natürlichkeit und Künstlichkeit sind einige der motivischen Gegenüberstellungen, die die höchst spannende Vielseitigkeit der Ausstellung bilden. „Magie des Objekts“ verfolgt eine klare Antihistorik und motivische Gegenästhetik in der Auswahl der Werke, sowie ihrer Platzierung. Historische und zeitgenössische Photographien stehen sich gegenüber. Der Betrachter wird dazu aufgefordert eigene Vorstellungen zur Geschichte des Werks zu entwickeln. Die belehrenden Texte bleiben aus, die Konzentration liegt auf die künstlerische Eigenständigkeit der Werke. Für diejenigen, denen die Ausstellung zu wenig Text bietet, empfehle ich die lesenswerten Aufsätze im Katalog, die bei dortigen Sitzmöglichkeiten konstenlos zur Verfügung gestellt sind.

Eine Führung vom Kurator folgt am 25. August um 18 Uhr.

Preise:
(mehr unter leopoldmuseum.org)

Erwachsene 11,00 EUR
Freier Eintritt: Presse, Fremdenführer, LM-Museumsfreunde, ICOM (alle mit Ausweis), Kinder bis 7 Jahre
Ermäßigungen gegen Ausweis: Schüler, Lehrlinge, Studenten bis 27 Jahre, Präsenz- und Zivildiener, Beschäftigungslose, Behinderte, Kriegsversehrte, Kunsthistorikerverband, Kunstvermittlerverband, Mitarbeiter von Hauptsponsoren, Gebührenbefreite 7,00 EUR
Senioren 8,00 EUR
Familienkarte: 2 Erwachsene + bis zu 3 Kinder (unter 18 Jahre) 23,00 EUR

Foto des Tages

@ MQ Wien

URBANSCREEN @ 10 Jahre MQ Feier


[Photographies © Vanessa Zheng www.winterblu.com]

Das Künstlerkollektiv URBANSCREEN aus Deutschland schafft Großbildprojektionen auf städtischen Flächen, auch genannt „mapping“.

2008 gegründet, entwickelt das Kreativ-Unternehmen mediale Konzepte für den urbanen Raum und überträgt sie in einen Dialog zwischen Kunst und Kommunikation.

Durch die Projektion bestimmter Bildpunkte einer Fassade werden dreidimensionale Formen geschaffen. Um die Projektion exakt auf die Lokalität anzupassen wurde ein spezielles Verfahren (LUMENTEKTUR) entwickelt, um ein maßgeschneidertes Lichterlebnis zu ermöglichen.

URBANSCREEN bespielten gestern die Fassade des Leopold Museums und machten damit den Hof des Museumquartiers in Wien zum „mehrdimensionalen Bühnenraum“ (in Kooperation mit dem sound:frame Festival und AV – kuratiert von Eva Fischer).

Mehr auf urbanscreen.com und m-q.at.

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Ein schönes großflächiges Erlebnis im, leider etwas zu kalten, Museumsquartier. Die Performance hätte dennoch ruhig länger laufen können. Weitere derartige visuelle Projekte in der Stadt Wien wären äußerst wünschenswert.

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NEOZOON – Street Art aus Pelz

NEOZOON ist ein europäisches Künstlerkollektiv aus Berlin und Paris, das im Rahmen der 10 Jahre MQ-Feier von der Galerie INOPERAbLE eingeladen wurde. Die Künstlerinnen arbeiten mit alten Pelzmänteln aus denen sie Cut-Outs in Form von Tieren schaffen und diese dann im urbanen Kontext wieder freilassen. Dabei hinterfragen sie immer wieder die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Zufällig trafen wir NEOZOON beim Anbringen der Affen und Lämmer, die auf eindrucksvolle Art und Weise in den Kontext der Street Art Passage hineinintegriert wurden.

Weitere Attacken sollen nach Angaben von NEOZOON demnächst folgen – Augen offen halten!

NEOZOON create animal Cut-Outs out of second-hand fur coats which they place in urban surroundings to question today’s relationship between men and animal.

Video auf arte, set auf flickr

Text und Fotos: Melanie Cichos

Spanische Hofreitschule – weitere Attacke in der Stollgasse, Wien… 



Foto des Tages

@Museumsquartier Vienna

POWER UP – Female Pop Art @ Kunsthalle Wien

POWER UP – Female Pop Art entdeckt und interpretiert herausragende Künstlerinnen der Popkunst neu; Pop Art als Kunstrichtung, die bis heute vor allem mit männlichen Protagonisten verbunden wird.

Die 60er, 70er Jahre sind eine Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs, der Massen- und Medienkultur.

Plastik, grelle Farben, reduzierte Formen und graphische Konturen stellen die Materialien und Techniken der Pop Art dar. Die Künstlerinnen folgen dem stilistischen Beispiel der männlichen Dominanz, stellen aber kritische, vor allem feministische Motive in den Vordergrund. Die für ihre „Nana-Figuren“ bekannte Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle ist die berühmteste Künstlerin der Ausstellung. Zusammen mit Christa Dichgans, Rosalyn Drexler, Jann Hoaworth, Dorothy Iannone, Kiki Kogelnik und Weiteren zeigen sie die Oberflächlichkeit der Konsumkultur, setzen sich kritisch mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft auseinander und thematisieren die Klischees der Massenmedien und Superstarerscheinungen.

Künstlerinnen: Niki de Saint Phalle, Evelyne Axell, Sister Corita, Christa Dichgans, Rosalyn Drexler, Jann Hoaworth, Dorothy Iannone, Kiki Kogelnik, Marisol Escobar

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Der besondere Fokus auf weibliche Künstler lässt eine heute äußerst bekannte und beliebte Kunstrichtung in neuem Licht erscheinen. Künstlerinnen wie Nike de Saint Phalle oder Kiki Kogelnik wussten sich in der Kunstszene zu etablieren. Durch solch starke Persönlichkeiten, die ihre Welt aus ungeschönter Sichtweise zeigten, gewann die Problematik der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau an Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung bietet verschiedenste Kunst,- sowie Informationsformen zu Female Pop Art an. Der Betrachter wird auf einfache und auch ausführliche Art und Weise an das Thema herangeführt.

Besonders gefallen haben mir die verschiedensten „Stationen“ der Ausstellung, sowie die Auswahl der Künstlerinnen, die einen äußerst vielseitigen und interessanten Einblick auf die Female Pop Art ermöglichen. Nicht nur bloßer Feminismus ist auf den Leiwänden, Filmen oder Skulpturen zu sehen, sondern vor allem eine neuartige Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist der 60er, 70er Jahre.

Als etwas störend jedoch, konnte man die „aufdringlichen“ Audioaufnahmen empfinden, die während des gesamten Besuchs zu hören sind und teilweise ineinandergreifen.

Zusammenfassend lässt sich POWER UP – Female Pop Art als Ausstellung mit aktuellem Thema, sowie moderner und aufregender künstlerischer Darbietung definieren. Zu sehen in der Kunsthalle Wien im Museumsquatier bis 20. Februar 2011.

Hyper Real @ MUMOK Wien

Die 1960er Jahre waren geprägt vom Aufstieg und der explosiven Verbreitung visueller Massenmedien. Das Fernsehen verbreitete sich rasant in privaten Haushalten, Werbungen machten Rekordausgaben. In den Medien produzierte man eine neue Bildwelt, mit deren permanenten Präsenz sich Künstler und Künstlerinnen begannen auseinanderzusetzen. So entstand neben Pop-Art eine neue realistische Kunst, die mit traditioneller Malerei einen direkten Vergleich mit der Wirklichkeit der Fotografie und des Films zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch suchte.

Hyper Realism oder auch Post Pop Realism oder Sharp Focus Realism genannt, bezieht sich auf die Welt als Bild. Neben der Pop Art entstand eine neue realistische Kunst, die mit den traditionellen Mitteln der Malerei den direkten Vergleich mit der Wirklichkeit des Films, des Fernsehens und der Fotografie suchte. Man wählte möglichst großformatige Bilder. Fotografie wurde bis in den 1970er Jahren als Massenprodukt und Medium für Werbung angesehen, bis sie innerhalb eines Jahrzehnts als Kunstform aufgenommen wurde.

Der Fotorealismus zelebriert die Kunst der Oberfläche mit chromblitzenden Autos, Lichtreflexen auf Fensterscheiben oder der Opulenz von Schaufensterauslagen. Im Gegensatz zur Fotografie, die nur die Schärfeneinstellung auf einen Punkt zuließ, konnten die Künstler des Fotorealismus mithilfe der Malerei auf jedem Punkt des Bildes fotografische Schärfe zeigen. Ein besonderes Medium ist der Spiegel, der nicht nur ein Gegenstand im Bild ist, sondern das ganze Bild bestimmen kann.

Hyper Real zeigt den Fotorealismus im Kontext der Pop Art mit Hauptwerken von Roy Lichtenstein oder Andy Warhol. Die Malereiarbeiten werden durch zeitgenössische Farbfotografien ergänzt. Der Fokus wird hauptsächlich auf amerikanische Künstler gelegt. Aus Europa sind Künstler wie Gerhard Richter, Domenico Gnoli, Jean Olivier Hucleux oder Richard Hamilton zu sehen.

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Die Künstler des Hyper Realism stellen immer wieder die Frage nach dem Stellenwert der Malerei und der Realität des Bildes. Oft benötigt man einen zweiten Blick, um sich der Tatsache bewusst zu werden, dass es sich bei den Werken teilweise um Malerei handelt statt um Fotografie.

Die großformatigen Bilder oder auch lebensgroßen Plastiken stellen eine Wirklichkeit frei von jeglichen Ausschmückungen dar. Man brauchte wohl eine mehrjährige Ausstellungspause, um den Anblick der monumentalen Leinwände erträglich zu machen.
Besonders die Frontalität der ungeschönten Gesichter und ihre Neutralität in Mimik, Ausleuchtung und Hintergrund zielen auf eine maximale Objektivität. Ihre Nähe vermittelt Anziehung und Intimität, aber auch Verwundbarkeit und Befremdung.

Realistische Malerei nimmt Dinge ohne Kommentar hin und ist aus diesem Grund reservierter als Pop Art. Dennoch zieht sie den Betrachter aufgrund der Fragestellung der Wirklichkeit in ihren Band. Ist es Fotografie, ein Lichtabbild der Realität? Oder doch Malerei, hier eine scheinbare per Hand geschaffene Wirklichkeit? Letztendlich gelangt der Betrachter zum Punkt, an dem die Realität an sich in Frage gestellt wird. Was ist schon wirklich?

Eine Ausstellung mit philosophischem Hintergrund und einer spannenden, vielfältigen künstlerischen Darbietung.

Hyper Real – Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie zu sehen im MUMOK vom 22.10.2010 bis 13.02.2011.