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Is Modern Finance Ruining Modern Art?

Illustration by Jordy van den Nieuwendijk

Very interesting article about finance and art by Marc C. Taylor (philosopher of religion and cultural critic):

„Art and money have always been inseparable. As Andy Warhol declared almost four decades ago, “Business art is the step that comes after Art.” During the past several decades, however, this relationship has been transformed by the appearance of a new form of capitalism: finance capitalism.

In previous forms of capitalism — agricultural, industrial and consumer — people made money by buying and selling labor and material goods; in finance capitalism, by contrast, wealth is created by circulating signs backed by nothing other than other signs. When investment becomes more speculative, the rate of circulation accelerates and the floating signifiers, which now constitute wealth, proliferate. (…) “

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Polaroid Workshop und Ausstellung @ WestLicht

Anlässlich der Feier von 10 Jahren WestLicht und 20 Jahren Leica Shop präsentiert die Ausstellung POLAROID [IM]POSSIBLE – The WestLicht Collection einen Teil der 2009 erworbenen europäischen Polaroid Sammlung. Der historische Bestand von Edwin Land (Erfinder des Polaroid-Trennbildfilm-Verfahrens) umfasst rund 4400 Werke von 800 internationalen Künstlern.  Ebenfalls vertreten sind Arbeiten jüngerer Künstler wie Nobuyoshi Araki, Daido Moriyama oder Stefanie Schneider.

„Der ästhetische Zweck der Sofortbildfotografie ist es, all denen, die ein künstlerisches Interesse an der Welt haben, ein neues Ausdrucksmedieum zu Verfügung zu stellen.“  (Edwin Land 1948)

1947 stellte Edwin Land in New York das revolutionäre Verfahren vor, das fertige Fotografien innerhalb einer Minute produzierte. Als er zwei Jahre später Ansel Adams kennenlernte, der die Kunst der Fotografie ebenso wie die Technik perfekt beherrschte, entstand das geniale Unternehmens- und Sammlungskonzept von Polaroid: Das Sofortbildmaterial wurde von Künstlern und Fotograen erprobt, die so an der stetigen Entwicklung und Verbesserung der Filme mitwirkten. As Mentor der ersten Stunde regte Adams an, Ausstellungen mit den besten Sofortbildern bedeutender amerikanischer Fotokünstkler zu realisieren. Daraufhin kamen in den 1950er Jahren weitere Berater zu Polaroid, unter anderem Minor White, Paul Caponigro und William Clift. Ihre Fotografien bildeten die Grundlage der Polaroid Collection.
Aus der beratenden Tätigkeit von Künstlern ging in den frühen 1960er Jahren ein spezielles Förderprogramm hervor. Es war der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit mit einzelnen Fotografien, die Kameras und Filme in Tausch gegen ausgewählte Werke erhielten. Viele Teilnehmer dieses Sammlungsprogramms waren renommierte Fotografen auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Daneben war Polaroid vor allem an jungen aufstrebenden Nachwuchskünstklern interessiert.

Die spezifische Originalität und Magie der Sofortbildkunst widmet sich die Ausstellung in vier Kapiteln: INTEGRAL FILM, PEEL APART FILM, POSITIVE/NEGATIVE FILM und INSTAND SLIDE FILM. Die Bilder werden im Kontext der unterschiedlichen Kameras und Filmtypen vorgestellt, bis hin zu den faszinereden Großbildformaten von 50 x 60 cm.

(Quelle: Ausstellungspublikation From Polaroid to Impossible, WestLicht)

 

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Der Impossible Shop in Wien organisierte zusammen mit der WestLicht Galerie ein Workshop für Polaroid-Interessierte. Der Workshop umfasste einen Austellungsrundgang im WestLicht sowie die Möglichkeit selbst Hand zu nehmen und verschiedene Techniken und Polaroid-Kameratypen auszuprobieren.

Der Ausstellungsrundgang konzentrierte sich vor allem auf das Vorstellen der Sammlung, sowie die Geschichte (vor allem der technischen Entwicklungen) von Polaroid. Auf einzelne Werke wurde leider kaum eingegangen, sodass der Rundgang relativ kurz fiel.

Beim Workshop präsentierte die Impossible Shop Leiterin Sarah Jungreithmayr verschiedene Polaroid-Kameratypen und ihre jeweilige Funktion. Die entstandenen Fotos wurden zerlegt, um ihre Beschaffenheit zu zeigen, aber auch eine spezielle Technik die das Positiv des Fotos auflöst und auf Papier bringt. Die Filme wurden zur Verfügung gestellt, somit konnte man sich mit verschiedensten Kameras austoben, sich von den Ausstellungsfotos inspirieren lassen und seiner Kreativität freien Lauf lassen. Preis-Leistungsverhältnis stimmte (Anmerkung: ein Film mit 8 Polaroid-Fotos 17,- bis 18,- Euro), optimal wäre es durch einen etwas längeren Rundgang durch die Ausstellung gewesen. Ansonsten empfehlenswert!


 

Ausstellung POLAROID [IM]POSSIBLE – WESTLICHT COLLECTION

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BANKSY – Exit Through The Gift Shop @ Gartenbaukino Wien

Banksy ist ein Street Art Künstler aus Bristol, England,  der vor allem durch seine politische wie auch gesellschaftskritische Kunst berühmt geworden ist. Seine Arbeiten, oftmals Schablonengraffitis, beinhalten kompakte Botschaften, leicht verständlich für ein breites Publikum. Banksy’s starke mediale Präsenz entspringt aus der Provokation seiner Werke: zu sehen sind seine Arbeiten unter anderem in New Orleans, wo sie nach der Heimsuchung durch den Wirbelsturm Katrina entstanden, aber auch auf der Mauer im palästinensischen Westjordanland.

Durch den starken und stetig wachsenden Marktbedarf für Street Art, werden die Wände seiner Werke entnommen und für hohe Summen in Auktionshäusern und Galerien verkauft. Ein Paradox für den Künstler, der dieses kapitalistische System kritisiert.

Exit Through The Gift Shop“, sein erster Spielfilm, ist eine ironische Darstellung dieses Widerspruchs.

Hauptperson dieser Mischung aus Mockumentary, Dokufiktion und Kunstfilms ist keinesfalls Banksy selbst, sondern Thierry Guetta aka Mr. Brainwash. Ein Erzähler führt über die Geschichte des französischen Hobby-Filmemachers und Künstlers.

Thierry Guetta lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Los Angeles. Der etwas kräftige und im 60s Look aussehende Mann hat ein besonderes Hobby: fast jede Minute seines Lebens zu filmen. Sein Cousin ist der bekannte Street Art Künstler Space Invader. Durch ihn beginnt er sich für Street Art zu faszinieren und filmt weitere Künstler wie Zevs, Swoon, Ron English und auch Shepard Fairey. Er begleitet die Künstler während ihrer Aktionen und hält jeden Moment mit seiner Kamera fest. Mit der Zeit stellt sich die Frage nach einem Endziel und vor allem Sinn hinter der Filmerei.


Thierry beschließt eine Street Art Dokumentation in Angriff zu nehmen und hat ab dem Zeitpunkt nur eines im Sinn: den berühmteste Street Art Künstler Banksy zu filmen – keine allzu leichte Aufgabe, denn der Banksy ist ein Meister der Tarnung. Thierry spricht von einer höheren Bestimmung als Shepard Fairey ihm ein Treffen mit Banksy ermöglicht. Die Künstler sind alle zunächst skeptisch sich bei ihren illegalen Eingriffen im urbanen Raum filmen zu lassen, freunden sich aber zunehmend damit an, dass ihre ephemeren Kunstwerke auf Film festgehalten werden.

Thierrys Doku „Remote Control“ wird zu einem „überlangen Alptraum-Trailer“. Banksy rät ihm daher es selbst mit Street Art zu versuchen und nimmt das nötige Filmmaterial von Thiery um „Exit through the Gift Shop“ zu produzieren.

Thiery freundet sich mit seinem Künstlerdasein immer mehr an und greift die Methoden seiner Street Art Freunde auf, um nicht zu sagen er kopiert sie. Mit Künstlernamen Mr. Brainwash plant er seine große Ausstellung „Life is beautiful“ und stellt einige Arbeitskräfte ein, die für ihn mittels Photoshop und Kopierer „Kunst“ entwerfen und folgt demnach auch in seinen Werken ganz dem Beispiel Andy Warhols.

Die größenwahnsinnige Ausstellung wurde 2008 zum vollen Erfolg, und brachte Thiery über eine Million Dollar ein. Street Art wurde zum reinen Kommerzprodukt getrieben durch medialen Hype. Aus Angst etwas „Großes“ zu verpassen, strömten die Menschen in die Ausstellungen und kauften die Kunstwerke zu jeglichen Preisen – die Kunst selbst gibt es nicht mehr, oder wird zu vollkommener Nebensache. Ist Kunst somit nur ein Scherz? Raus auch aus diesem Dilemma geht es dann nur noch durch den Souvenirladen – „Exit Through The Gift Shop“.

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Banksys Film, der meiner Meinung nach zu sehr als ein Film über Banksy verkauft wird, demnach auch die Erwartung oftmals eine ganz andere ist, zeigt die offene Angst vor einem Aussterben der Werte der Street Art. Mit äußerst humorvollen, ironischen und zynischen Kommentaren gibt Banksy einen Einblick in die Welt der Street Art und reflektiert auf unaufdringlicher Art und Weise das Verhältnis zu Kunst und Kommerz.

„Ich wollte einen Film machen, der für Street Art das bewirkt, was „Karate Kid“ für den Kampfsport bewirkt hat – ein Film, der jedes Schulkind dazu bewegen würde eine Spraydose in die Hand zu nehmen und los zu legen. Aber wie sich herausstellt, haben wir einen Film gemacht, der für Street Art so viel getan hat, wie der „Der weiße Hai“ für den Wassersport.“ (Banksy)

Zu sehen im Gartenbaukino Wien.



Hyper Real @ MUMOK Wien

Die 1960er Jahre waren geprägt vom Aufstieg und der explosiven Verbreitung visueller Massenmedien. Das Fernsehen verbreitete sich rasant in privaten Haushalten, Werbungen machten Rekordausgaben. In den Medien produzierte man eine neue Bildwelt, mit deren permanenten Präsenz sich Künstler und Künstlerinnen begannen auseinanderzusetzen. So entstand neben Pop-Art eine neue realistische Kunst, die mit traditioneller Malerei einen direkten Vergleich mit der Wirklichkeit der Fotografie und des Films zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch suchte.

Hyper Realism oder auch Post Pop Realism oder Sharp Focus Realism genannt, bezieht sich auf die Welt als Bild. Neben der Pop Art entstand eine neue realistische Kunst, die mit den traditionellen Mitteln der Malerei den direkten Vergleich mit der Wirklichkeit des Films, des Fernsehens und der Fotografie suchte. Man wählte möglichst großformatige Bilder. Fotografie wurde bis in den 1970er Jahren als Massenprodukt und Medium für Werbung angesehen, bis sie innerhalb eines Jahrzehnts als Kunstform aufgenommen wurde.

Der Fotorealismus zelebriert die Kunst der Oberfläche mit chromblitzenden Autos, Lichtreflexen auf Fensterscheiben oder der Opulenz von Schaufensterauslagen. Im Gegensatz zur Fotografie, die nur die Schärfeneinstellung auf einen Punkt zuließ, konnten die Künstler des Fotorealismus mithilfe der Malerei auf jedem Punkt des Bildes fotografische Schärfe zeigen. Ein besonderes Medium ist der Spiegel, der nicht nur ein Gegenstand im Bild ist, sondern das ganze Bild bestimmen kann.

Hyper Real zeigt den Fotorealismus im Kontext der Pop Art mit Hauptwerken von Roy Lichtenstein oder Andy Warhol. Die Malereiarbeiten werden durch zeitgenössische Farbfotografien ergänzt. Der Fokus wird hauptsächlich auf amerikanische Künstler gelegt. Aus Europa sind Künstler wie Gerhard Richter, Domenico Gnoli, Jean Olivier Hucleux oder Richard Hamilton zu sehen.

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Die Künstler des Hyper Realism stellen immer wieder die Frage nach dem Stellenwert der Malerei und der Realität des Bildes. Oft benötigt man einen zweiten Blick, um sich der Tatsache bewusst zu werden, dass es sich bei den Werken teilweise um Malerei handelt statt um Fotografie.

Die großformatigen Bilder oder auch lebensgroßen Plastiken stellen eine Wirklichkeit frei von jeglichen Ausschmückungen dar. Man brauchte wohl eine mehrjährige Ausstellungspause, um den Anblick der monumentalen Leinwände erträglich zu machen.
Besonders die Frontalität der ungeschönten Gesichter und ihre Neutralität in Mimik, Ausleuchtung und Hintergrund zielen auf eine maximale Objektivität. Ihre Nähe vermittelt Anziehung und Intimität, aber auch Verwundbarkeit und Befremdung.

Realistische Malerei nimmt Dinge ohne Kommentar hin und ist aus diesem Grund reservierter als Pop Art. Dennoch zieht sie den Betrachter aufgrund der Fragestellung der Wirklichkeit in ihren Band. Ist es Fotografie, ein Lichtabbild der Realität? Oder doch Malerei, hier eine scheinbare per Hand geschaffene Wirklichkeit? Letztendlich gelangt der Betrachter zum Punkt, an dem die Realität an sich in Frage gestellt wird. Was ist schon wirklich?

Eine Ausstellung mit philosophischem Hintergrund und einer spannenden, vielfältigen künstlerischen Darbietung.

Hyper Real – Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie zu sehen im MUMOK vom 22.10.2010 bis 13.02.2011.

Street and Studio – Von Basquiat bis Séripop @ Kunsthalle Wien

Street and Studio  – Von Basquiat bis Séripop behandelt die Bereiche künstlerischer Aktion in denen es zu Überschneidungen im öffentlichen Raum und Atelier kommt. Die Straße, der öffentliche Raum, steht für schnelles, spontanes Schaffen, das oft auch illegal und unter großem Zeitdruck vor sich geht. Das Atelier ist das traditionelle Umfeld des Künstlers, in dem dieser nach seiner Inspiration und künstlerischen Produktivität in Ruhe arbeiten kann.

Im Zentrum von Street and Studio steht die Arbeit von Jean-Michel Basquiat (1960-1988), der Straße und Atelier nicht als Gegensatz betrachtete, sondern seine Themen und Motive aus ihr gewann und daraus eine unverwechselbare künstlerische Handschrift entwickelte.

Basquiats Werke werden mit Arbeiten von KünstlerInnen nachfolgender Generationen von Sophie Calle über Dara Birnbaum und Robin Rhode bis Shaun Gladwell in Beziehung gesetzt, welche die Faszination für die ästhetische Revolte im öffentlichen Raum widerspiegeln. Jüngere Vertreter von Neoexpressionismus bis Streetart von Séripop und Banksy zeigen, wie sich die Dynamik von Plakaten, Graffititechniken und Performances unter den zeitgenössischen Ausdrucksbedürfnissen und neuen Medien transformiert haben.

Die Grenzen zwischen Atelier und Straße lösen sich auf, der öffe ntliche Raum wird zu einem Ort der Kommunikation und der Verbindung zu einer Gegenwelt künstlerischer Freiheit: „…die Straßen erscheinen mir wirklich toll, sie sehen aus wie Kunstwerke….ich wollte die Stadt rot anmalen, ich wollte sie schwarz anmalen.“ (Jean-Michel Basquiat).

Als freier und entkommerzialisierter Bereich ist der öffentliche Raum dem Spannungsverhältnis zwischen Möglichkeiten und Verboten ausgesetzt. Die KünstlerInnen re-interpretieren bekannte Zeichen und Codes. In einem Aufstand der Zeichen reichte schon bald ein normaler tag im Wettstreit um Ruhm nicht mehr aus, da es in der Masse unterging. Qualität wurde wichtiger als Quantität. Man begann die Schriften, größer und aufwändiger zu gestallten wonach sich der Ausdruck piece entwickelte. Die Techniken entwickelten sich weiter und es kam zu einer Vielfalt urbaner künstlerischer Interventionen, die heute als Streetart bekannt ist.

Stencilart, das Arbeiten mit pochoirs beziehungsweise Schablonen, ist eine spezielle Technik von Graffiti und Streetart, die ihre oft semiabstrakten Tags durch konkrete Formen und klare Motive ersetzt. Die erzählende Eigenschaft der Arbeiten, die häufig an Comic-Ausschnitte erinnern, wird erhöht.

KünstlerInnen

Rita Ackermann / Charlie Ahearn / Eric Andersen / Kader Attia / Banksy / Jean-Michele Basquiat / Data Birnbaum / Blek le Rat / BLU / Sophie Calle / Francesco Clemente / Jane Dickson / Brad Downey / Christian Eisenberger / Futura / Dani Gal / Ingo Gienzendanner (GRRRR) / Shaun Gadwell / Keith Haring / Jenny Holzer / Mark Jenkins / Leopold Kessler / Lady Pink / Sol LeWitt / Basim Magdy / Art Marcopoulos / miz JUSTICE /Ramm:ell:zee/ Robin Rhode / Evan Roth / Séripop / Rita Vitorelli/ Andy Warhol

Jean Michel Basquiat wurde in Brooklyn als Sohn eines haitianischen Vaters und einer puerto-ricanischen Mutter geboren, mit der er schon als Kind regelmäßig New Yorker Museen besuchte. Als er 1968 Opfer eines schweren Autounfalls wurde und einen Monat im Krankenhaus bleiben musste, schenkte ihm seine Mutter Gray’s Anatomy, ein 1901 von Henry Gray herausgegebenes Nachschlagewerk mit eindrücklichen 1.247 anatomischen Gravuren. Die Illustrationen übten eine nachhaltige Wirkung auf ihn aus. So nannte er etwa die in den späten Siebzigerjahren von ihm gegründete Band „Gray“ (Musikvideo).

1982 begann seine internationale Karriere: Basquiat war der jüngste von 176 KünstlerInnen, deren Werk bei der „documenta 7“ in Kassel präsentiert wurde. Immer auch mit der Subkultur in Berührung, gestaltete er Plattencovers für befreundete Künstler wie die Rapper Fab 5 Freddy, Toxic, A-One und Ramm:ell:zee und verkehrte regelmäßig als Gast DJ und Interpret bei den hippen Clubs von New York und Los Angeles.

Ab 1983 intensivierte sich seine Freundschaft mit Andy Warhol was zu verschiedenen gemeinsamen Projekten führte. 1984 stellte Basquiat als einer der ersten afroamerikanischen Künstler im Museum of Modern Art in New York aus. Es folgte eine Phase intensiver Ausstellungs-und Reisetätigkeit bis ins Jahr 1987. Ein Jahr nachdem Andy Warhol, sein wichtiger Mentor, am 27.Februar 1987 überraschend ums Leben gekommen war, starb Basquiat 27-jährig an einer Drogenüberdosis. Trotz seines frühen Todes erschuf der Autodiktat ein imposantes Werk mit einer unbekehrbaren Handschrift. Sein Freund der Rapper und Sprayer Fab 5 Freddy aka Fred Bradawake, äußerte sich folgendermaßen treffend dazu: „Ich glaube Jean-Michel lebte wie eine Flamme. Er brannte strahlend hell. Dann ging das Feuer aus. Doch die Glut ist noch nicht erloschen.“ (2007)

KuratorInnen: Cathérine Hug, Thomas Mießgang

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Neben den vielen Werken von Jean-Michel Basquiat, einer enormen Collage-Installation von Séripop, „versteckte“ Menschenfiguren von Mark Jenkins und einigen Videos über Streetart von Banksy bis Blu, zeigte sich mein Interesse auch den „kleineren“ und weniger prominenten KünstlerInnen der Streetart Szene. So gefiel mir besonders ein Video über den schweizer „Strichmännchenkünstler“ Harald Naegeli, der aufgrund seines Sprühens minimalistischer Figuren im öfftenlichen Raum, verhaftet wurde. Naegeli wuchs noch ganz im Einfluss des Dadaismus auf. So erschien ihm Graffiti oder Streetart als neue Form künstlerischer Rebellion gegen eine uniformierte Stadt als besonders ansprechend. Seine Gefängnisstrafe sah er nicht als Demütigung an, doch fragte er sich welcher Künstler aufgrund seiner Kunst schon ins Gefängnis landen musste. „So endet man mit Gekrikel und Gekrakel…(er lacht)…ist natürlich nur eine Vorstufe.“

Die Ausstellung zeigte neben international bekannten auch lokale Streetartkünstler wie miz JUSTICE oder Christian Eisenberger.

Street and Studio befasst sich mit einer umfangreichen Sammlung der Streetart in all ihren Formen. Die Ausstellung hilft zum Verständnis der Entwicklung dieser künstlerischen Bewegung und bietet eine äußerst ansprechende Darbietung einer modernen und hochaktuellen Kunstepoche.

Unbedingt empfehlenswert für solche die Streetart als eigenständige Kunstrichtung bereits für sich entdeckt haben.

Street and Studio – Von Basquiat bis Séripop

25.Juni bis 10. Oktober 2010 in der Kunsthalle Wien

Andy Warhol @ Albertina

Eröffnungsabend von Andy Warhol/Cars am Do 21. Jänner.

Angekommen in der Albertina gab es kaum eine Chance einen Sitzplatz im Hörsaal zu finden. Eng aneinandergequetscht und unter teils sehr ungeduldigen Kunstliebhabern eröffnete wie gewohnt der Direktor der Albertina Klaus Albrecht Schröder die Ausstellung. Erzählt wurde über die Besonderheit Andy Warhols, zu damaliger Zeit, wie auch heute. Passend zum Thema Cars erzählte der ehemalige Formel 1 Weltmeister Niki Lauda, sowie die Verkehrsministerin Doris Bures über die Verbindung, die der Mensch mit dem Automobil hat. Besonders beeindruckend fand ich die Rede Niki Laudas. Die Wirkung eines Autos auf ihn sei eine äußerst besondere und starke. Nach einer langen Karriere als Rennfahrer konnte auch er die Entwicklung des Autos bis zu dem was es heute ist, genau verfolgen und miterleben. Eines seiner Wünsche wäre es, einen kurzen Blick in die Zukunft zu wagen und „das Auto“ in 100 Jahren zu sehen.



Die Entwicklung der deutschen Automarke Mercedes wird in der Serie widergegeben. Andy Warhol wurde damals beauftragt zum 100-jährigen Jubiläum die vollständige Entwicklung anhand acht ausgewählter Mercedes Typen mit seiner Kunst zu dokumentieren. Aufgrund seines plötzlichen Todes konnte der Auftrag leider nie beendet werden. Kern der Ausstellung bilden somit die erhaltenen 35 Siebdrucke von Andy Warhol gefolgt von Werken wie die Air-brush Gemälde von Robert Longo (*1953), sechs Videofilme von Sylvie Fleurys (*1961) und die Skulpturengruppe von Vincent Szarek (*1973).

Nach dem äußerst interessanten Vortrag im Hörsaal besichtigte ich nun endlich die Ausstellung. Es war das erste Mal, dass ich eine Andy Warhol Sammlung zu Gesicht bekam und war besonders erfreut einige Bilder wiederzuerkennen. Was heute als Sensation gilt und somit auch zum Erfolg der Ausstellung führt, ist selbstverständlich die besondere Inszenierung des Motivs durch Warhol. Seine Kunst wurde anfangs nicht akzeptiert, galt demnach nicht als kunstreif. Mit der Zeit gewann der Vertreter der Pop-Art immer mehr an Anerkennung und Popularität, vor allem durch die Darstellungvon Ikonen wie Elvis Presley oder Madonna. Bekommt man heute eines dieser Ikone Gemälden zu Gesicht fallen nur wenigen Menschen der Name Warhol nicht ein. Sein Stil ist unverwechselbar und auch in der heutigen Zeit noch sehr beliebt. Um jedoch die Reaktion der Kunstkritiker zur damaligen Zeit zu verstehen, versuchte ich die Gemälde mit den „Augen von damals“ zu sehen und legte jede bekannte, vor allem kommerzielle Assoziation mit diesen ab. Erstaunt war ich zuerst über die Größe einiger Gemälde, die einen entscheidenden Part in der Gesamtwirkung seiner Kunst für mich darstellte. Zweitens beobachtete ich die Farbwahl der Bilder. Die Großflächigkeit und starken Farben verursachen ein Trennen des Motivs mit dem Hintergrund, was jedoch wieder aufgehoben wird durch das Verfließen (den ungenauen Siebdruck) der aufgetragenen Farbschichten. Gemalt hat er nicht, sondern das schon vorhandene verarbeitet und somit eine neue Kunstform und Sichtweise der Symbolik erstellt. Durch die akustische Installtion von Vincent Szarek Moving in Stereo bekam der Raum, in dem sich auch das größte Gemälde Warhols Formula 1 Car W196 R (1954) befand, einen besonderen Flair und schuf eine modern alternative (unüblich wie sonst bei anderen Ausstellungen) Atmosphere. Vielleicht wurde man durch die eine oder andere Kamera beim Ansehen der Gemälde gestört, doch letztendlich ging ich nach einem kurzen netten Gespräch mit Gottfried Helnwein und Fotoshooting mit Niki Lauda erfreut und voller neuer Eindrücke aus der Albertina – eine gelungene, moderne und sehenswerte Austellung.