Posts Tagged ‘ contemporary art ’

Gourmandise parisienne – erste Eindrücke von Paris

NORBERT ARTNER – Studios

Seit knapp vier Jahren arbeitet der österreichische Künstler Norbert Artner an einem Werkkomplex von fotografischen Bildern über Ateliers. Ausgangspunkt seiner Werke ist ein dreifaches Interesse an die Produktionsbedingungen von Kunst: die unterschiedlichen künstlerischen Arbeitsweisen und Zugänge, die atmosphärische Wirkung der Ateliers und der experimentelle Charakter der Orte. Sein Ziel sind Aufnahmen, die im Prozess ihrer Entstehung selbst ein Äquivalent zum Thema Atelier bilden. Mehr auf norbertartner.com.

ROA hits VIENNA [Decomposition @ Inoperable Gallery + Painting Session Naschmarkt]

Der international renommierte Künstler ROA hat zum ersten Mal in Österreich seine Einzelausstellung in der INOPERAbLE Gallery. Durch das Artist-in-Residence Programm des quartier21 verbrachte der Künstler das letzte Monat in Wien, um die Arbeiten für die Ausstellungen, sowie das geplante Projekt des MQ (Gestaltung des Liftturms in der Street Art Passage Wien) zu kreieren.

Die Vernissage der Ausstellungver „Decomposition“ fand am Freitag statt und war ein voller Erfolg. Viele der Arbeiten waren schon vor der Eröffnung mit dem roten Punkt markiert.

ROAs Arbeiten konzentrieren sich auf die lokale Tierwelt der jeweiligen Stadt. Der Künstler verwendet bereits gebrauchtes Material als zeichnerische Unterlage, welche er aus den örtlichen Flohmärkten, Second-Hand und Antiquitäten Läden entnimmt. Aufgrund der eher sauberen Erscheinung der Stadt Wiens, hat ROA Präparatoren-Ateliers besucht und Giraffen-/Nilpferdschädel für die Ausstellung genommen. Die Arbeiten sind primär schwarz/weiß gehalten. Eine korrekte Anatomie der jeweiligen Tiere spielen für den Künstler ebenfalls eine Rolle.

Während der Ausstellung durfte ich den publikumsscheuen Künstler kennenlernen. Mit seinen tiefen Augenringen, eher introvertier Haltung und in blauem AGE OF THE MAMMALS Shirt sprach er mit mir über seine Zeit in Wien, was ihn inspiriert und welche Projekte in den kommenden Tagen anstehen. Sein nächstes Ziel führt ihn nach Austrialen. Um sein Gesicht zu bewahren, fotografierte ich nur sein Shirt.

Sonntag Nachmittag traf ich ROA nochmals bei seiner Mal-Session am Naschmarkt.

Mehr Fotos auf flickr und facebook.

ARAS KARIMI – ohne Titel

Aras Karimi sieht das Medium der Fotografie als eine Beziehung zwischen Licht und Film: Licht als spielerischer Akteur und Film als seriöser Registrator. Licht ist das Subjekt seiner Arbeiten. Ungleich üblicher fotografischer Prozesse, erstellt der Künstler keine Szenerien, die eine Geschichte offenbaren, sondern zeigt sein Subjekt als den Erzähler selbst. Karimi stellt ihn in subtiler, aber doch gefühlvoller Art und Weise dar.

Alle Fotografien sind ohne Titel. Dadurch erhält der Betrachter die Chance eigene ungebundene visuelle Erlebnisse zu erfahren, während sie mit dem vom Künstler erschaffenen Ausdruck koinzidieren. Die Fotografien sind demnach eine Reflexion einer Vision, einer Emotion des Moments ohne jeglichen rationalen Sinn.

Mehr auf araskarimi.com.

art austria 2011 @ Leopold Museum Wien

Die Kunstmesse art austria präsentiert bereits zum 4. Mal ausschließlich österreichische Kunst (ab dem 19. Jahrhundert bis heute). Noch bis 8.Mai im Leopold Museum.

her ARTic impressions zur Kunstmesse:

(flickr set + facebook album)

Aussteller:

Galerie bei der Albertina• Zetter
Amartis
artdepot
Artmark Galerie Wien
Galerie Austria
Galerie Bäckerstrasse 4
Galerie Bienenstein
Galerie Chobot
Kunsthandel Czaak
DavisKlemmGallery
Galerie Wolfgang Exner
Galerie Johannes Faber
Kunsthandel Freller
Galerie Gans
Galerie Gerersdorfer
Galerie Gerlich
Kunsthandel Cajetan Gril
Galerie Ernst Hilger
Galerie Ulrike Hrobsky
Galerie Hummel
Galerie Kaiblinger
Galerie Konzett
Galerie Kopriva
Galerie Kovacek & Zetter
Kovacek Spiegelgasse
Galerie Krinzinger
Kro Art Contemporary
Galerie Lang Wien
Lilly’s Art
Galerie Magnet
Galerie Maier
Mario Mauroner Contemporary Art
Galerie Peithner-Lichtenfels
Galerie Rhomberg
Galerie Ruberl
Galerie Schmidt
Galerie in der Schmiede
Kunsthandel Schütz
Galerie nächst St. Stephan
Galerie Steinek
Galerie Martin Suppan
Galerie Elisabeth & Klaus Thoman
Galerie Walfischgasse
Galerie Judith Walker
Galerie Welz
Kunsthandel Widder
Galerie Erhard Witzel
Galerie Zimmermann Kratochwill
ZS Art

Hyper Real @ MUMOK Wien

Die 1960er Jahre waren geprägt vom Aufstieg und der explosiven Verbreitung visueller Massenmedien. Das Fernsehen verbreitete sich rasant in privaten Haushalten, Werbungen machten Rekordausgaben. In den Medien produzierte man eine neue Bildwelt, mit deren permanenten Präsenz sich Künstler und Künstlerinnen begannen auseinanderzusetzen. So entstand neben Pop-Art eine neue realistische Kunst, die mit traditioneller Malerei einen direkten Vergleich mit der Wirklichkeit der Fotografie und des Films zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch suchte.

Hyper Realism oder auch Post Pop Realism oder Sharp Focus Realism genannt, bezieht sich auf die Welt als Bild. Neben der Pop Art entstand eine neue realistische Kunst, die mit den traditionellen Mitteln der Malerei den direkten Vergleich mit der Wirklichkeit des Films, des Fernsehens und der Fotografie suchte. Man wählte möglichst großformatige Bilder. Fotografie wurde bis in den 1970er Jahren als Massenprodukt und Medium für Werbung angesehen, bis sie innerhalb eines Jahrzehnts als Kunstform aufgenommen wurde.

Der Fotorealismus zelebriert die Kunst der Oberfläche mit chromblitzenden Autos, Lichtreflexen auf Fensterscheiben oder der Opulenz von Schaufensterauslagen. Im Gegensatz zur Fotografie, die nur die Schärfeneinstellung auf einen Punkt zuließ, konnten die Künstler des Fotorealismus mithilfe der Malerei auf jedem Punkt des Bildes fotografische Schärfe zeigen. Ein besonderes Medium ist der Spiegel, der nicht nur ein Gegenstand im Bild ist, sondern das ganze Bild bestimmen kann.

Hyper Real zeigt den Fotorealismus im Kontext der Pop Art mit Hauptwerken von Roy Lichtenstein oder Andy Warhol. Die Malereiarbeiten werden durch zeitgenössische Farbfotografien ergänzt. Der Fokus wird hauptsächlich auf amerikanische Künstler gelegt. Aus Europa sind Künstler wie Gerhard Richter, Domenico Gnoli, Jean Olivier Hucleux oder Richard Hamilton zu sehen.

her ARTic impression:

Die Künstler des Hyper Realism stellen immer wieder die Frage nach dem Stellenwert der Malerei und der Realität des Bildes. Oft benötigt man einen zweiten Blick, um sich der Tatsache bewusst zu werden, dass es sich bei den Werken teilweise um Malerei handelt statt um Fotografie.

Die großformatigen Bilder oder auch lebensgroßen Plastiken stellen eine Wirklichkeit frei von jeglichen Ausschmückungen dar. Man brauchte wohl eine mehrjährige Ausstellungspause, um den Anblick der monumentalen Leinwände erträglich zu machen.
Besonders die Frontalität der ungeschönten Gesichter und ihre Neutralität in Mimik, Ausleuchtung und Hintergrund zielen auf eine maximale Objektivität. Ihre Nähe vermittelt Anziehung und Intimität, aber auch Verwundbarkeit und Befremdung.

Realistische Malerei nimmt Dinge ohne Kommentar hin und ist aus diesem Grund reservierter als Pop Art. Dennoch zieht sie den Betrachter aufgrund der Fragestellung der Wirklichkeit in ihren Band. Ist es Fotografie, ein Lichtabbild der Realität? Oder doch Malerei, hier eine scheinbare per Hand geschaffene Wirklichkeit? Letztendlich gelangt der Betrachter zum Punkt, an dem die Realität an sich in Frage gestellt wird. Was ist schon wirklich?

Eine Ausstellung mit philosophischem Hintergrund und einer spannenden, vielfältigen künstlerischen Darbietung.

Hyper Real – Die Passion des Realen in Malerei und Fotografie zu sehen im MUMOK vom 22.10.2010 bis 13.02.2011.

David B. Smith Gallery

Kris Lewis  „White Flag“

Galerie in Denver, USA www.davidbsmithgallery.com