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JR Women are heroes – BLK RIVER Festival Opening

Der französische Künstler JR präsentierte im Rahmen der feierlichen Eröffnung des BLK RIVER-Festivals 2011 seinen Film „Women Are Heroes“, eine Dokumentation, die Einblicke in das Leben von Frauen in Brasilien, Kenia und Kambodscha gibt, die heldenhaft ihren täglichen Kampf gegen sexuelle Repression, Armut und Ungerechtigkeit führen.
Heldinnen in einem sehr realen Sinne, die der Künstler JR nicht nur filmt, sondern auch fotografiert, um dann diese leuchtenden, larger-than-life Porträts der Frauen an Gebäuden und Wänden in ihrer unmittelbaren Umgebung anzubringen, um somit auf ihr Leben aufmerksam zu machen. (www.blkriver.at)
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her ARTic impression:
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Frauen mit Geschichten, mit Narben, voller Hoffnung und voller Stärke und doch: ohne Stimme. JR’s Film „Women are heroes“ ist ein Appell an das Menschliche. Die Protagonistinnen sind einfache Frauen aus Favellas, armen Dörfern und Slums, die ihre Lebensgeschichten offenbaren.
Der französische Künstler gibt diesen Frauen eine Stimme und bringt den Spiegel ihrer Seele nach außen. Große Plakate von schwarz-weiß Fotografien zeigen ihre Augen angebracht auf den Fassaden, den Leinwänden der Städte und Dörfer. Nicht um der Kunstwillen, nicht um Ruhm oder Geld handelt es sich, sondern rein um die Geschichte, um die Frauen, um die Menschen, das Menschliche. JR bringt Kunst, wo es sie in der Form nicht gibt und offenbart den Einwohnern eine neue Möglichkeit der Kommunikation, öffnet ihren Horizont und gibt ihnen Hoffnung.
Mittlerweile ist der Künstler weltweit bekannt und erfolgreich. Mit seinem Projekt „Inside Out“ gewann er den TED Prize 2011. „How can art save the world?“ ist die Frage im Laufe seiner Rede. Seine Antwort:“My wish is not to save the world, but to change the world!“

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Die Extraportion Reinheit: JR arbeitet ohne Sponsoren, ohne namentliche Erwähnung von Konzernen. Alle Projekte wurden durch Spenden finanziert.

„Women are heroes“, meiner Meinung nach mehr Kunstfilm, als ein einfaches nettes Kinoerlebnis, konzentriert sich auf die Inhalte und schafft es das Ganze noch schmackhaft für das Auge zu machen. Aufwendig kreierte Zeitraffer und Reverse-Filter bilden die spannenden Effekte im Film. Die Zuordnung „Kunstfilm“, könnte man vielleicht aufgrund dem hohen dokumentarischen Wert bestreiten.

Alles in allem: absolut sehenswert. Nebenwirkungen: Gänsehaut, Tränen, Lachen und Lebensfreude.

P.S.: JR’s Filmtrailer war übrigens mein erster Blog-Eintrag am 11.04.2010 auf artpjf. Wie die Zeit vergeht!

Interview IAN PONS JEWELL

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Ian Pons Jewell ist ein spanischer professioneller Filmemacher mit Wohnsitz in London. Ian hat bereits als Produzent und Regisseur bei Bühnenstücken, Musikvideos und als Sound-editor für Langfilme gewirkt, sowie eine Anzahl von Kurzfilmen produziert. Im Interview gibt er Einblick in  seine Herangehensweise im filmischen Prozess, sowie Illustration und Überblick seiner neusten Projekte.

Ian Pons Jewell is a Spanish professional filmmaker residing in London. Ian has worked as producer and director in stage play, music videos and worked as a sound editor for feature length-films and produces a number of short films. In the interview he gives an insight into his approach in the cinematic process, as well as illustration and provides an overview of his latest projects.

artpjf: Stell’ Dich bitte kurz vor.

First give us some general information about yourself.

I.P.J.: Mein Name ist Ian Pons Jewell. Ich bin Filmproduzent und lebe in Elephant and Castle, im Süden Londons in einem ehemaligen Bankgebäude. Vor 6 Jahren habe ich mein Studium begonnen und produziere seitdem meistens Musik-Videos und Kurzfilme. In London habe ich bei zwei kurzen Filmen Regie geführt, die für eine Woche in Dublin zu sehen waren. Ich illustriere auch sehr gerne, meistens wenn ich eine Abwechslung vom Prozess des Filmemachens brauche. Derzeit arbeite ich am Regiebuch für ein Stück von Damian Le Bas, das hoffentlich, im September aufgeführt wird.

My name is Ian Pons Jewell, I’m a filmmaker living in Elephant and Castle, South London. I live in an old bank, staying here until it gets demolished along with the rest of Elephant and Castle. Since starting university about 6 years ago I’ve been making films, with mostly music videos recently, though that will be changing this year. I also illustrate, mostly when I’m a bit fed up of the roundabout process of filmmaking. I have also directed two short plays in London which went on for a 1 week run in Dublin and am currently working on directing a play written by Damian Le Bas, which, fingers crossed, will be performed in September.

artpjf: Ich war fasziniert von deinem Musikvideo für die Englisch/Spanische electronic Band Crystal Fighters, dem erfrischenden neuen Stil des Videos, kreativen Potenzial und seiner Originalität. Beschreibe den Prozess der Entstehung des Stop-Motion-Videos.

I was fascinated by the stop motion music video for the English/Spanish electronic band Crystal Fighters, the fresh style, immense creative potential and originality. Describe the process of the making.

I.P.J.: Die Idee zum Video kam mir nachdem ich einen unglaublichen Kurzfilm von Paul Bush gesehen hatte „Episodes in the Life of Dr Jekyll and Mr Hyde„. In diesem Film tauscht er die Darsteller gegen neue aus, allerdings in ihrer selben Position und löst beim Zurückspielen einen hypnotisierenden Effekt aus. Sie flimmern sich gegenseitig an, und erzeugen dabei eine Illusion ähnlich einem herumwirbelnden Kartenspiel.

Dieser flimmernde Rhythmus fügte sich auf wundervolle Weise zum Track und ich erkannte, dass man auch andere Dinge vertauschen kann als nur die Darsteller. Man sieht also wie das Make-Up und die Kleidung wechseln, sowie die Bilderrahmen, die insgesamt eine Illusion eines in sich bewegten Bildes kreieren. Der Muskelmann basiert auf einen Meth-süchtigen Typen, den ich regelmäßig in LA an einer Eckstraße sah. Er war richtig muskulös, trug enge Shorts, sein Walkman lief und tanzte in seiner eigenen kleinen Welt. Unser Muskelmann wurde gespielt von Roger Waters, der Weltmeister des natürlichen Bodybuildings, der komplette Gegensatz zur Meth-gefüllten Inspiration.

Das Video bedurfte an sehr viel mehr Organisation als ich es gewohnt war. Matthew King, unser großartige DOP (Director of Photography), erwies sich dabei als eine große Hilfe und sah zu, dass wir uns mit der Fülle an Arbeit nicht ins Knie schießen.

Wir benötigten mehrere Aufnahmen und die Besetzung musste mit großer Präzision arbeiten. Christopher Prior spielt den essenden Pianisten; er ist ein talentierter Schauspieler und ich liebe es mit ihm zu arbeiten, also war er von Anfang an für die Rolle vorgesehen. Marie Gabrielle-Rotie (Video) war unsere Hauptdarstellerin. Sie beeinflusst meine Arbeiten sehr und kam mir deshalb sofort in den Sinn.  Beide zuletzt genannten Künstler haben das Video sehr geformt und teilen dessen Inhalt mit. Amy Smith, eine wunderbare Tänzerin, spielt die Rolle der baskischen Hexe.

The video came about from seeing an incredible short film called „Episodes in the Life of Dr Jekyll and Mr Hyde“ by Paul Bush.

In this film he swaps out the performers for new ones, but in the same positions, causing a mesmerizing effect when played back. They flicker between each other, creating an illusion much like the spinning card game which has a cage on one side and a bird on the other.

This flickering rythm went beautifully with the track, and I figured I could also swap other things in the frame rather than just the performer. So we can see the make up, clothes and props change, plus picture frames having the illusion of a moving image within them. The muscle man is based on a meth addicted dancing guy who I saw in LA everytime I’d pass the same corner.

He was pretty ripped, wore tight shorts, had a walkman on, and would just go at it dancing in his own little world. Our muscle man was played by Roger Waters, the world champion of natural body building, the complete opposite of the meth fueled inspiration.

The video required a lot more organization than I was used to, and Matthew King, the superb DOP who shot it and other projects I’ve done, was an immense help in breaking down the shots and being generally on it with making sure we didn’t shoot ourselves in the foot.

It required shooting multiple takes, and having our cast hit their marks with great precision. Christopher Prior plays the eating man / piano man, he’s an actor with great talent who I adore working with, so he was cast from the get-go. Then Marie Gabrielle-Rotie (video) played the lead, she’s also a collaborator and big influence on my work. She came to mind immediately, and so then the narrative was very influenced from casting these two artists. They always inform the content. Amy Smith, a wonderful dancer, played the Basque Witch.

(A recordist travels through london collecting its soundscape)

(A briefcase’s nightmare of the human mind)

artpjf: Deine Kurzfilme sind vor allem beeinflusst von abstrakten, surrealen Inhalten, zum Teil sogar verstörenden Szenen dunkler und fabelhafter Wesen. Was wäre eine allgemeine Botschaft dieser Bilder?

The content of your short films is primary dominated by discrete, surreal, partly even disturbing scenes of fabulous or dark characters. What would be a general message behind those images?

I.P.J.: Ich bin mir über eine allgemeine Botschaft der Filme nicht sicher, aber sie entwickeln sich meist aus unterbewussten anfänglichen Ideen. Ich sitze dabei allerdings nicht vor einem Buch, Bildern, oder vor dem Internet, um die Ideen auf Papier zu bringen. Ich arbeite mehr aus dem Augenblick heraus. Ideen entwickeln sich erst wenn sie bei mir in singularer solider Form erscheinen, dann erst werden sie aufgeschlüsselt, angeglichen und hinzugefügt. Sie erscheinen meist beim Spaziergehen, während ich an unverbundenen Dingen arbeite, schlafe oder träume. Mit Augustus Lullaby zum Beispiel, träumte ich über meine Freundin Jihanne. Dabei sagte sie mir sie hätte eine Lösung gefunden, wie sie mit 5 Dollar die Brust von Cassius Clay anfassen könnte. Als ich aufwachte kam mir dann der Satz „Augustus Lullaby and his Cowboy Thong“ in den Sinn. Ich schrieb das auf und beschloss es als Titel für meinen Film zu nehmen. Der Film endete nicht über Cassius Clay, aber durch ihn kam ich zum Titel, was die Gedankengänge beim schreiben beeinflusst hat. Der Surrealismus entsteht, denke ich, mit der unterbewussten Herangensweise, anstatt einer logischen, mit einer klaren Botschaft versehenen Arbeit. Ich genieße viszerale Filme, und auf dieser Art und Weise zu arbeiten, gefällt mir am besten. Das Dunkle an den Filmen kam mit der Zeit. Während ich studierte waren sie nicht derart „dunkel“. Die Tendenz entwickelte sich seit dem letzten Jahr. Ich bin nicht sehr optimistisch über unsere Gesellschaft und ich denke, dass dieser Gedanke bestimmt meine Arbeiten beeinflusst.

I’m not sure of a general message, but the films come about as initial ideas on a subconscious level. As in, I don’t sit and plow through books, images, the net, building ideas on paper. I work on a more instant level and tend to only go with ideas that come to me in a solid singular form. Only then are these broken down, adapted and added to.

They come about on walks, whilst working on something unrelated, when about to fall asleep, or dream. With Augustus Lullaby for example, I had a dream about my friend Jihanne telling me she had found a scheme whereby she could pay 5 dollars to touch the boob of Cassius Clay, and when I woke I had the sentence „Augustus Lullaby and his Cowboy Thong“ in my mind.

I wrote this down, and decided this was the title to the film I would write. The film didn’t end up being about Cassius Clay, but instead came from the title, which also had embedded atmosphere when I would write it down and think about it.

The surrealism I think comes from them being from a subconscious level without restraint from logic, or worrying as to the message / narrative. I enjoy visceral films, and so making films on a more visceral level is what I feel most comfortable doing. The darkness to them is something I have discovered over time. During university, my films weren’t so „dark“, then tended toward that on the last year. I’m not the most optimistic about the society we live in and I suppose this certainly influences my work.

artpjf: Was ist die größte Schwierigkeit bein Kreieren eines Kurzfilmes?

What’s the main difficulty in creating a short film?

I.P.J.: Ich würde sagen: den letzten Teil abzugleichen mit der Anfangsidee. Ich denke, dass die Idee die ich habe sehr klar in meinen Gedanken geformt ist, visuell als auch atmosphärisch. Für einen Film muss es sich allerdings einem splitternden Prozess unterziehen. Der Grund wieso ich das Illustrieren liebe, ist aufgrund des Augenblicklichen, des Direkten. Es ist ein solidarischer Prozess. Ich könnte schlecht gelaunt sein, ungeduscht, hungrig oder müde, aber immer noch den Stift führen und kreieren können. Am Set ist es anders. Du brauchst ein angemessenes Maß an Selbstvertrauen, musst gut ausgeruht sein etc. Viele Dinge beeinflussen den filmischen Schaffensprozess wie die Crew, die Vorbereitungen, Plan B, C, D etc. Das machte es aber gleichzeitig auch zu einer wundervollen Kunstform. Imstande sein zu kollaborieren und bestimmte Aufgabenbereiche zu lösen mit bestimmten Menschen, die auf diesem Gebiet spezialisiert sind. Kurz gesagt: es ist die in sich kreisende Reise des Filmens, obwohl es gleichzeitig eines der größten Highlights ist.

I would say it’s matching your final piece to the initial idea. I find the idea I have is very clear in my mind visually and atmospherically, but then has to undergo a splintering process in film making. The reason I love illustrating is due to how instant and direct it is. It is a solitary process. I could be in a foul mood, unshowered, hungry and tired, but still be able to put pen to paper and create.

On set it’s rather different, you need to have a reasonable amount of confidence, be well rested etc… A lot of things factor into the making of the film such as the crew, the preparation, the plan Bs, Cs and Ds etc. But, this also makes it a wonderful artform. Being able to collaborate and pass certain tasks to certain people who specialise in this area. So in short, I would say it’s the roundabout journey of filmmaking, though it is also one of the main highlights.

(The Adelphi – Video hier)

artpjf: Deine anstehenden Projekte?

Any upcoming projects?

I.P.J.: Ja, Kleinkram, Pläne und Schemas. Derzeit arbeite ich mit James Hyland, einem brillianter Schauspieler und Schreiber, der bereits bei eins meiner Musikvideos dabei war. Wir arbeiten an einem Spielfilm basierend auf eins seiner Ideen. Phillip Osborne ist ein weiterer wunderbarer Künstler mit dem ich bereits in 1/4″ zusammengearbeitet habe. Wir werden dieses Jahr bestimmt ein weiteres Mal kollaborieren. Dann noch Tim Harrison, der all die Sound-Design Arbeit unserer Filme macht, wird mit mir in einem neuen Kurzfilm arbeiten nachdem wir mit dem Interactive Video fertig sind nächstes Monat.

Dann gibt es noch Damian Le Bas‘ ersten Langfilm den er schrieb und dafür auch eine Förderung bekam. Ich werde beim Film Regie führen, im September wird der Film aufgeführt. Wir haben bereits davor zusammengearbeitet, aber nicht auf einem derartigen Niveau, also bin ich schon sehr gespannt. Es freut mich ebenso mit Gaia Borretti, Editor für die meisten meiner Arbeiten.

Dann arbeite ich auch an einigen Ideen für Kurzfilme, ein interaktives Musikvideo-Projekt und an einem neuen illustrierten Zine Film (Exemplar auf facebook). Ich habe bereits eine limitierte Auflage an Zines, welche mit einer DVD an Filmen erscheinen werden. Ein Sample kann auf www.ianponsjewell.com und www.studiomurmur.com (facebook fanpage) gesehen werden. Falls jemand eine Kopie wünscht, einfach durch die Seite kontaktieren. Ich bin ebenfalls interessiert an Aufführungen, Verträge von Herstellungsfirmen, oder Ähnlichem und einem Agenten um mich als Filmregisseur zu präsentieren, um mein Marketing etwas am Laufen zu bringen.

Yes, bits and bobs, plans and schemes. I am currently working with James Hyland, a brilliant actor and writer who was in a music video I made. We’re working toward a feature film based on an idea he’s had. Phillip Osborne is another excellent artist I work with, who worked on the animation in 1/4″ and so we’ll certainly be working together again this year on stuff. Then Tim Harrison, who does all the sound design work on our films, will be working with me on a new short film after we finish an interactive video in the next month.Then there is Damian Le Bas‘ first full length play he has written and currently finalizing funding for. I will be directing this with a view to perform it in September. We’ve worked together on various pieces before, but not at this level, so it’s very exciting. Then I am also very lucky to always work with Gaia Borretti, the editor of most of my work. This year we’ll be working together closely in the conception stage, rather than leaving it to post.

Then I’m also working on various short film ideas, an interactive music video project and illustrating a new Film Zine (exemplar on facebook). I have a limited edition set of Zines that come with a DVD of films on the front for sale, and now working toward the 2nd edition. A sample can be viewed at both www.ianponsjewell.com and www.studiomurmur.com (facebook fanpage), just contact me through my site if anyone would like a copy. I am also looking for representation and towards being signed with a production company of some sort, or to get an agent to represent me as a director to get my marketing in gear.

NOVA The Film

Ein inspirierender DIY Dokumentarfilm über moderne Kunst und die jungen, aufstrebenden Künstler dahinter. Regie von Isaac Niemand, produziert von ROJO ® in Zusammenarbeit mit BossaNovaFilms.  Der Film gibt Einblicke und über die Künstler und ihre Arbeiten, des Rojo NOVA Kunst-Events, welches im Juli und August letzten Jahres stattfand. Über sieben Wochen lang präsentierte man live-art, Musik und Audiovisuals, Performances, Video Screenings, Gesprächsrunden und Workshops, von und mit über 100 verschiedenen Künstlern aus aller Welt. Bekannte teilnehmende Künstler waren unter anderem Rebecca Ward, KRINK, Max Hattler, Highraff, Mark Jenkins, Robert Seidel, MOMO und Yusk Imai.

KATJA LOHER – Why did the Bees leave?

 

Katja Loher’s Videos, die auf Oberflächen von Wetterballons projeziert werden, zeigen eine anynome Menschenmenge, die beginnt  eine strukturierte Choreographie aus Vogelperspektive zu präsentieren. Dabei wird dem Betrachter das Gefühl vermittelt, er sehe durch ein Mikroskop hindurch und würde ab und an Zeichen, Nummern und Buchstaben erkennen.

“Why did the Bees leave”: Aus einem Makro-Bild der Welt wird langsam auf die Vogelperspektive einer Stadt hineingezoomt.  Weiter geht es zur Blüte eines Baumes in einem Park, hin zu einer  Nahaufnahme, worin man eine Gruppe von „Bienenarbeiterinnen“ sieht, die die Blüte „bestäuben“. Sie erfüllen Aufgaben die 24 Stunden am Tag erfüllt werden müssen, um die Natur in Balance zu halten und die Menschheit zu erlauben auf dem Planeten weiterhin zu leben.

Katja Loher erinnert an den Naturkreislauf der Erde angefangen von den kleinsten Mitgliedern wie den Bienen, die Tag für Tag ihre Arbeit scheinbar grundlos und rein maschinell verrichten, dabei jedoch einen großen Teil im Gesamtkonzept ausmachen.

Mehr zu Katja Loher auf katjaloher.com.

The projected videos, shown on the surface of the weather balloons, consist of a bird’s- eye view of seemingly anonymous crowds of people that begin to perform structured choreographies. As if under a microscope we can study them for meaning, we begin to see that they have formed letters and questions. The Video-spheres insert those questions into the DNA of the planets. These questions are combined with scenes, where the people become numbered parts of a enormous machine of synchronized movement.

The beginning of “Why did the Bees leave” is put together through a communication system Katja Loher calls Video-alphabet, which represents the synthesis of her ongoing exploration of language as featured in most of her works. Video-alphabet is a code where human figures, captured in specific poses, represent a series of symbols, which, in post-production, are assembled into letters of the alphabet with which the artist forms words and questions. Such questions are concise and basic, visually rendered with strong chromatics and understated metaphors, which, notwithstanding an apparent lightness, outline a dramatic statement against man and the world, he has set up.

A macro-image of the world slowly zooms in, initially showing a bird’s-eye view of a city. It continues to zoom onto a blossom tree in a park, ultimately landing on a close-up image of a fruit tree flower where a group of workers attend the work of bees, pollinating the flowers. Workers become part of a machine of a synchronized movement: they perform tasks that need to be done 24 hours a day to keep nature balanced to allow mankind to survive on our planet at its current numbers.

More about Katja Loher on katjaloher.com.

Bruce Connor @ Kunsthalle Wien

Bruce Conner, geboren 1933 in McPherson, Kansas, wird in einem Atemzug mit den großen Avantgardisten wie Jack Smith, Jonas Mekas und Andy Warhol genannt. Seine Experimentalfilme zählen heute zu den Vorläufern der MTV-Clips. Conner hat nicht nur neue Wege des Filmemachens aufgezeigt, sondern sich durch seine Arbeiten in unterschiedlichsten Medien immer wieder selbst neuerfunden, seit er als bildender Künstler in den 1950er Jahren zuerst mit Assemblagen bekannt geworden war. Künstlerische Identität und Authentizität waren für den Künstler dehnbare Begriffe, die er kritisch und humorvoll hinterfragte. Ob er eine politische Kandidatur inszenierte, den Namen seines Freunden Dennis Hopper als Pseudonym verwendete oder sich weigerte, seine Werke zu signieren, entzog er sich künstlerischen, persönlichen und markttauglichen Kategorisierungen.

Seine STAR-Zeichnungen erinnern an einen dunklen Nachthimmel, aus dem Sterne als kleine weiße Punkte erscheinen oder aber auch an den flimmernden Bildschirm eines Fernsehapparates. Die Zeichnungen sind das Ergebnis einer intensiven, anhaltenden Konzentration und künstlerischen Anstrengung. Conner zeichnete mit Feder und Tinte stetig Linien auf weißes Papier, bis dieses fast schwarz und der Papierhintergrund nur mehr in Form kleiner Punkte sichtbar war.

Die INKBLOTS (Tintenkleckszeichungen) erinnern auf den ersten Blick an Rorschachtests, wie sie zur Psychodiagnostik eingesetzt werden. Conners Tintenkleckse sind in regelmäßigen, unterschiedlich dichten Mustern angeordnet. Jedes einzelne Muster kann individuell gesehen und verstanden werden. Der Künstler verfolgte allerdings nicht die Absicht, zu psychologischen Assoziationen anzuregen.

Bruce Connor befasste sich ebenso künstlerisch mit Mandalas. Sie belegen seine meditative Auseinandersetzung mit der Zeichnung als Mittel der „geistigen Entleerung“.

Die Gemälde von Bruce Conner stehen eng mit seinen Papierarbeiten und seinen Filmarbeiten in Verbindung. Zumeist malte der Künstler mit Latexfarbe, Acryl oder Öl auf Leinwand, ohne sich vorher auf ein Format festzulegen. Das Farbspektrum ist extrem reduziert.
Conner verwendet die Symmetrie als Kompositionsprinzip, was sich auch in seinen Filmen wiederfindet.

In seinem Film CROSSROADS inszeniert Conner das atomare Inferno.
Die Arbeit basiert auf Archivmaterial der amerikanischen Regierung, das den Atombombentest „Crossroads“ im Bikini-Atoll am 25. Juli 1946 zeigt. Conner schneidet Aufnahmen zusammen, auf denen die Unterwasserexplosion der Atombombe Baker aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen ist. Er ästhetisiert das Geschehen durch Wiederholung und Verlangsamung. Die Musik spielt auch hier eine wichtige Rolle: nach stillen Sequenzen setzt eine melancholische Melodie ein, mit emotionalem, dramatischem Grundton.
Mit diesem Film zeigt Conner seine Betroffenheit über weltpolitische Ereignisse zur Zeit des Kalten Krieges und seine kritische Haltung gegenüber der beschönigenden Berichterstattung über die Operation „Crossroads“ und ihre zerstörerischen Auswirkungen.

Bruce Connor betrachtet die Signatur bloß als „eine Lizenz Geld zu drucken“, und als störendes Beiwerk. Zum Leidweisen seines Galeristen hatte er bereits einige Jahre zuvor beschlossen, seine Werke nicht mehr zu signieren – aus Respekt vor der künstlerischen Arbeit und als Statement gegen die Macht und die Manipulation gegen den Kunstmarkt. So begann er seine Lithografien mit seinem Fingerabdruck zu zeichnen und setzte der Unterschrift humorvoll noch einen authentischeren und fälschungssicheren Akt entgegen, dass aber keiner Wertsicherung diente.

 

her ARTic impression:

Mit einer umfangreichen Werkauswahl gibt die Ausstellung einen Einblick in die Multimedialität und Innovation des Schaffens von Bruce Conner. Besonderes Augenmerk liegt auf den Arbeiten der 1970er Jahre. In Malerei, Zeichnung und Film zeigt sich das Experimentieren mit den vielfältigen Möglichkeiten seiner eigens stilistischen Abstraktion.
Seine Arbeiten thematisieren die Auflösung des Individuums. Die charakteristischen Hell-Dunkel-Kontraste/Schwarz-Weiß-Kontraste seiner Werke spiegeln sich vor allem in seinen Filmen wider. Sie zielen auf ein Verändern der Sehgewohnheit der Gesellschaft. Sein vielfältiges künstlerisches Schaffen macht es besonders schwierig ihn zu kategorisieren und so wird man allmählich gezwungen sich mit seinen Werken näher zu befassen und besser auseinanderzusetzen, um seine Kunst zu verstehen.

Die Aktionen Bruce Conners hinterfragen humorvoll und ironisch die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft und das Verhältnis zwischen Künstler und Kunstwerk. Sie sind als Gegenstrategien gegen Erwartungen des Kunstsystems zu verstehen.

Obwohl das künstlerische Repertoire Conners äußerst vielfältig ist, scheint sich durch seine Arbeiten kein „roter Faden“ zu ziehen. Der Betrachter hinterfragt die Thematik der Gesamtwerke des Künstlers. Bruce Connor schwamm gegen den Strom des Kunstmarkts – ein Argument, dass ihn besonders sehenswert macht.

Zu sehen in der Kunsthalle Wien vom 08. Oktober 2010 bis 30. Jänner 2011.