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Interview with ANTHONY GERACE (project Fig. 1-99)

Anthony Gerace, visual artist and photographer, wrote me an email couple of days ago and I had the chance to take a closer look on his work.

I am especially interested in his work series „Fig. 1-99“, hundred colour studies on paper sourced from 60s, 70s magazines such as Life, Playboy, Time, Popular Mechanics etc.

I enjoy this fragmentation of colour and combination of forms. The collage pieces definied by their outlines appear as abstract forms with words/letters giving away their identity – their combination only predicted by their specific colour chosen from the magazines.
And still, there is enough space to bring those pieces to life; at one point, you start to recognize those stripped motives seeing contours of women, hands, breasts,… some appear more vivid, others less. At the end it’s all about the uniqueness of a single piece.

I asked Anthony some questions to know more about him and his work. Enjoy the interview.

artpjf: Please introduce yourself briefly.

Anthony Gerace: My name is Anthony Gerace, I’m a photographer and collage artist based in London. I moved here recently to pursue work in graphic design, but for the past ten years have lived in Toronto.

artpjf: I am especially interested in your work series „Fig. 1-99“ – hundred colour studies on paper sourced from 60s, 70s magazines. The collages don’t seem specifically arranged. How do you know when to come to an end? What role does coincidence play in your work?

A.G.: I conceived the series, near the beginning, as having a defined ending (100 was always the goal). But within that, while there was no specific arrangement to speak of, there were certain instances where pairings or runs of images were important. Especially in the centre of the series, where Fig. 50 is split in two to show the potential (and main point, really) of the project: that each piece was unique not only in composition but also in tonality, and that even if I kept an obvious visual cue (the „and the“ typography) it would still result in a very different piece just on accounts of the paper. There were also certain pieces that were made with the intention of going in certain places in the series: though I made „Fig. 99“ long before I finished, I knew it was going to be the final image, mainly because I think it sums things up well. Likewise, there was always meant to be more and more multi-coloured studies as the series went along. Though I always found these less satisfying. So while I didn’t know how the entirety would look, I did know what it would be.


artpjf: As a graphic designer does your commercial practice influence your art practice? Do you separate those practices? Or is it just „the same“?

A.G.: I’d say both practices influence each other. For a long time I tried to integrate my collage work into my graphic design, but as I thought about it more I realized that that had the side effect of cheapening the collages and making them look more like process than their own entity. I do think that the methodologies of both practices have influenced one another for the better: when designing, I can’t help seeing myself as collaging, just not collaging paper and doing it digitally, while, when making collages, the implications of typography and tone factor in more because of how my design education has influenced me. They’re definitely not the same, and I do keep them separate, but I don’t think they’d exist without each other.

artpjf: Upcoming projects?
A.G.: I have quite a few projects on the go at the moment! I’m in the last stages of a series called „People Living“ which is a return to more traditionally figure based collage. I started that one when I was still working on the colour studies, and it acted as much as a foil to that work as it did it’s own thing. I’m also working on two new projects, both of which are untitled and both of which are continuing some of the more abstract work I’ve been doing and are the next step out from the colour studies. And I just started a body of work that I’m calling „There Must Be More to Life Than This“, which is a series of frustratingly intricate grid collages. I think there’ll end up being a hundred of them at varying sizes. And as always the portraits are a constant. I’m really excited to be able to make work, and to keep doing this and find people interested. It’s the best feeling.
artpjf: Thank you, Anthony!

Some other collages I appreciate too…

More on a-gerace.com

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Interview mit Street Art Kunstsammlerin Isabel Königsstetter

Isabel Königsstetter, eine passionierte Street Art Sammlerin aus Wien, hat sich vor einiger Zeit bereit erklärt mir ihre mit Leidenschaft gefüllte Kunstsammlung zu demonstrieren. Ich kenne Isabel aus eins der vielen INOPERAbLE Vernissagen und wusste, dass sie „Stammkundin“ der Galerie ist. Bei einem ersten Besuch in ihr trautes Heim sprachen wir über das Paradoxon Straßenkunst in seine eigene vier Wände zu stellen, die letzte große Street Art Ausstellung im MOCA in L.A. und die nächsten upcoming artists in der Street Art Szene. Ein Nachmittag ganz einer Diskussion über Street Art und Co. gewidmet – besser geht’s nicht.

Fotos von Dimitri Aschwanden

artpjf: Wieso Street/Urban Art? Ist es nicht, rein begrifflich gesehen, ein Widerspruch in sich Kunst von der Straße zu sammeln?

I.K: Begrifflich vielleicht, aber das spielt keine große Rolle für mich. Nicht alle gehen den Weg in die Galerien oder bieten gerahmte Kunst zum Verkauf an; ich denke es ist gut und wichtig, wenn es auch solche Street Artists gibt. Aber ich freu mich dennoch und finde es spannend, wenn es manche in die Galerien schaffen und dort Anerkennung für ihre Arbeiten erlangen und imstande sind mit ihrer Kunst Geld zu verdienen. Darum geht es ja hauptsächlich.
artpjf: Wieso keine normale, renommierte zeitgenössische Kunst aus renommierten zeitgenössischen Galerien?

I.K.: Das würde meinen Rahmen sprengen. Wenn ich mich auch noch für ‚klassische’ zeitgenössische Kunst interessieren würde, hätte ich Angst, mich komplett darin zu verlieren.. Mein Herz schlägt für Street Art, Kunst die außerhalb diesem zeitgenössischen Kunstmechanismus steht.
artpjf: Würdest du ein Piece von einem Street Artist aus der Wand reißen oder auf eine andere entfernen, um es bei dir aufzuhängen?

I.K.: Niemals! Das wäre Diebstahl an der Gesellschaft. Die Kunst sollte frei zugänglich und für jede/n sichtbar sein. Ich finde auch den Aspekt der Vergänglichkeit wichtig für Street Art; dass die Werke mit der Zeit ihre Farbe verlieren oder darüber gemalt wird. Das gehört zu den Spielregeln dazu, das nehmen die Künstler auch in Kauf.


artpjf: Sollte deiner Meinung nach Straßenkunst legalisiert werden?

I.K.: Absolut. Aber tags sollten ebenfalls Teil davon sein, auch wenn das viele als reine Schmiererei empfinden und als unschön betrachten – tags gehören dazu.

artpjf: Was sagst du zur Ausstellung „Art in the Streets“ die von April bis August 2011 im MOCA in LA lief? Man hat in dieser Ausstellung versucht Street Art und Graffiti in einen historischen Kontext zu stellen und hat dabei unterschiedliche Positionen internationaler Street und Graffiti Artists gezeigt. (Bericht zur Ausstellung auf stylemag-online.net)

Der Dokumentarfilm der Ausstellung OUTSIDE IN, das im Gegenpart zum bekannten Street Art Kurzfilm INSIDE OUTSIDE steht (mehr dazu im Artikel From Graffiti to Street Art @ Urban Art Galerie INOPERAbLE Wien), zeigt den Aufbau der Ausstellung, sowie die unterschiedlichen Statements der Künstler und die Reaktionen der Museumsbesucher. Wie hast du auf den Film beziehungsweise die Ausstellung reagiert?

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I.K.: Mir sind die Tränen gekommen. Es war Wahnsinn all diese wichtigen und unterschiedlichen Künstler zusammen in einem Museum zu sehen. Die Geschichte mit Jeffrey Deitch und Blu kann man sehen wie man will… ist eine arge Aktion… aber ich verstehe beide Seiten.

artpjf: Was ist da genau passiert?

I.K.: Jeffrey Deitch ist ja der neue Leiter vom MOCA. Er hat Blu beauftragt die Rückwand vom MOCA zu bemalen und war aber zu der Zeit nicht in der Stadt. Blu hat dann zusammen mit seinen Helfern begonnen ein massives Panorama von Särgen drapiert mit Dollar Scheinen zu malen. Das Problem war, dass gegenüber vom Museum das L.A. Veterans‘ Affair Hospital war, sowie das Go For Broke Monument, das zu Ehren der japanischen und amerikanischen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Als Jeffrey Deitch dann zurückgekommen ist, war Blu noch nicht mal fertig mit der Arbeit. Sofort ließ man die Wand übermalen und Blu wusste nichts davon. Das war das große Skandal rund um diese Ausstellung.

Blu ist bekannt dafür, dass er so provokante Sachen malt und es gab dann eine riesen Medientrubel rund um diese Sache. Die nächste Katastrophe war, dass KATSU, ein amerikanischer Künstler, der mit Feuerlöschern seine tags macht, erwischt und verhaftet wurde, und einige andere wie Space Invader.

Das Konzept an sich, die Geschichte von Graffiti und Street Art in der Ausstellung zu zeigen, finde ich ganz toll. Das Video zeigt die Aufbautage, wie sie sich alle treffen und alle wochenlang an dieser Ausstellung nebeneinander arbeiten. Swoon, Os Gemeos zum Beispiel haben alle ihre Wunderwelten aufgebaut, das war fantastisch! Ich find‘s toll, dass diese Kunstbewegung es in ein so großes Museum geschafft hat. Für mich ist die Graffiti und Street Art Bewegung das größte „Kunst Movement“ seit Pop Art. Es ist riesig und es hat es auch verdient, gezeigt zu werden. Es trägt vor allem auch zum Verständnis bei. Das war sicher aufklärend.

artpjf: Was sind die Schwierigkeiten beim Erwerb von Street/Urban Art Werken?

I.K.: Es ist oftmals schwierig limited Edition Drucke von bekannten Künstlern zu erwerben. Das kann manchmal ziemlich aufregend sein, wenn zum Beispiel die Stückzahl so gering ist, dass die Stücke innerhalb von 3 Minuten ausverkauft sind. Manche Künstler stellen dann nicht in Galerien aus, sondern verkaufen eben ab und an Drucke, weil sie Kohle Geld brauchen. Es ist dann vielmehr eine Glückssache, ob man sein Stück bekommt.

artpjf: Hast du alle Künstler mal persönlich kennengelernt? Ist dir dieser Aspekt wichtig?

I.K.: Ein paar kenn ich persönlich, aber nicht alle. Im Grunde genommen ist mir das überhaupt nicht wichtig. Man hat so seine Vorstellungen von den Künstlern… Ich bin da schon ein paar Mal enttäuscht worden. Wichtig ist mir vielmehr das Kunstwerk an sich.


artpjf: Wie siehst du die weitere Entwicklung dieser Kunstform? Einige Galerien haben sich bereits im Laufe der Jahre etabliert und ihr Klientel gebildet (aus unterschiedlichsten sozialen Schichten). Der Kunstmarkt ist schon seit einiger Zeit auf den Street Art Zug angesprungen, man denke zum Beispiel an die Banksy Auktionen in Sotheby’s. Es gibt sogar schon Urban Art Kunstmessen wie die STROKE in Deutschland. Alles nur ein Hype oder doch eine ernst zu nehmende Kunstentwicklung?

I.K.: Ich find es gut, dass Street Art sich in den Galerien etablieren konnte und viele Street Artists sich einen Namen gemacht haben und als Künstler Anerkennung verdienen konnten. Momentan hat man das Gefühl die Entwicklung würde ein bisschen schlafen, der große Hype ist jetzt mal wieder vorbei. Aber ich denke, dass Street Art nicht nur als Hype anzusehen ist, sondern als eigenständige Kunstentwicklung.

artpjf: Welche Ansätze sind dir beim Sammeln der Kunstwerke besonders wichtig? Geht es
allein um den Bekanntheitswert des Künstlers, dem Stück selbst oder hast du eine bestimmte
Sammlerstrategie?

I.K.: Es ist eigentlich ganz einfach, ich kaufe immer das was mir gefällt. Wie man sieht, sind nicht alle Werke von renommierten Künstlern, obwohl ich von ein paar Bekannteren auch gerne was habe. Ich habe eigentlich keine bestimmte Sammlerstrategie. Für mich ist aber die künstlerische Entwicklung eine wichtige Sache. Es sollte nicht immer dasselbe sein, obwohl ich auch verstehen kann, dass es bei vielen Street Art Künstlern dazu beiträgt ihre Marke zu bewahren und möglichst schnell und einfach wiedererkannt zu werden. Bei ROA zum Beispiel, habe ich das Stück eher gekauft, weil es eben ein ROA ist und er als ein wesentlicher Part der Street Art Geschichte zu betrachten ist. Aber meine Käufe sind ansonsten, denk ich, meistens emotional: entweder es berührt mich und ich will es unbedingt haben, oder eben nicht.


artpjf: Was machst du wenn dir mal der Platz in der Wohnung fehlt? Würdest du Stücke
weiterverkaufen?

I.K.: Das Problem habe ich jetzt schon, aber ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht… Vielleicht eine größere Wohnung suchen?


artpjf: Welche Künstler denkst du werden demnächst groß rauskommen?

I.K.: Ich denke Aryz, Jaz und Other sind gut dabei. Da bin ich auf ihre Weiterentwicklung sehr gespannt.

artpjf: Schon Ideen für die nächsten Anschaffungen?

I.K.: Von Miss Bugs und Peru Ana Ana Peru möchte ich unbedingt noch etwas haben.

artpjf: Vielen Dank für die Einladung und das Gespräch!

Mehr Fotos auf flickr.

Interview with VINZ FEEL FREE and Vernissage @ INOPERAbLE Gallery

Last week I attended Vinz Feel Free’s Vernissage „Usual Misdeeds“ @ INOPERAbLE Gallery in Vienna. Vinz is a street artist from Valencia, Spain. The artist paints animal heads on large-scale photographies of human bodies and pastes them on the streets. His studio works show a similar approach: with collage technique he creates a background out of old documents such as certificates, love letters or bills, prints on them and finally paints the animal heads using enamel or gouache.

I met Vinz at the Vernissage last friday and wanted to know more about his artistic approach…

Enjoy my interview with Vinz Feel Free!

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artpjf: To begin, please introduce yourself briefly.

V.F.F.: Who I am is not important. I think the really interesting thing is the message of my work, not the messenger.
artpjf: Do you remember the first piece you did on the streets? What was it, and where did you do it?
V.F.F.: The first piece was a wheatpaste of a nude man squatting with his eyes looking the viewer. I pasted the piece on a wall of an abandoned lot where should be a school.
artpjf: You use different kinds of animal heads for your protagonists. Parrots for free/naked women and men and reptiles for businessmen and police officers. Could you briefly go into a bit more detail about this kind of iconography?
V.F.F.: This is related to the iconography of various religions. Birds and naked people are extracted from the book of Genesis in the Bible. Mayas, Aztechs, Sumerians etc. talk about the figure of reptile as the animals which take control over us, like police in our world. And the frog appears in Apocalypse scenes and is responsible for Humanity disasters. This is why I use them to build men in suit characters.
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artpjf: A couple of month ago there were big riots in Valencia with police brutalizing peaceful student protesters. As you explained me at the vernissage, your work refers at some point to this happening. Could you try to declare why this situation in Valencia is so tensed up? Why does the police act in such an inhuman and brutal way? How is the situation for students in Valencia now?
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V.F.F.: Education in Valencia is a delicate theme. They have cut budgets and most students lack of equipment and infrastructure such as heating or media. Teachers have spent months without collect sallary, and decided to hold a peaceful strike to attract media attention.
Police, who serves the government instead of the citizens, used brutal force to prevent a repetition. They were so aggressive that most of the population sided with the students. I tried to document and report the situation in a wall and some of the works exhibited in „Usual Misdeeds“ in INOPERAble Gallery.
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artpjf: What makes you feel free?
V.F.F.: Personal freedom ends when another one begins. It is very difficult to perform acts of freedom without bothering anyone, so, up to what point my freedom reaches? I think from my skin to inside, I rule.
artpjf: Upcoming projects?
V.F.F.: I usually work into 3 or 4 projects at once, most of them still secret. My next solo exhibition will be in July at Andenken Gallery, Amsterdam. And… I can talk up here!
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For more pics check out VINZ FEEL FREE’s and INOPERAble flickr photostream.
The exhibition at INOPERAbLE Gallery runs till 05.05.2012. If you are in Vienna, make sure to check it out!
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Vernissage and Interview with Pure Evil and Crossie

Two weeks ago a friend of mine advised me to visit a vernissage in the first district of Vienna. Actually all I knew was  „Pure Evil will do a live painting“ and that it will take place in spaces of „Dialog im Dunkeln„. The event wasn’t announced at all and I didn’t really know what to except, but it turned out to be quite exciting.

After finally having found the location, I still wasn’t quite sure to be at the right place. Everybody was pretty well-dressed, and couple of people I didn’t even know shook hands with me. Anyway, after clearing up the problem with the guest list and taking a glas of sparkling wine, I finally had a look at the exhibition.

The space was amazing! It was a huge basement made out of bricks, apparently being the crypt of the monastery Schottenstift, filled up with lot’s of Street Art hanging on the walls and people in dresses and suits talking all kinds of languages (as well as taking down couple of pictures pretty fastly).

I didn’t quite had the chance to talk to the organisers Stephen and Tom but luckily I was introduced to the artists Pure Evil and Crossie so I asked them some questions about the exhibition and their work.

Check out my interviews with the artists and the great shots of the exhibition by Dimitri Aschwanden on flickr.

Interview Crossie:

artpjf: Please introduce yourself and tell us a bit about your work.

Crossie: I mainly work with stencils and paint onto canvas, wood, mirror, paper and antique pages. I previously worked as a knitwear designer and therefore hugely influenced by my textile / fashion background. I’m not interested in being pigeon holed, I do what I do.
I’m currently exploring winged creatures of all kinds. I’m especially drawn to butterflies – I love their fragile beauty & vibrant colours.
artpjf: What do butterflies mean for you as a recurring motive of your works?

Crossie: I’ve just moved back to London after living in gorgeous Birghton which is on the South coast of England. Like the stripes of a stick of Brighton rock – I love things to look visually pleasing, with flashes of colour. I’ve always wanted to collect butterflies in cases – but it seemed so cruel. This way I’m the creator & the captor. Just like a butterfly collector the art collector is also seeking beautiful specimens for his collection.

When talking about my work you could say my butterflies have a distressed edginess to them.

I love bleeding lines and blended colours. The musical layers build up to create pattern & texture. I love the idea of giving them a second life. I find them in dimly lit secondhand bookshops off the beaten track and hidden away. By extending their life, and bringing them out, they are preserved in my artwork.

My chapter & verse date back to between 1906 – 1910.  There’s something quite rebellious in destroying the books which strangely appeals. My aim is to create something more beautiful out of them. There’s a history to those pages, I like to wonder who may have picked them up, read the words or played the notes. The musical pages add a different dimension and a kind of secret language to my Glitter & Twisted pieces as the notes dance across the page.

Some have Notes & Annotations – I wonder who would have used them to play music? I find this all very fascinating. There’s a sort of organised chaos in my painting. The fragile way that the glitter adheres to the fast drying spray paint is reminiscent of their delicate wings, as I only have moments before the paint dries.

artpjf: Tell us about your latest show in Vienna with Pure Evil. How did that happen? I was pretty amazed by the bigness of the show. The space was fantastic!

Crossie: A friend of mine organised our show in Vienna – I agree with  you the show was fantastic! And the venue blew me away, all very impressive in the vaults of a church and lots of fun!

artpjf: What was your best experience in Vienna or the most appreciable impression of the city?

Crossie: I fell in love with Vienna for all sorts of reasons – the old cafes and smiley folk. The Rococo & Baroque architecture I found utterly exquisite – and there’s so much of it! The love of the Arts and all things cultural. I think one of my favourite experiences was visiting Kunsthistorisches Museum for the Gustav Klimt exhibition. What an incredibly ornate building full of beautiful paintings. Hugely inspiring.

Crossie will have her first solo show ‚Metamorphosis‘ at the Pure Evil Gallery, London on 5th April.

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Interview Pure Evil:

artpjf: Please introduce yourself briefly.

P.E.: I am an artist called PURE EVIL… I do graffiti and street art and run my eponymous gallery PURE EVIL in Shoreditch, London.
To understand a bit about Pure Evil it is illuminating to know that he is a descendant of Sir Thomas More, the Lord Chancellor who wrote the controversial work Utopia and who was later beheaded by King Henry VIII. With this busy background (Sir Thomas was later canonised) it is only natural that Pure Evil should explore the darker side of the wreckage of Utopian dreams and the myth of the Apocalypse, a belief in the life-changing event that brings history with all its conflicts to an end.
Pure Evils ancestry is alleged to include eight saints: Vladimir the Great, Saint Anna of Russia, the Holy Martyrs Boris and Gleb, Saint Stephen of Hungary, Saint Margaret of Scotland and Saint Mathilde together with Saint Thomas More, Humbert III of Savoy and several European royal families.He was also a descendant of the Old English Chieftain Ailric, Kings Thane to Edward the Confessor, who held Cawthorne and much of South Yorkshire before the Conquest.
artpjf: How did you got down to the exhibition in Vienna @ Dialog im Raum? The whole show seemed to have a private function and it wasn’t really announced in any way as far as I know… Could you enlighten me in this point?
P.E.: I have a buddy in Vienna who I have worked with before, and he invited me to present my artworks to a select group of art lovers in Vienna.. I think the city is amazing and it has a long historical association with Art, so I thought..LETS GO..Doing the show in what is probably the crypt of a 666 year old church appealed to my dark humour…
artpjf: You run a gallery in London situated in the heart of Hoxton. Concerning your art do you see a considerable change in the effect of your artworks while being a gallery owner and an artist at the same time?
P.E.: Its so funny being an artist AND running the gallery when people come in and want to discuss PURE EVIL art with me, not knowing that I am the guy who makes the art . Its a good testing ground for my paintings, I can paint something in the morning and sell it in the afternoon in my own gallery… I also work hard to promote other artists, so far we’ve done 50 solo and group shows with emerging artists. PHEW. One funny story was putting a Darth Vader mask on top of a typewriter in the gallery because I needed space. Somebody came in and went „WOW THATS AMAZING“ and suddenly the accident became art.. DARTH TYPEWRITER.. SOLD FOR £666…
artpjf: On your website you state: „Principles before Profit?“. What principles do you mean exactly?
P.E.: Not being a sellout, not ripping off people, not lying or stealing, being honest and helping other people…
artpjf: In what do you pay most attention in art?
P.E.: I like to see where culture is heading and in a small way I try to divert or influence culture with my own art. Its all about having FUN. Going skateboarding sporadically helps. Its a great leveller.. It helps me to control my aggression.
artpjf: Upcoming projects?
P.E.: Its all here baby…

Interview with Beth Wexler

As you might have noticed I’m getting more and more interested in the world of media art especially projection art (or vjing), video art and the art of sound design, so even leaving the visual components aside. I am quite happy to work again for sound:frame, a festival for audiovisual expressions in Vienna, starting in April this year. Check out the website, as well as some of my postings for the sound:frame av blog.

Constantly in search of new interesting artists I stumbled upon Beth Wexler’s website these days and had a look on her videos and her artist statement, which describes her work perfectly:

„Beth is interested in exploring the human condition, particularly within media saturated cultures.  By using elements familiar within pop-culture  – teevee shows, bright colors and pop music – she creates work that references the familiar while also leaving room for exploration and question.  As an allusion to temporal transformation and a desire to point to a perpetual state of change she tends to work primarily with time-based media.  Utilizing tools for video and sound she deconstructs instances of time only to reconstruct alternate possibilities.  Other areas of interest are the transference of media such as turning data from video sources into sound or using frames of video on three dimensional cultural artifacts.  In an attempt to create pieces that are unique, her work is created through a series of processes that are then applied in real-time systems, which often lend themselves to performance.“

I was especially interested in her pixel videos and works of art, with their very own abstract aesthetics and peculiar sound. Particularly in media age where one feels permanently confronted with pseudo-reality imatitive imagery it feels quite inspiring and suggestive to get into this computer-based abstract art.

Check out the interview with Beth Wexler and also have a look at her tracks below – I made a little selection of my favourite ones. Enjoy!

PS: I’m sorry for my German-speaking audience. I switched to English, as it was quite difficult for me to translate the interview without losing it’s clear meaning…Hope that’s okay for you anyway.

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Interview with Beth Wexler:

artpjf: First please introduce yourself briefly.

B.W.: My name is Beth Wexler (AKA Wex).  I’m a digital artist.  I work primarily with video and sound that often culminates in installation or live performance.  I’m currently completing my MFA degree at Rhode Island School of Design in the states.  I also love when people smile and are good to themselves and each other.

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artpjf: When did you begin to recognize aesthetics in pixels?

B.W.: I became interested in the aesthetic in pixels as an alternative perspective on the remix.  A lot of my early work was temporally structured video remixes.  From then I went on to work as a video and film editor, so reworking time was very familiar to me.  When I came back to school I challenged myself to think outside of that comfort zone.  Rather than remix things in time, I was interested in remixing them within their own materiality.  If you break digital video down to it’s basic components you are left with arrays of colorful pixels.  I started applying strings of effects, (which are basically just algorithms that treat and rearrange the present pixels) to found footage.  The more I could affect the pixels, the more I enjoyed the results.

artpjf: Describe the process of your work. What kind of program or software do you use?

B.W.: I work primarily in a program called Max/Msp/Jitter which is a visual programming environment.  It’s a building process, kind of like working with legos, which I loved to do as a kid.  There are all of these objects that perform different functions.  When they are pieced together in certain ways, it’s like magic happens.  I start with a video, and then funnel it through all of these objects and see what I get.  I can also alter the parameters of the objects.  When I perform live, that’s pretty much what I’m doing, changing parameters, which affects the outcome of the inputted video.  If I am making a piece for an installation, I’ll set the parameters to randomly change.  I love that I can set the system to function without me and be completely surprised by the result.

As for the video that I put through the system, that varies.  Primarily, I work with slightly old popular (American) TV footage.  I’m really interested in the impact of mediation.  TV is losing its place as the dominant means of domestic electronic mediation, which makes it the perfect time to look at it retrospectively.  I like to work with the last of the material that went unrivaled (ie, before the internet became a competitive source of entertainment).  Also, that was the mediation that I grew up with in the 80’s and 90’s, so it had a big impact on my personal development.  Since most of this material has been digitized, it’s pretty easy to send through the systems that I build.  I like that I get to remix this kind of material in a way that I haven’t seen it remixed before.  I think of it as an intervention in a cycle of mediation (the cycle; stage 1 – mediation, where material is put forth for consumption, stage 2 – pop-culture, where material reaches a large audience, stage 3 – appropriation, where that material is adopted into societal norms, and stage 4 – feedback, where the effects of the material are fed back into the mediation stage).  I intervene at stage 3.  Rather than just appropriating, I subvert the meaning of the material through abstraction.

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artpj: How does „sound“ correlate with your work?

B.W.: Sound is something that I am still in the process of integrating.  I have worked with sound externally from these pixel remixes and have been experimenting with ways if incorporating it into the work.  I am now in the process of setting up a system of affecting sound that parallels my system of affecting video.  It’s still in a preliminary stage, so it’s hard for me to talk about it right now.  I do think that there is a need for sound in the work though, and I’m excited about figuring out how to make it fit.  Probably one of the main reasons I started working with video is because it has an overt sonic component.  I love the immersive experience that audio-visual work evokes, so getting my work to a point where I can tap into that is very important to me.

artpj: Do you prefer playing live shows or rather applicable pieces while you are performing?

B.W.: I don’t have too much of a preference for how I show my work.  One week, I’ll be really into playing live, and then I’ll do a few shows, and a few weeks later I’ll want to do more installation work.  I love the thrill of performing though, especially in new environments.  I have a bit of stage fright, but I think that’s what makes it so exciting.  Once I get in the zone, all that fear kind of strips away, and I focus on what I’m trying to accomplish.  The thing that is so great about instillation work is knowing that someone is going to happen upon it.  So far, most of what I have done has been in the gallery setting, but I’d really like to branch out of that and install work in unexpected places.  I love the idea of digital work in a street art context, but the logistics are a bit difficult.  You can’t just set up a bunch of gear and expect that no one will take it.  And since my work often involves projection, there’s also the issue of a power supply.  I know there are these massive projection mapping projects that involve a ton of tech, but I’m trying to work out a way to create something a little more intimate.  I haven’t quite gotten to it yet, but it’s an idea that’s been brewing for a while.

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artpj: Tell us something about your project PXL-MSHR.

B.W.: PIXL-MSHR was a controller that I build about a year ago.  I was just starting to learn some physical computing and I was performing quite a bit and I thought it would be pretty great to build a custom controller for myself.  It was actually supposed to be the mainframe for a series of modular controllers, so there would be other components that could plug into it for more control.  As a VJ, I tend to work in smaller types of clubs (thought I would love the opportunity to work in larger and more varied venues), and often, the amount of space left over after the DJ sets up is pretty limited.  So I thought developing a controller to use in that type of space would be a practical and creative solution.  However, if I were to work someplace where I was given more room, more pieces with extra buttons, knobs, sliders, and different sensors could be added.  I haven’t really had time to work on it much though.  Physical computing can be really time consuming and I realized that I was trying to develop a tool with which to make work, but the making of the work was most important.  I would love to find someone collaborate with who was just interested in building the components.

artpj: Any upcoming projects?

B.W.: I have a few projects coming up.  This week I will install a tech-less piece called The Succession of Chester Copperpot.  It’s almost completely different from the video work that I do, but the thread to tie it together is pop-culture.  In this case, it’s a reference to the 1980’s film The Goonies.  I’ve pulled out a moment from the film and I’ll be creating a very lowbrow interpretation of it, similar to my piece I Was Promised a Hoverboard.  There’s also a show coming up in May for all the MFA graduates here at RISD.  For that I have something a bit bigger planned involving old TVs, projection mapping, and sound.  I’m really looking forward to seeing how that one turns out.  Right now it’s in its developing stages, and there are still a lot of details to work out.  Once I start putting the pieces together though, I will probably have some kind of documentation series on my website.

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Interview mit Antony Crossfield

Vor ein paar Wochen entdeckte ich Antony Crossfield’s Arbeiten zufällig online auf der NYer Klompching Gallery Website und war besonders angetan von seinen Fotografien. Hier nun ein Interview mit dem Londoner Künstler.

artpjf: Bitte stelle dich kurz vor.

artpjf: First give us some general information about yourself.

A.C.: Ich lebe in Hackney im Osten Londons. Ich begann meine Karriere als Maler, aber zurzeit arbeite ich größtenteils mit Photographie.
A.C.: I live in Hackney in east London. I began my career as a painter but am currently working mainly in photography.

artpjf: Beschreibe deinen Arbeitsprozess. Arbeitest du nur auf digitaler Basis?

artpjf: Describe the process of your work. Do you only work on a digital base?

A.C.: Mein Arbeitsverfahren ist beeinflusst von der Malerei. Alle meine Ideen werden anhand von Zeichnungen visualisiert. Die haben sich dann im Laufe der Zeit zu größeren komplexeren Zeichnungen entwickelt. Alles was ich tue transferiere ich letztendlich in ein beliebiges Medium, das für die Idee geeignet scheint. Mein Prozess kann am besten als Malerei mit Fotografie beschrieben werden. Der Kunstkritiker Howard Halle beschrieb das einst gut, als er sagte: „Die Malerei ist ein philosophisches Vorhaben, das nicht immer Farbe beinhalten muss…eine Art die Welt zu bestimmen und weder Wahrheit noch Fiktion ausschließlich repräsentiert, sondern ein wenig von beidem.“
Ich benutze digitale Werkzeuge, um mit der Fotografie zu malen, um Ideen, die die Kamera nicht in in einer einzigen, momentanen Einstellung ausführen könnte, auszufüren. Wie in der Malerei, verläuft mein Prozess langsam und taktweise. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fotografie, die einen einzigen Moment der Zeit einfriert, will ich, dass meine Fotografien die Zeit umfassen, und dabei verschiedene Momente in ein einziges Bild sichtbar gemacht werden. Der Sinn einer illusionistischen Ganzheit, die eine gebrochene und unsichere Realität maskiert, ist geschlossen in der Struktur der Fotografie durch das Verschmelzen zahlreicher Fragmente. Sie ist eine Metapher für die Illusion der Ganzheit im fragmentierten Selbst.

A.C.: My process is derived from my background in painting. All my ideas are developed through little drawings. These are progressed over time into larger more complex drawings. Eventually I transfer what I’m doing into whatever medium is appropriate to the idea.
My process can best be described as painting with photographs. The art critic Howard Halle put it well when he said: „Painting is a philosophical enterprise that doesn’t always involve paint…a way of organising the world that represents neither truth nor fiction exclusively but rather a little of both“. I use digital tools to paint with photography in order to pursue ideas the camera can’t express in a single, momentary shot. Like painting, my process is slow, layered and proceeds incrementally. Unlike conventional photography which freezes singular moments of time, I want my photographs to encompass time, distilling multiple moments into a single image. The sense of an illusory wholeness masking a fractured and uncertain reality is embedded in the very structure of the photographs, through the fusing of numerous image fragments, and functions as a metaphor for the illusion of wholeness in the fragmented self.

artpjf: In einigen deiner Arbeiten verwendest du Körperfragmente um befremdliche Formen des Menschlichen zu kreieren. Wie sollte der Betrachter auf deine Werke antworten?

artpjf: In some of your works you use body fragments to create an alienational form of the human kind. How should the viewer respond to your works?
A.C.: Der Betrachter soll physisch wie auch intellektuell das Werk betrachten. Im besten Falle regt das Werk zum Nachdenken an und ruft Fragen und Zweifel hervor über die körperlichen Grenzen, sowie herausfordernde Konventionen über die Relation von Ich und Körper. Aber ich hoffe auch, dass meine Werke eine physische Antwort auf einer starken emotionalen Basis hervorrufen. In einer Art und Weise möchte ich, dass die Bilder verstören, provozieren und Unbehagen schaffen, gleichzeitig aber auch als schön gewertet werden, vielleicht nicht mit dem konventionellen Begriff von Schönheit durch kommerziell retouschierte Körper, aber stattdessen, diese eigenartige Schönheit blauer Geäder unter marmorierter Haut und glitzernden Figuren in dunklen Räumen, die, von meinem Blickwinkel, täuschen und verführen können.

A.C.: I want viewers of my work to respond both viscerally and intellectually. Hopefully the work is thought provoking, raising questions and doubts about the body’s boundaries as well as challenging conventions about the relation between the self and the body. But I also hope the work can trigger an almost physical response at a gut level. In some sense I want the images to disturb, provoke and create unease but I also think there is beauty in them too, perhaps not the conventional beauty of commercially retouched bodies, but instead, the strange beauty of blue veins under mottled skin and glistening figures in darkened rooms which, to my eye, can beguile and seduce.

artpjf: Haben die „Foreign Bodies“ spezielle Eigenschaften? Wie verhalten sich die Persönlichkeiten und welche Beziehung haben sie zueinander?

artpjf: Have the „Foreign Bodies“ special characteristics? How do both personalities behave together and what kind of relationship do they have?

A.C.: In der Serie „Foreign Body“ versuche ich die traditionelle Idee des Körpers als Raum des Ichs zu hinterfragen und untergraben, und es stattdessen als offen, porös und als Ort der Interaktion zwischen Körpern zu präsentieren. Ich versuche eine neue Art der Portraitierung zu finden, die zeigt wie die Figuren und die Welt sich vermischen, um den Austausch und das Wechselspiel der Körper, deren Umgebung und Sonstiges zu porträtieren; um die Fluidität, Instabilität und die sich wechselnde Natur der Körper und des Ichs zu betonen und die lange historische Tendenz des Portraits einer Selbstidentität als statisch-gleich, bestimmt und wohlbehalten im Körper enthalten, zu interminieren.
Bisher habe ich mich vor allem auf den nackten männlichen Körper fokussiert, da ich in den anspruchsvollen Koventionen der Portraitierung von Männern durch die Kunstgeschichte interessiert bin, wie auch die dominante Konvention in der Geschichte des Akts von männlichen Künstlern, die Frauen portraitieren, um sie umzukehren und dabei zu objektivieren. Die Beziehung zwischen den Figuren ist geprägt von einer Unischerheit und Abhängigkeit. Unsicherheit bezüglich dem Ende und dem Beginn, Abhängigkeit bezüglich den eigenen Sinn des Ichs. Deren Körper fixieren nicht mehr die Idee des Ichs, sondern sind vielmehr der Wirkungsraum wo das Ich umkämpft wird.

A.C.: In the series „Foreign Body“ I am trying to question and undermine the traditional idea of the body as a vessel for the self and instead present it as as open, porous and a place of interchange between bodies. I am trying to find a new way of portraying people that shows how they and the world intermingle, to portray the exchange and interplay between the body, the other, and their surroundings. To emphasise the fluidity, instability, and changeable nature of the body and the self and undermine the long historical tendency to portray self identity as somehow static, fixed and safely contained within the body.
So far I have mainly focused on the naked male figure as I am interested in challenging conventions of portrayals of men throughout art history as well as reversing the dominant convention in the history of the nude of male artists portraying women, and thereby objectifying them. Portraying the naked body as vulnerable and penetrable and not as a place of control or self mastery has extra resonances when the model is male.
The relationship between the figures is one of uncertainty and dependence. Uncertainty as to where one ends and the other begins and dependence on the other for their own sense of self. Their bodies no longer secure the idea of self, but rather are the domain where the self is contested.


artpjf: Erzähl uns ein wenig über die „War Dance“ Serie.

artpjf: Tell us a bit about the series „War Dance“.

A.C.:
War Dance ist eine Serie von Bildern die Maskulinität und die Repräsentierung des männlichen Körpers behandelt. Ich fotografierte Models besetzt im „Krieg des Ziehens“ – ein Kräftemessen, indem man eine Schnur in die entgegengesetzte Richtung zieht. Durch digitale Manipulation wurde die Schnur entfernt, sodass man nur die gekrümmten Körper der Models sieht, die sich abseihen und in einer Art und Weise gestikulieren, die ohne Schnur eigentümlich wirkt. Durch diese simple Intervention im Bild ist die Dynamik des Bildes völlig verändert: die Figuren scheinen in einem eigenartigen Tanz besetzt und vielmehr auf einander zuzugehen als sich gegenseitig wegzuziehen. Die vermeintliche „raue Kraft“ der maskulinen Stärke, mit ihrer Assoziation einer authentischen Expression ist auf bestimmte Art und Weise lächerlich und theatralisch ausgeführt und ist auf ein rituales Tanzen ohne wahre Substanz reduziert. Die Beleuchtung betont diese theatralische Qualität – wie ein Schatten-Puppentheater, alles ist Illusion.

A.C.: War Dance is a series of pictures that examine masculinity and presentations of the male body. I photographed models engaged in a ‚tug of war‘ contest – a contest of strength by pulling on a rope in opposite directions. Through digital manipulation the rope has been removed leaving only the contorted bodies of the models, straining and gesticulating in ways that seem odd without the rope. Through this simple intervention in the picture the dynamic of the image is completely changed: the figures almost appear to be engaged in a strange dance, appearing to reach toward one another rather than pulling apart. The supposed ‚raw power‘ of masculine strength, with its associations of authentic and unmediated expression, is subverted and rendered somehow ridiculous and histrionic, reducing it to a kind of ritual dance lacking real substance. The lighting emphasises this theatrical quality – like a shadow-puppet theatre, all is illusory.

artpjf: Aus deiner Sicht, wie wird der Körper in unserer Gesellschaft wahrgenommen? Welche Rolle spielt er heutzutage?

artpjf: From your point of view, how is the body to be placed in our society? What role does it play nowadays?

A.C.: Der Körper ist einer stetig wachsenden Überwachung, Druck und Missverständnissen ausgesetzt. Wir leben in einer Zeit gewaltigen technologischen Fortschritts, wobei Fotografien so einfach verformt und entstellt werden, um falsche Bilder zu kreieren, die dennoch die Autorität einer Dokumentation tragen. Ich bin vor allem daran interessiert wie dieser falsch platzierte Glaube in der Wahrhaftigkeit des fotografischen Bildes unser Verständnis des Körpers bestimmt, vor allem seit unsere Kultur von solch einer Metaphorik dominiert wird; und wie solche Abbildverzerrungen den Blick auf uns selbst verformen und sich sogar physisch auf den Körper manifestieren.

A.C.: The body is subjected to ever increasing scrutiny, pressures and misunderstanding. We live in an age of huge technological advances whereby photography can be so easily altered and distorted to create false images that somehow still carry the authority of documentary evidence. I’m particularly interested in how this misplaced belief in the veracity of the photographic image affects our understanding of the body especially since our culture is dominated by such imagery. And how such distortions can warp our view of ourselves and even come to manifest themselves physically on the body.

artpjf: Was ist in nächster Zeit von dir zu erwarten?

artpjf: Any upcoming projects?

A.C.:Viele neue Projekte sind in Arbeit, hoffentlich werde ich einige bald auf die Website www.antonycrossfield.com online stellen können.

A.C.:
Lots of new work in development, hopefully I should be able to present some of it on my website www.antonycrossfield.com soon.

Interview mit Frau Isa

Frau Isa lernte ich durch den bekannten Graffiti-Künstler Nychos (tumblr rabbit eye movement) kennen. Die junge Künstlerin ist in Österreich namhaft für ihre Figuren-Werke und auf dem besten Weg sich international einen Namen zu schaffen. Das Interview fand gemütlich im Cafe Jelinek im 6. Bezirk statt.

artpjf: Bitte stelle dich in deinen Worten kurz vor.

Frau Isa: Ich bin 25 Jahre alt, lebe und arbeite als freischaffende Künstlerin in Wien.

artpjf: Wann und wie bist du zum ersten Mal mit Graffiti, Street/Urban Art in Kontakt gekommen?

Frau Isa: Das war mit 16, eigentlich hat mich das Thema schon länger interessiert… Zu dieser Zeit hatte ich einen Freund, der das machte und so hab ich dann den Zugang dazu gefunden und auch selber angefangen, weil es mir sehr gefiel frei malen zu können, und es auch etwas Untypisches war zu dieser Zeit. Mit Pinsel gemalt habe ich schon immer.

artpjf: Was malst du gerne, was hast du früher immer gemalt?

Frau Isa: Hauptsächlich arbeite ich mit Acryl und immer schon Figuratives, nie Abstraktes, vielmehr Illustratives. Für mich ist es wichtig dass meine Arbeiten mich während dem Malen schon unterhalten, sei es durch den Inhalt oder einfach durch kleine Details die mich zum Schmunzeln bringen…

artpjf: Wie beschreibst du die Figur Isa? So wie ich das sehe, verkörpern die Figuren dich…?

Frau Isa: Das ist gar nicht beabsichtigt, aber viele sagen, dass ich entweder immer mich male oder dass ich zu meinen Figuren werde. Sie haben anscheinend immer mein Gewand an. Es ist schwer zu beschreiben… eigentlich sind sie total naive fast schon subtil dämliche Mädels, die auf jeden Fall nicht in der Gegenwart leben und aus einer Art erfundenen Vergangenheit sind. Ich bin ziemlich nostalgisch, deswegen mag ich die Vergangenheit möglicherweise lieber als die Zukunft. Die Figuren haben auch öfter mal Begleiter; Vögeltotenkopf-Männer, die als perfide, verschrobene Gegengewichte dienen. Es ist wie bei Märchen, da ist auch nicht immer alles lieb, sondern es gibt auch bisschen Mystisches, Grausliches, Furchteinflößendes darin…


artpjf: Denkst du gehört diese dunklere Motivik immer zur Graffiti-Sprache dazu?

Frau Isa: Nein, garnicht. Jeder hat seine eigenen Inhalte und Motive. Es ist schwer allgemein von einer Graffiti-Sprache zu reden, weil es die als solche gar nicht gibt. Für mich kann ich nur sagen dass diese Motivik dazugehört weil es der Spannung dient. Wie gesagt zum lieblich-naiven brauche ich das Dunkle, vielleicht sogar Bedrückende um ein Gleichgewicht zu schaffen.

artpjf: Wie bist du mit diesem territorialen Gedanken von Graffiti klargekommen und wie hast du dir deine Akzeptanz in der Szene verschafft?

Frau Isa: Man muss sich schon ein wenig behaupten, nicht nur als Mädchen, sondern generell. Es ist vor allem wichtig eine Idee von sich selbst zu haben, dann ist auch egal was um einen herum passiert. Ich beschäftige mich mit Szene-Fragen eigentlich gar nicht mehr, weil ich mich nicht als zugehörig fühle. Es gibt „Grundeinstellungen“ und Regeln die man laut manchen „befolgen muss“ Im Grunde genommen ist das schwachsinnig, solang man sich selbst ernst nimmt und man ein Ziel verfolgt braucht man keine Regeln. Man muss schon manchmal stark sein, da man teilweise mit Leuten in Kontakt kommt, die eine total schräge Einstellung haben, doch die Akzeptanz kommt auch von denen wenn man sich selbst akzeptiert.

artpjf: Hast du eine kleine Geschichte dazu?

Frau Isa: Ja, anfänglich hats nicht so geklappt mit der Akzeptanz, meine Bilder wurden übermalt, der Klassiker. Ich soll mal die Regeln lernen, hats geheißen… Das lag wohl hauptsächlich daran dass ich ein Mädel war das auch Mädelszeugs gemalt hat. Aber diese Respektlosigkeit kam hauptsächlich von Leuten die man selbst nicht ernstnehmen kann…

artpjf: Wann hattest du deine erste Ausstellung?

Frau Isa: Mit 17 hatte ich meine erste Ausstellung in Klagenfurt. 2008 hatte ich meine erste Solo- Ausstellung in Hannover. Ich habe überhaupt in Deutschland viel öfter ausgestellt als in Wien eigentlich…

artpjf: Wie kommt es dazu?

Frau Isa: Man ist im Ausland immer interessanter als in der eigenen Stadt. In Wien scheine ich erst jetzt interessant zu werden, eben weil ich im Ausland ausgestellt habe.

Allerdings muss ich hier meine Preise rechtfertigen, da ich nicht die Ausbildung habe die man von einem Künstler/einer Künstlerin erwartet in Österreich. Da hat man einen anderen Wert…

artpjf: Was ratest du jungen ambitionierten Künstler/innen wie dir, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten?

Frau Isa: Ganz viel zu machen und gar nicht zu sehr auf die anderen zu schauen… Es ist wichtig seinen eigenen Spirit und die Idee von sich selbst zu wahren, um möglichst gut mit seiner Sache voranzukommen. Man soll sich zwar auf jeden Fall für alles was passiert interessieren, und viel aufsaugen aber wichtig ist dass man sich trotzdem treu bleibt.

artpjf: Gibt es irgendetwas was dich richtig motiviert, einen Grund gibt immer weiter zu machen?

Frau Isa: Mich motiviert der Gedanke dass mein Leben und meine Arbeit richtig super sind. Manchmal gibt’s so Phasen wo man das vergisst, aber wenn’s einem wieder einfällt geht’s wieder weiter!

Ein paar random Fragen zum Schluss.

artpjf: Was war deine Lieblingskinderserie als Kind?

Frau Isa: Hm mal überlegen…Ich glaube es waren die Moomins.

artpjf: Du musst eine Puppe für deine kleine Schwester kaufen, wie sieht sie aus? Das Geschenk soll typisch „du“ sein.

Frau Isa: Auf jeden Fall etwas ganz simples mit Knopfaugen… aus irgendeinem alten Stoff, wahrscheinlich würde ich sie selber nähen. Ich mag Plastikpuppen nicht sonderlich. So eine Stoffpuppe mit genähtem Gesicht würde ich wählen, was Liebes…

artpjf: Dein liebstes stilles Örtchen?

Frau Isa: Hm…ich denke das Cafe Jelinek (lacht).

artpjf: Shuffle-Lied?

Frau Isa: Sally von Johnny Flynn… schönes Lied.

artpjf: Was ist in nächster Zeit von dir zu erwarten?

Frau Isa: Zurzeit hängen Arbeiten von mir im „Yoshis“ in der Wollzeile. Weiters mach ich im September bei mehreren Gruppenausstellungen mit, und nächstes Jahr ist eine Ausstellung in London fixiert und noch andere in Planung.

artpjf: Danke für das Interview.

Mehr von Frau Isa auf maedi-evil-art.com, flickr und tumblr.