Posts Tagged ‘ künstlerin ’

YUKO ASAI – Make-Up

Yuko Asai, aus Aichi Japan befasst sich mit Kosmetik als Phänomen der non-verbalen Kommunikation. Für Yuko dienen Kosmetika nicht nur als Maßnahme zur Verschönerung des Erscheinungsbildes, die Künstlerin sieht dabei sichtbare Zeichen der Machtideale, Emotionen, Einstellungen und Hoffnungen der Menschen, die auf der Oberfläche des Körpers erzeugt werden.

Gleichzeitig wird durch Kosmetik versucht die Alterung und die Begrenztheit des Körpers weniger sichtbar zu machen; aber auch ein auch neues Lebensgefühl zu erwecken und soziales Prestige auszudrücken.

Mehr auf yukoasai.com.

Advertisements

Interview mit Frau Isa

Frau Isa lernte ich durch den bekannten Graffiti-Künstler Nychos (tumblr rabbit eye movement) kennen. Die junge Künstlerin ist in Österreich namhaft für ihre Figuren-Werke und auf dem besten Weg sich international einen Namen zu schaffen. Das Interview fand gemütlich im Cafe Jelinek im 6. Bezirk statt.

artpjf: Bitte stelle dich in deinen Worten kurz vor.

Frau Isa: Ich bin 25 Jahre alt, lebe und arbeite als freischaffende Künstlerin in Wien.

artpjf: Wann und wie bist du zum ersten Mal mit Graffiti, Street/Urban Art in Kontakt gekommen?

Frau Isa: Das war mit 16, eigentlich hat mich das Thema schon länger interessiert… Zu dieser Zeit hatte ich einen Freund, der das machte und so hab ich dann den Zugang dazu gefunden und auch selber angefangen, weil es mir sehr gefiel frei malen zu können, und es auch etwas Untypisches war zu dieser Zeit. Mit Pinsel gemalt habe ich schon immer.

artpjf: Was malst du gerne, was hast du früher immer gemalt?

Frau Isa: Hauptsächlich arbeite ich mit Acryl und immer schon Figuratives, nie Abstraktes, vielmehr Illustratives. Für mich ist es wichtig dass meine Arbeiten mich während dem Malen schon unterhalten, sei es durch den Inhalt oder einfach durch kleine Details die mich zum Schmunzeln bringen…

artpjf: Wie beschreibst du die Figur Isa? So wie ich das sehe, verkörpern die Figuren dich…?

Frau Isa: Das ist gar nicht beabsichtigt, aber viele sagen, dass ich entweder immer mich male oder dass ich zu meinen Figuren werde. Sie haben anscheinend immer mein Gewand an. Es ist schwer zu beschreiben… eigentlich sind sie total naive fast schon subtil dämliche Mädels, die auf jeden Fall nicht in der Gegenwart leben und aus einer Art erfundenen Vergangenheit sind. Ich bin ziemlich nostalgisch, deswegen mag ich die Vergangenheit möglicherweise lieber als die Zukunft. Die Figuren haben auch öfter mal Begleiter; Vögeltotenkopf-Männer, die als perfide, verschrobene Gegengewichte dienen. Es ist wie bei Märchen, da ist auch nicht immer alles lieb, sondern es gibt auch bisschen Mystisches, Grausliches, Furchteinflößendes darin…


artpjf: Denkst du gehört diese dunklere Motivik immer zur Graffiti-Sprache dazu?

Frau Isa: Nein, garnicht. Jeder hat seine eigenen Inhalte und Motive. Es ist schwer allgemein von einer Graffiti-Sprache zu reden, weil es die als solche gar nicht gibt. Für mich kann ich nur sagen dass diese Motivik dazugehört weil es der Spannung dient. Wie gesagt zum lieblich-naiven brauche ich das Dunkle, vielleicht sogar Bedrückende um ein Gleichgewicht zu schaffen.

artpjf: Wie bist du mit diesem territorialen Gedanken von Graffiti klargekommen und wie hast du dir deine Akzeptanz in der Szene verschafft?

Frau Isa: Man muss sich schon ein wenig behaupten, nicht nur als Mädchen, sondern generell. Es ist vor allem wichtig eine Idee von sich selbst zu haben, dann ist auch egal was um einen herum passiert. Ich beschäftige mich mit Szene-Fragen eigentlich gar nicht mehr, weil ich mich nicht als zugehörig fühle. Es gibt „Grundeinstellungen“ und Regeln die man laut manchen „befolgen muss“ Im Grunde genommen ist das schwachsinnig, solang man sich selbst ernst nimmt und man ein Ziel verfolgt braucht man keine Regeln. Man muss schon manchmal stark sein, da man teilweise mit Leuten in Kontakt kommt, die eine total schräge Einstellung haben, doch die Akzeptanz kommt auch von denen wenn man sich selbst akzeptiert.

artpjf: Hast du eine kleine Geschichte dazu?

Frau Isa: Ja, anfänglich hats nicht so geklappt mit der Akzeptanz, meine Bilder wurden übermalt, der Klassiker. Ich soll mal die Regeln lernen, hats geheißen… Das lag wohl hauptsächlich daran dass ich ein Mädel war das auch Mädelszeugs gemalt hat. Aber diese Respektlosigkeit kam hauptsächlich von Leuten die man selbst nicht ernstnehmen kann…

artpjf: Wann hattest du deine erste Ausstellung?

Frau Isa: Mit 17 hatte ich meine erste Ausstellung in Klagenfurt. 2008 hatte ich meine erste Solo- Ausstellung in Hannover. Ich habe überhaupt in Deutschland viel öfter ausgestellt als in Wien eigentlich…

artpjf: Wie kommt es dazu?

Frau Isa: Man ist im Ausland immer interessanter als in der eigenen Stadt. In Wien scheine ich erst jetzt interessant zu werden, eben weil ich im Ausland ausgestellt habe.

Allerdings muss ich hier meine Preise rechtfertigen, da ich nicht die Ausbildung habe die man von einem Künstler/einer Künstlerin erwartet in Österreich. Da hat man einen anderen Wert…

artpjf: Was ratest du jungen ambitionierten Künstler/innen wie dir, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten?

Frau Isa: Ganz viel zu machen und gar nicht zu sehr auf die anderen zu schauen… Es ist wichtig seinen eigenen Spirit und die Idee von sich selbst zu wahren, um möglichst gut mit seiner Sache voranzukommen. Man soll sich zwar auf jeden Fall für alles was passiert interessieren, und viel aufsaugen aber wichtig ist dass man sich trotzdem treu bleibt.

artpjf: Gibt es irgendetwas was dich richtig motiviert, einen Grund gibt immer weiter zu machen?

Frau Isa: Mich motiviert der Gedanke dass mein Leben und meine Arbeit richtig super sind. Manchmal gibt’s so Phasen wo man das vergisst, aber wenn’s einem wieder einfällt geht’s wieder weiter!

Ein paar random Fragen zum Schluss.

artpjf: Was war deine Lieblingskinderserie als Kind?

Frau Isa: Hm mal überlegen…Ich glaube es waren die Moomins.

artpjf: Du musst eine Puppe für deine kleine Schwester kaufen, wie sieht sie aus? Das Geschenk soll typisch „du“ sein.

Frau Isa: Auf jeden Fall etwas ganz simples mit Knopfaugen… aus irgendeinem alten Stoff, wahrscheinlich würde ich sie selber nähen. Ich mag Plastikpuppen nicht sonderlich. So eine Stoffpuppe mit genähtem Gesicht würde ich wählen, was Liebes…

artpjf: Dein liebstes stilles Örtchen?

Frau Isa: Hm…ich denke das Cafe Jelinek (lacht).

artpjf: Shuffle-Lied?

Frau Isa: Sally von Johnny Flynn… schönes Lied.

artpjf: Was ist in nächster Zeit von dir zu erwarten?

Frau Isa: Zurzeit hängen Arbeiten von mir im „Yoshis“ in der Wollzeile. Weiters mach ich im September bei mehreren Gruppenausstellungen mit, und nächstes Jahr ist eine Ausstellung in London fixiert und noch andere in Planung.

artpjf: Danke für das Interview.

Mehr von Frau Isa auf maedi-evil-art.com, flickr und tumblr.

LISA SANDITZ – color and shape is fickle

Die Gemälde-Serie „Stateside“ befasst sich mit unterschiedlichen Szenerien der amerikanischen Landschaft und dem dortherrschenden kulturellen sowie ökonomischen Zustand. Nach drei Jahren kreativen Schaffenprozesses in industriellen Städten Chinas suchte die Künstlerin nach expressiven global-ökonomischen Phänomenen in der Umwelt. „Sock City“ zeigt dabei die auf Konsum basierende Beziehung zwischen China und den USA und dessen Auswirkung auf die Landschaftskomposition.

Lisa Sanditz‚ Gemälde sind voller schillernder Form- und Farbgebung. Das Betrachten der Landschaften erscheint wie ein Spiel ohne Regeln. Angedeutete Motive rhythmisieren in einer prachtvollen Farbatmosphäre. Eine Welt für sich.

Mehr auf lisasanditz.com.

An Artist’s Statement by Charlotte Young

NIKKI ROSATO – Cut Map

Nikki Rosato lebt und arbeitet in Boston. In Cut Map untersucht sie die physische Struktur des Körpers und veranschaulicht sie anhand von minuziös ausgeschnittenen Straßenrouten aus Landkarten.Die Landstellen werden ausgeschnitten. Was übrigbleibt sind die Bahnen und Kreuzungen, welche sie mit menschlichen Adern und Fasern vergleicht. Rosato schafft belebte Anzüge, die die Geschichte einer Reise ohne Ende und Ziel erzählen. Männliche und weibliche Anzüge setzt sie zueinander in Beziehung. Diese scheinen anhand ihrer fortlaufenden, gekoppelten Bahnen miteinander zu interagieren oder sich gegenseitig im voneinander Abwenden abzustoßen. Sie kommunizieren und birgen jeweils einen eigenen Charakter in sich und doch bleiben sie ohne Ausdruck, ohne Identität.

Mehr auf nikkirosato.com.

SARA NAIM – Beethoven Moonlight Sonata

Die Fotoserie zeigt eine Übersetzung der Klänge Beethovens in visueller, fluider Konsistenz. Zu beobachten ist eine stetige Steigerung der Reaktion der weißen, „mondfarbenen“ Flüssigkeit.

Fotografin Sara Naim lebt und arbeitet in New York. Mehr auf sara-naim.com

Sara Naim currently lives and works in New York city. Her base, however, expands to Dubai, Damascus and London. More on sara-naim.com.

KATJA LOHER – Why did the Bees leave?

 

Katja Loher’s Videos, die auf Oberflächen von Wetterballons projeziert werden, zeigen eine anynome Menschenmenge, die beginnt  eine strukturierte Choreographie aus Vogelperspektive zu präsentieren. Dabei wird dem Betrachter das Gefühl vermittelt, er sehe durch ein Mikroskop hindurch und würde ab und an Zeichen, Nummern und Buchstaben erkennen.

“Why did the Bees leave”: Aus einem Makro-Bild der Welt wird langsam auf die Vogelperspektive einer Stadt hineingezoomt.  Weiter geht es zur Blüte eines Baumes in einem Park, hin zu einer  Nahaufnahme, worin man eine Gruppe von „Bienenarbeiterinnen“ sieht, die die Blüte „bestäuben“. Sie erfüllen Aufgaben die 24 Stunden am Tag erfüllt werden müssen, um die Natur in Balance zu halten und die Menschheit zu erlauben auf dem Planeten weiterhin zu leben.

Katja Loher erinnert an den Naturkreislauf der Erde angefangen von den kleinsten Mitgliedern wie den Bienen, die Tag für Tag ihre Arbeit scheinbar grundlos und rein maschinell verrichten, dabei jedoch einen großen Teil im Gesamtkonzept ausmachen.

Mehr zu Katja Loher auf katjaloher.com.

The projected videos, shown on the surface of the weather balloons, consist of a bird’s- eye view of seemingly anonymous crowds of people that begin to perform structured choreographies. As if under a microscope we can study them for meaning, we begin to see that they have formed letters and questions. The Video-spheres insert those questions into the DNA of the planets. These questions are combined with scenes, where the people become numbered parts of a enormous machine of synchronized movement.

The beginning of “Why did the Bees leave” is put together through a communication system Katja Loher calls Video-alphabet, which represents the synthesis of her ongoing exploration of language as featured in most of her works. Video-alphabet is a code where human figures, captured in specific poses, represent a series of symbols, which, in post-production, are assembled into letters of the alphabet with which the artist forms words and questions. Such questions are concise and basic, visually rendered with strong chromatics and understated metaphors, which, notwithstanding an apparent lightness, outline a dramatic statement against man and the world, he has set up.

A macro-image of the world slowly zooms in, initially showing a bird’s-eye view of a city. It continues to zoom onto a blossom tree in a park, ultimately landing on a close-up image of a fruit tree flower where a group of workers attend the work of bees, pollinating the flowers. Workers become part of a machine of a synchronized movement: they perform tasks that need to be done 24 hours a day to keep nature balanced to allow mankind to survive on our planet at its current numbers.

More about Katja Loher on katjaloher.com.