Posts Tagged ‘ moderne kunst ’

TATE Gallery of Lost Art

The Gallery of Lost Art ist eine online Ausstellung, die die Geschichten verschollener Kunstwerke aufdeckt. Begonnen am 2. Juli 2012 zeigt die einjährige virtuelle Galerie einige der wichtigsten Werke der letzten 100 Jahre von mehr als 40 Künstlern der Moderne u.a. von Marcel Duchamp, Joan Miró, Willem de Kooning oder Tracey Emin.

Kuratiert von Tate und entworfen von ISO Studios erforscht die Online Galerie die moderne Kunstgeschichte aus einem völlig neuen Blickwinkel.  Abseits der musealen Sammlung der Institutionen existieren die verschwundenen Kunstwerke lediglich im virtuellen Raum, präsentiert durch erhaltene Fotografien, oftmals nicht in bester, wie heutzutage sonst gewohnter, Qualität.

Ein interessantes Projekt mit genügend Platz für Interaktionen und Diskussionen.

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Roman Opalka – „1965 / 1 – ∞“

Heute besuchte ich im Rahmen der Studierendengespräche die Museumsführung von Dr. Rainer Fuchs durch die Ausstellung „Museum der Wünsche“ im MUMOK. Diese Werkserie von Roman Opalka, die mir bei der Neueröffnung gar nicht richtig auffiel, hat es mir heute besonders angetan.

Ein paar Infos: Im Jahr 1965 begann der polnische Künstler Roman Opalka einen malerischen Prozess des Zählens – von eins bis unendlich. Beginnend mit der oberen linken Ecke der Leinwand setzte er das horizontale Malen der Zahlen bis zum Ende seiner Tage fort. Jede neue Leinwand begann mit der auf der letzten Zahl der vorigen und hatte stets die Größe von 196 x 135 cm. Jedes Werk hat dabei den  gleichen Titel, „1965 / 1 – ∞“. Das Konzept war endlos. Durch sein Tod fand sein Werk ein Ende.

MUMOK Neueröffnung/Museum der Wünsche

Das mumok präsentiert sich nach dem Umbau neu: Neben notwendigen
Sanierungen der Terrazzoböden wurden architektonische Maßnahmen für mehr
Funktionalität im Museumsbetrieb umgesetzt. Kernstück stellt das neue, von Heimo Zobernig und Michael Wallraff gestaltete mumok kino dar. Die Integration von Künstlerinnen und Künstlern war für mumok-Direktorin Karola Kraus ein wesentliches Anliegen bei der Planung des Umbaus.

„Das mumok hat in nahezu 50 Jahren eine eindrucksvolle Sammlung aufgebaut, die in Österreich eine zentrale Rolle im Bildungs- und Kulturgeschehen spielt und dem internationalen Vergleich mit anderen großen Häusern in Qualität und Profil standhält.

Die Sammlung ist Grundlage und Herausforderung für die gegenwärtige und zukünftige Museumspolitik. Mit dem Museum der Wünsche wird die Sammlung einer physischen Inventur unterzogen und jenen Werken gegenübergestellt, die in Zukunft herausfordernder Teil der Sammlung werden sollen.

Die Ausstellung soll nicht die Kunstgeschichte von A bis Z vorführen, die Arbeiten chronologisch fein säuberlich und endgültig auffädeln. Ich möchte vielmehr durch thematische Konstellationen und generationsübergreifende Gegenüberstellungen neue Sichtweisen auf die Kunstgeschichte vorschlagen, in die wir selbst mit unseren Meinungen, Interpretationen und Bewertungen involviert sind.

Wie die Aufstellung der Sammlung im Museum der Wünsche zeigt, beruht die Lebendigkeit und Aktualität einer Sammlung auf dem permanenten Austausch und dem kontinuierlichen Dialog zwischen dem Bestehenden und dem Neuen, zwischen den internen Gegebenheiten und dem von außen Kommenden.“ (Karola Kraus)

(Quelle: Presse mumok)

Fotos von Dimitri Aschwanden. Mehr auf facebook und flickr.

her ARTic impression:

Karola Kraus weist mit „Museum der Wünsche“ in die Zukunft. Gleichzeitig erinnert sie auf das bereits Vorhandene. Sie zeigt die Möglichkeiten zu einer Erweiterung, einem Vorankommen zur Anleitung neuer Diskurse. Ihre „ankaufsstrategischen Zielsetzungen“ sind dabei interessant zu beobachten.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ich jedenfalls freue mich schon auf die kommenden Diskussionen, Performances und ganz besonders auf das Filmprogramm vom 05.10 bis 20.10 im neuen Kino-Saal.

ELIAS KAFOUROS – Small detail, BIG DEAL?

Elias Kafouros lebt und arbeitet in Athen. Er kreiert detaillierte Kompositionen aus einzelnen Charakteren, zusammengestellt und veranschaulicht in unterschiedlichen Zwischenebenen. Elias spielt mit bekannten visuellen Mustern und verfeint sie mit ironisch-paradoxen Details. Seine Figuren haben einen starken Eigenwert im Charakter, interagieren allerdings kaum miteinander. Abgestimmt in einem Farbton verbindet er sie stets mit der Umgebung, und fügt fantastische oder völlig kontextlose Alltagsgestände hinzu. Die Tinte-und Kulizeichnungen decken bei jedem Anblick Neues auf und behalten dadurch ihre Spannung.

Mehr auf eliaskafouros.com.


http://voltashow.com/Elias-Kafouros.7179.0.html

Elias Kafouros lebt und arbeitet in Athen.

ANDREW SENDOR – Stille Skulpturen

Glatt und unberührt sind Andrew Sendor’s Ölbilder auf Plexiglas, die eine Hybridisierung der Vergangenheit und Gegenwart, Fakt und Fiktion, klassische und zeitgenössische Kunstmethoden herstellen.

Sendor provoziert mit dem Empfinden starker Gegensätze. Menschliche Figuren als stille Skulpturen/Plastiken im zweidimensionalen Raum werden dargestellt; der Künstler steht vor der weißen Wand, der Jünglingstorso vor der Aktfotografie einer Frau… Eine Re-kontexualisierung findet in Bezug zur musealen Präsentation statt.

Die Charaktere wurden von Cabinet Portraits aus den 1880ern aufgegriffen, vorwiegend aus den USA. Die Fotos wurden von antiken Läden oder Flohmärkten erworben. Was von den „verlassenen“ Fotografien übrigbleibt, ist bloße Erinnerung. Sie werden transponiert, neuplatziert zwischen Schein und Wirklichkeit und adoptieren eine Überflut an neuen Assotiationen.

Mehr auf www.artofandrew.com.

Foto des Tages

Mike Nelson @ British Pavillon La Biennale di Venezia 2011

(Foto: Melissa Augustin)

OLEG DOU – Tears

Oleg Dou ist Künstler aus Russland. Seine mittels Bildbearbeitungsprogramm kreierten Fotografien zeigen Portraits in Zwischenebene des Hässlichen und Schönen.

Oleg Dou wuchs in einer Künstlerfamilie auf und faszinierte sich für Renaissance Portraits. Aus einer Begeisterung für surrealistische teils pervertierte Gesichtsdarstellungen entwickelte sich die Intention zur Eigenkreation. Dou greift stereotypische Darstellungsformen auf und bringt sie in einem neuen, komplexeren Kontext, sodass der Betrachter mit demonstrativ unnatürlichen Portraiteigenschaften konfrontiert wird.

Solo-show @RTR gallery, Paris vom 23. Februar bis 9. April und @Espace-art22, Brussels vom 25. März bis 24. April.

Mehr auf douart.ru und aidangallery.ru.