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PERFEKT WORLD „Jesus Christ Super Sale“ @ PERFEKT BOX, MQ

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„The present age prefers the sign to the thing signified, the copy to the original, fancy to reality, the appearance to the essence… for in these days illusion only is sacred, truth profane.“ – Ludwig Andreas Feuerbach

In time for the final stretch of the Christmas shopping madness PERFEKT WORLD put on their first group exhibition in their new contemporary space PERFEKT BOX at the MQ in Vienna.

An exhibition, a Christmas market, a holy spirited special offer – „Jesus Christ Super Sale“ is an examination of the cultural and commercial phenomenon of Christmas and how it has gone from religious tradition to a celebration of commerce. 10 artists visualize their positions in the form of buyable objects

Artists: Boicut + Zwupp! //  Die Luntisten // Wald & Schwert // Lumpenpack + Mafia // Paul Busk // PERFEKT WORLD // Tobias Held + Michael Tripold (Atzgerei) // Soybot // Nize // Josef Wurm

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As usual the art collective PERFEKT WORLD suprises with it’s special kind of criticism and humor by provoking their audience with a mixture of sarcasm and trashy pop-cultural banality. It seems as if they are laughing at this whole Christmas shopping madness by turning the exhibition into a christmas art market itself and at the same time managing to show the biggest spacial and artistic potential with a variety of local artists in this little box.
The exhibition runs till 23.12.2012. Make sure to check it out!

Photos by Dimitri Aschwanden. More on artpjf fb album.

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MUMOK Neueröffnung/Museum der Wünsche

Das mumok präsentiert sich nach dem Umbau neu: Neben notwendigen
Sanierungen der Terrazzoböden wurden architektonische Maßnahmen für mehr
Funktionalität im Museumsbetrieb umgesetzt. Kernstück stellt das neue, von Heimo Zobernig und Michael Wallraff gestaltete mumok kino dar. Die Integration von Künstlerinnen und Künstlern war für mumok-Direktorin Karola Kraus ein wesentliches Anliegen bei der Planung des Umbaus.

„Das mumok hat in nahezu 50 Jahren eine eindrucksvolle Sammlung aufgebaut, die in Österreich eine zentrale Rolle im Bildungs- und Kulturgeschehen spielt und dem internationalen Vergleich mit anderen großen Häusern in Qualität und Profil standhält.

Die Sammlung ist Grundlage und Herausforderung für die gegenwärtige und zukünftige Museumspolitik. Mit dem Museum der Wünsche wird die Sammlung einer physischen Inventur unterzogen und jenen Werken gegenübergestellt, die in Zukunft herausfordernder Teil der Sammlung werden sollen.

Die Ausstellung soll nicht die Kunstgeschichte von A bis Z vorführen, die Arbeiten chronologisch fein säuberlich und endgültig auffädeln. Ich möchte vielmehr durch thematische Konstellationen und generationsübergreifende Gegenüberstellungen neue Sichtweisen auf die Kunstgeschichte vorschlagen, in die wir selbst mit unseren Meinungen, Interpretationen und Bewertungen involviert sind.

Wie die Aufstellung der Sammlung im Museum der Wünsche zeigt, beruht die Lebendigkeit und Aktualität einer Sammlung auf dem permanenten Austausch und dem kontinuierlichen Dialog zwischen dem Bestehenden und dem Neuen, zwischen den internen Gegebenheiten und dem von außen Kommenden.“ (Karola Kraus)

(Quelle: Presse mumok)

Fotos von Dimitri Aschwanden. Mehr auf facebook und flickr.

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Karola Kraus weist mit „Museum der Wünsche“ in die Zukunft. Gleichzeitig erinnert sie auf das bereits Vorhandene. Sie zeigt die Möglichkeiten zu einer Erweiterung, einem Vorankommen zur Anleitung neuer Diskurse. Ihre „ankaufsstrategischen Zielsetzungen“ sind dabei interessant zu beobachten.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ich jedenfalls freue mich schon auf die kommenden Diskussionen, Performances und ganz besonders auf das Filmprogramm vom 05.10 bis 20.10 im neuen Kino-Saal.

STYLE NEEDS NO COLOR (SNNC) – RUN VIE exhibition opening @ Raum D quartier 21

Style Needs No Color vertritt die Auffassung, dass überbordende Farbauswahl und der Einsatz von pseudo-flashy Techniken das schwache Fundament einer Nicht-Existenz künstlerischer Inspiration nicht überdecken sollten. Die Philosophie, dass sich Kunst als solche gegen alles und jeden behaupten kann – ohne unnötig gewählte Ablenkungsmanöver – wird mit allen Mitteln gelebt. SNNC-Artists beschränken ihre Farbpalette nicht nur deshalb auf Schwarz und Weiß.

„Schwarz auf Weiss Vol.II“, die Nachfolge-Veröffentlichung ihrer erfolgreichen ersten Buch-Publikation, zeigt diesen Stil in voller Konsequenz. Seit Anbeginn manifestiert sich die Aktionsfähigkeit des Kollektivs in manigfaltier Form: Ausstellungen, Live-Painting-Shows, Installationen und Streetwear-Kooperationen mit KünstlerInnen aus aller Welt. Das Schwarz/Weiß-Illustrations-Netzwerk gedeiht und wächst unaufhaltsam.

Künstler:
Clemens Behr (installation), Sebastian Tomczak (motion graphic), Nychos, Pixelpancho, Kornel, Dust, Bark in the Yard (BITY, represented by BSCT), Aro, Frau Isa, Mike Hyp, Ink-A-Zoid, Pisa73, Base23, Manuva

(Quelle www.runvie.at)

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Das Projekt ist noch in seinen Anfängen, doch die Publikation ist durch die vielfältige künstlerische Gestaltung und dem idealen Konzept durchaus empfehlenswert (und für 20,- Euro auch leistbar). Die Ausstellung, vor allem die Installation von Clemens Behr, sollte man sich auch nicht entgehen lassen. Nychos (YES KIDS IT’S ACID – Urban Art Attack @ Donaukanal Wien) und Frau Isa (Interview mit Frau Isa) sind auch dabei.

Fotos von Dimitri Aschwanden.

Mehr auf facebook und flickr.

Magie des Objekts @ Leopold Museum

Der Künstler und Kurator Fritz Simak zeigt im Leopold Museum erstmals eine Auswahl von Photoarbeiten aus dem SPUTNIK Fundus, bestehend aus der Sammlung Andra Spallart und der Sammlung Fritz Simak. Rund 200 Werke bieten eine faszinierende Zusammenschau und Gegenüberstellung historischer Aufnahmen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit Werken zeitgenössischer Photographie. In neuem, oftmals überraschenden
Kontext werden bekannte »Klassiker« der Photographie mit weniger bekannten, aber nicht minder wichtigen Beispielen präsentiert.

In einzelnen Themengruppen stehen sich historische und zeitgenössische Photographien gegenüber, Künstler unterschiedlicher regionaler Zugehörigkeit werden nebeneinander präsentiert. So fügt sich zum Beispiel die zarte Blumendarstellung aus der Serie »Wildnis« des zeitgenössischen Photokünstlers Robert Zahornicky von 1999 nahtlos an einen Naturselbstdruck aus der k. k. Staatsdruckerei Wien aus dem Jahr 1853. Das Photo einer zweigeteilten Zwiebel der deutschen Bauhausphotographin Elsa Thiemann aus den 1930er Jahren hängt neben der Darstellung einer durchschnittenen Artischocke, die 1930 vom Amerikaner Edward Weston festgehalten wurde. Schließlich stellt der Kurator die »Self service indoor sculpture« des österreichischen Konzeptkünstlers Erwin Wurm von 1999 einem in Pose gebrachten weiblichen Akt des Photostudios Manasse aus den 1920er Jahren gegenüber.

Zahlreiche weitere Werke unterschiedlicher Epochen fügen sich in der Ausstellung assoziativ und höchst anregend unter eine gemeinsame thematische Klammer. Die Ausstellung zeigt unter anderem Photoarbeiten von Berenice Abbott, Ansel Adams, Herbert Bayer, Harry Callahan, Giovanni Castell, Madame D´Ora, Alfred Ehrhardt, Ernst Haas, Leo Kandl, Hans Kupelwieser, Elfriede Mejchar, Richard Misrach, Wolfgang Reichmann, Aaron Siskind, Josef Sudek, Arthur Tress, Todd Watts und Edward Weston.

(Textquelle: www.leopoldmuseum.org)

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Die ungewohnten Gegenüberstellungen der Bildstrecken fordern den Betrachter zum aktiven Sehen auf. Leben und Tod, Fleisch und Gras, Reales und Imaginäres, Natürlichkeit und Künstlichkeit sind einige der motivischen Gegenüberstellungen, die die höchst spannende Vielseitigkeit der Ausstellung bilden. „Magie des Objekts“ verfolgt eine klare Antihistorik und motivische Gegenästhetik in der Auswahl der Werke, sowie ihrer Platzierung. Historische und zeitgenössische Photographien stehen sich gegenüber. Der Betrachter wird dazu aufgefordert eigene Vorstellungen zur Geschichte des Werks zu entwickeln. Die belehrenden Texte bleiben aus, die Konzentration liegt auf die künstlerische Eigenständigkeit der Werke. Für diejenigen, denen die Ausstellung zu wenig Text bietet, empfehle ich die lesenswerten Aufsätze im Katalog, die bei dortigen Sitzmöglichkeiten konstenlos zur Verfügung gestellt sind.

Eine Führung vom Kurator folgt am 25. August um 18 Uhr.

Preise:
(mehr unter leopoldmuseum.org)

Erwachsene 11,00 EUR
Freier Eintritt: Presse, Fremdenführer, LM-Museumsfreunde, ICOM (alle mit Ausweis), Kinder bis 7 Jahre
Ermäßigungen gegen Ausweis: Schüler, Lehrlinge, Studenten bis 27 Jahre, Präsenz- und Zivildiener, Beschäftigungslose, Behinderte, Kriegsversehrte, Kunsthistorikerverband, Kunstvermittlerverband, Mitarbeiter von Hauptsponsoren, Gebührenbefreite 7,00 EUR
Senioren 8,00 EUR
Familienkarte: 2 Erwachsene + bis zu 3 Kinder (unter 18 Jahre) 23,00 EUR

Foto des Tages

@ MQ Wien

URBANSCREEN @ 10 Jahre MQ Feier


[Photographies © Vanessa Zheng www.winterblu.com]

Das Künstlerkollektiv URBANSCREEN aus Deutschland schafft Großbildprojektionen auf städtischen Flächen, auch genannt „mapping“.

2008 gegründet, entwickelt das Kreativ-Unternehmen mediale Konzepte für den urbanen Raum und überträgt sie in einen Dialog zwischen Kunst und Kommunikation.

Durch die Projektion bestimmter Bildpunkte einer Fassade werden dreidimensionale Formen geschaffen. Um die Projektion exakt auf die Lokalität anzupassen wurde ein spezielles Verfahren (LUMENTEKTUR) entwickelt, um ein maßgeschneidertes Lichterlebnis zu ermöglichen.

URBANSCREEN bespielten gestern die Fassade des Leopold Museums und machten damit den Hof des Museumquartiers in Wien zum „mehrdimensionalen Bühnenraum“ (in Kooperation mit dem sound:frame Festival und AV – kuratiert von Eva Fischer).

Mehr auf urbanscreen.com und m-q.at.

her ARTic impression:

Ein schönes großflächiges Erlebnis im, leider etwas zu kalten, Museumsquartier. Die Performance hätte dennoch ruhig länger laufen können. Weitere derartige visuelle Projekte in der Stadt Wien wären äußerst wünschenswert.

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NEOZOON – Street Art aus Pelz

NEOZOON ist ein europäisches Künstlerkollektiv aus Berlin und Paris, das im Rahmen der 10 Jahre MQ-Feier von der Galerie INOPERAbLE eingeladen wurde. Die Künstlerinnen arbeiten mit alten Pelzmänteln aus denen sie Cut-Outs in Form von Tieren schaffen und diese dann im urbanen Kontext wieder freilassen. Dabei hinterfragen sie immer wieder die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Zufällig trafen wir NEOZOON beim Anbringen der Affen und Lämmer, die auf eindrucksvolle Art und Weise in den Kontext der Street Art Passage hineinintegriert wurden.

Weitere Attacken sollen nach Angaben von NEOZOON demnächst folgen – Augen offen halten!

NEOZOON create animal Cut-Outs out of second-hand fur coats which they place in urban surroundings to question today’s relationship between men and animal.

Video auf arte, set auf flickr

Text und Fotos: Melanie Cichos

Spanische Hofreitschule – weitere Attacke in der Stollgasse, Wien… 



POWER UP – Female Pop Art @ Kunsthalle Wien

POWER UP – Female Pop Art entdeckt und interpretiert herausragende Künstlerinnen der Popkunst neu; Pop Art als Kunstrichtung, die bis heute vor allem mit männlichen Protagonisten verbunden wird.

Die 60er, 70er Jahre sind eine Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs, der Massen- und Medienkultur.

Plastik, grelle Farben, reduzierte Formen und graphische Konturen stellen die Materialien und Techniken der Pop Art dar. Die Künstlerinnen folgen dem stilistischen Beispiel der männlichen Dominanz, stellen aber kritische, vor allem feministische Motive in den Vordergrund. Die für ihre „Nana-Figuren“ bekannte Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle ist die berühmteste Künstlerin der Ausstellung. Zusammen mit Christa Dichgans, Rosalyn Drexler, Jann Hoaworth, Dorothy Iannone, Kiki Kogelnik und Weiteren zeigen sie die Oberflächlichkeit der Konsumkultur, setzen sich kritisch mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft auseinander und thematisieren die Klischees der Massenmedien und Superstarerscheinungen.

Künstlerinnen: Niki de Saint Phalle, Evelyne Axell, Sister Corita, Christa Dichgans, Rosalyn Drexler, Jann Hoaworth, Dorothy Iannone, Kiki Kogelnik, Marisol Escobar

her ARTic impression:

Der besondere Fokus auf weibliche Künstler lässt eine heute äußerst bekannte und beliebte Kunstrichtung in neuem Licht erscheinen. Künstlerinnen wie Nike de Saint Phalle oder Kiki Kogelnik wussten sich in der Kunstszene zu etablieren. Durch solch starke Persönlichkeiten, die ihre Welt aus ungeschönter Sichtweise zeigten, gewann die Problematik der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau an Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung bietet verschiedenste Kunst,- sowie Informationsformen zu Female Pop Art an. Der Betrachter wird auf einfache und auch ausführliche Art und Weise an das Thema herangeführt.

Besonders gefallen haben mir die verschiedensten „Stationen“ der Ausstellung, sowie die Auswahl der Künstlerinnen, die einen äußerst vielseitigen und interessanten Einblick auf die Female Pop Art ermöglichen. Nicht nur bloßer Feminismus ist auf den Leiwänden, Filmen oder Skulpturen zu sehen, sondern vor allem eine neuartige Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist der 60er, 70er Jahre.

Als etwas störend jedoch, konnte man die „aufdringlichen“ Audioaufnahmen empfinden, die während des gesamten Besuchs zu hören sind und teilweise ineinandergreifen.

Zusammenfassend lässt sich POWER UP – Female Pop Art als Ausstellung mit aktuellem Thema, sowie moderner und aufregender künstlerischer Darbietung definieren. Zu sehen in der Kunsthalle Wien im Museumsquatier bis 20. Februar 2011.

Bruce Connor @ Kunsthalle Wien

Bruce Conner, geboren 1933 in McPherson, Kansas, wird in einem Atemzug mit den großen Avantgardisten wie Jack Smith, Jonas Mekas und Andy Warhol genannt. Seine Experimentalfilme zählen heute zu den Vorläufern der MTV-Clips. Conner hat nicht nur neue Wege des Filmemachens aufgezeigt, sondern sich durch seine Arbeiten in unterschiedlichsten Medien immer wieder selbst neuerfunden, seit er als bildender Künstler in den 1950er Jahren zuerst mit Assemblagen bekannt geworden war. Künstlerische Identität und Authentizität waren für den Künstler dehnbare Begriffe, die er kritisch und humorvoll hinterfragte. Ob er eine politische Kandidatur inszenierte, den Namen seines Freunden Dennis Hopper als Pseudonym verwendete oder sich weigerte, seine Werke zu signieren, entzog er sich künstlerischen, persönlichen und markttauglichen Kategorisierungen.

Seine STAR-Zeichnungen erinnern an einen dunklen Nachthimmel, aus dem Sterne als kleine weiße Punkte erscheinen oder aber auch an den flimmernden Bildschirm eines Fernsehapparates. Die Zeichnungen sind das Ergebnis einer intensiven, anhaltenden Konzentration und künstlerischen Anstrengung. Conner zeichnete mit Feder und Tinte stetig Linien auf weißes Papier, bis dieses fast schwarz und der Papierhintergrund nur mehr in Form kleiner Punkte sichtbar war.

Die INKBLOTS (Tintenkleckszeichungen) erinnern auf den ersten Blick an Rorschachtests, wie sie zur Psychodiagnostik eingesetzt werden. Conners Tintenkleckse sind in regelmäßigen, unterschiedlich dichten Mustern angeordnet. Jedes einzelne Muster kann individuell gesehen und verstanden werden. Der Künstler verfolgte allerdings nicht die Absicht, zu psychologischen Assoziationen anzuregen.

Bruce Connor befasste sich ebenso künstlerisch mit Mandalas. Sie belegen seine meditative Auseinandersetzung mit der Zeichnung als Mittel der „geistigen Entleerung“.

Die Gemälde von Bruce Conner stehen eng mit seinen Papierarbeiten und seinen Filmarbeiten in Verbindung. Zumeist malte der Künstler mit Latexfarbe, Acryl oder Öl auf Leinwand, ohne sich vorher auf ein Format festzulegen. Das Farbspektrum ist extrem reduziert.
Conner verwendet die Symmetrie als Kompositionsprinzip, was sich auch in seinen Filmen wiederfindet.

In seinem Film CROSSROADS inszeniert Conner das atomare Inferno.
Die Arbeit basiert auf Archivmaterial der amerikanischen Regierung, das den Atombombentest „Crossroads“ im Bikini-Atoll am 25. Juli 1946 zeigt. Conner schneidet Aufnahmen zusammen, auf denen die Unterwasserexplosion der Atombombe Baker aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen ist. Er ästhetisiert das Geschehen durch Wiederholung und Verlangsamung. Die Musik spielt auch hier eine wichtige Rolle: nach stillen Sequenzen setzt eine melancholische Melodie ein, mit emotionalem, dramatischem Grundton.
Mit diesem Film zeigt Conner seine Betroffenheit über weltpolitische Ereignisse zur Zeit des Kalten Krieges und seine kritische Haltung gegenüber der beschönigenden Berichterstattung über die Operation „Crossroads“ und ihre zerstörerischen Auswirkungen.

Bruce Connor betrachtet die Signatur bloß als „eine Lizenz Geld zu drucken“, und als störendes Beiwerk. Zum Leidweisen seines Galeristen hatte er bereits einige Jahre zuvor beschlossen, seine Werke nicht mehr zu signieren – aus Respekt vor der künstlerischen Arbeit und als Statement gegen die Macht und die Manipulation gegen den Kunstmarkt. So begann er seine Lithografien mit seinem Fingerabdruck zu zeichnen und setzte der Unterschrift humorvoll noch einen authentischeren und fälschungssicheren Akt entgegen, dass aber keiner Wertsicherung diente.

 

her ARTic impression:

Mit einer umfangreichen Werkauswahl gibt die Ausstellung einen Einblick in die Multimedialität und Innovation des Schaffens von Bruce Conner. Besonderes Augenmerk liegt auf den Arbeiten der 1970er Jahre. In Malerei, Zeichnung und Film zeigt sich das Experimentieren mit den vielfältigen Möglichkeiten seiner eigens stilistischen Abstraktion.
Seine Arbeiten thematisieren die Auflösung des Individuums. Die charakteristischen Hell-Dunkel-Kontraste/Schwarz-Weiß-Kontraste seiner Werke spiegeln sich vor allem in seinen Filmen wider. Sie zielen auf ein Verändern der Sehgewohnheit der Gesellschaft. Sein vielfältiges künstlerisches Schaffen macht es besonders schwierig ihn zu kategorisieren und so wird man allmählich gezwungen sich mit seinen Werken näher zu befassen und besser auseinanderzusetzen, um seine Kunst zu verstehen.

Die Aktionen Bruce Conners hinterfragen humorvoll und ironisch die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft und das Verhältnis zwischen Künstler und Kunstwerk. Sie sind als Gegenstrategien gegen Erwartungen des Kunstsystems zu verstehen.

Obwohl das künstlerische Repertoire Conners äußerst vielfältig ist, scheint sich durch seine Arbeiten kein „roter Faden“ zu ziehen. Der Betrachter hinterfragt die Thematik der Gesamtwerke des Künstlers. Bruce Connor schwamm gegen den Strom des Kunstmarkts – ein Argument, dass ihn besonders sehenswert macht.

Zu sehen in der Kunsthalle Wien vom 08. Oktober 2010 bis 30. Jänner 2011.

The Moderns, Revolutions in Art and Science 1890-1935 @ MUMOK

Die Ausstellung zeigt mehr als 80 Gemälde, Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen in einem Zeitraum von 1890 bis 1935, größtenteils aus der Sammlung des MUMOK, unter anderem von Giacomo Balla, Marcel Duchamp, František Kupka, Francis Picabia, Man Ray oder Erika Giovanna Klien.

Wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Relativitätstheorie von Albert Einstein oder Max Plancks Bestimmung des „Quantums“ kreierten zu dieser Zeit ein völlig neues Weltverständnis und beeinflussten zu einem großen Teil auch die bildende Kunst. Bewegungen wie der Futurismus, Kubismus oder Dada sind entstanden. Mit der Darstellung von Dynamik und Energie befasste sich der Futurismus. Für den Kubismus stand vor allem die Vorstellung einer vierten Dimension im Mittelpunkt. Als Spiegel für den totalen Zweifel und der Zerstörung aller festen Normen diente der Dadaismus, eine Kunstrichtung, deren Vertreter eine klare Definition ablehnten.

„The Moderns“ befasst sich mit der Gegenüberstellung wissenschaftlicher Errungenschaften aus dem frühen 20. Jahrhundert,  und der bildenden Kunst. Ein Werk von Heinrich Hertz zeigt beispielsweise den Nachweis „unsichtbarer“ elektromagnetischer Wellen. Auch befassen sich die nach Wilhelm Röntgen benannten Strahlen mit dem Unsichtbaren. Einsteins Relativitätstheorie wird in einem interessanten stummen Animationsfilm von 1923 veranschaulicht.

„[…] Die Künstler wollen, so sehr sie die Wissenschaften studieren, immer Künstler sein, und nicht Wissenschaftler , und sie begeistern sich für die Wissenschaften aus ganze anderen als den für diese selbst maßgebenden Gründen. Mindestens ebenso sehr wie das neue Wissen fasziniert sie das, was die Wissenschaften und Techniken hervorbringen, ohne es zu wissen, oder zu würdigen: die Ergebnisse ihre neuen bildgebenden Verfahren (z.B. Röntgen), der Reiz ihrer neuen Gestaltungen. […]“ ¹

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Anders als in den meisten Ausstellungen, zeigt „The Moderns“ vielmehr ein Weltverständnis gekoppelt mit den zu dieser Zeit neuesten Errungenschaften in der Wissenschaft und Kunst. Das Gesamtkonzept konzentriert  sich nicht auf einen speziellen Künstler oder Epoche, sondern bindet auch bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Denker mit ein – die Darbietung einer revolutionären Zeit, deren Hervorbringungen bis heute andauern. Eine „moderne“ Ausstellung in Hinblick auf ein “neues Denken“, doch nicht auf die Werke und Künstler selbst.

The Moderns vom 25.06.10 bis 23.01.11 im MUMOK Wien

¹von Mona Hahn und Robert Pfaller aus MUMOK Insights