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HANS STAUDACHER – The early Works @Hilger BrotKunsthalle

Hans Staudacher ist österreichischer Maler, lebt und arbeitet in Wien. Staudacher erlernte die Malerei im Selbststudium und gilt als der wichtigste österreichische Vertreter des Informel (Sammelbegriff für die Stilrichtungen der abstrakten – im Sinne von nicht-geometrischen, gegenstandslosen – Kunst in den europäischen Nachkriegsjahren, die ihre Ursprünge im Paris der 1940er und 1950er Jahre hat). Seine abstrakten Gemälde sind in einer expressiven Malweise ausgeführt. Kalligrafische Schriftzeichen, Symbole, Notizen, aber auch Fotografien, Kartons und Papiere bindet er collagenartig ein.

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Hans Staudacher war bei der Ausstellungseröffnung anwesend, die Besucher erfreuten sich gemeinsam mit dem Künstler seinen 88. Geburtstag zu feiern. Durch die besonders interessante und ungezwungene Art des Malers erhielt man ein zusätzliches Verständnis zum Künstler, was die Authentizität der ausgestellten Werke gleich steigerte. Seine Malerein zeigen eine starke Komplexität im Ausdruck. Der Betrachter findet beim Anblick der Werke kaum Möglichkeiten die Zeichen und Symbole klar zu identifizieren und in Zusammenhang zu bringen. Zudem behilft die abstrakte Betitelung lediglich zur Erkennung der künstlerischen Intention Staudachers.

Die Hilger BrotKunsthalle präsentiert bis 7. März seine frühesten Werke von 1953 bis 1986.

Sehens- und Empfehlenswert für Liebhaber des Informels, der abstrakten Kunst.

Secession & Gustav Klimt

Hintergrundinformation über die Wiener Secession und Gustav Klimts Beethovenfries.

„Der von Joseph Maria Olbrich entworfene ikonische Jugendstilpavillon für die Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession wurde am 29. Oktober 1898 eröffnet. Der berühmte Wahlspruch der Secession über dem Portal „DER ZEIT IHRE KUNST, DER KUNST IHRE FREIHEIT“ wurde 1908 entfernt und 1963 wiederhergestellt, als das Gebäude wiedererbaut wurde.

Von Oktober 2008 bis April 2009 lud die Secession KünstlerInnen und TheoretikerInnen im Rahmen der Vortragsreihe „Welche Freihet?“ ein, sich damit auseinanderzusetzen, „wie sich künstlerische Freiheits-und Autonomieansprüche innerhalb einer sich grundlegend veränderden Gesellschaft weiterhin behaupten lassen. Wie hat sich die künstlerische Praxis angesichts des globalen Kapitalismus verändert und welche Auswirkungen hat die zunehmende Trennung zwischen jenen KünstlerInnen und Künstler, die von der neuen Ökonomie profitieren, und jenen, die das nicht tun? Hat sich die Freiheit der Kunst nicht vielmehr in unserer Gesellschaft verselbstständigt? Was bedeutet dies für das Selbstverständnis der KünstlerIn und des Künstlers und welche Handlungsoptionen ergeben sich daraus?“

Marlene Harings Vortrag für den 6. April 2009 wurde mit dem Titel „Wegen Schambehaarung geschlossen“ angekündigt. Das zum Vortrag kommende Publikum wurde darüber informiert, dass die Secession tatsächlich wegen Schambehaarung geschlossen bleiben musste, und wurde zum zwanglosen Gespräch in ein nahes Cafe-Restaurant umgeleitet. Denn was für eine Instanz erlaubt es KünstlerInnen das Publikum über Freiheit zu belehren? “

Gustav Klimt gestaltete den berühmten Beethovenfries für die XIV. Ausstellung der „Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession“, die vom 15. April bis 27. Juni 1902 stattfand. Als Hommage an den Komponisten Ludwig van Beethoven gedacht, bezogen sich die Werke von 21 Mitgliedern der Künstlerbewegung inhaltlich und räumlich auf die von Max Klinger vollendete Beethovenfigur.

Klimts Wandzyklus wird heute der  als eigenständiges Kunstwerk wahrgenommen und gilt als einer der Höhepunkte des Wiener Jugenstils.

Das Thema des Wandzyklus bezieht sich auf Richard Wagners Interpretation der IX. Symphonie von Luwig van Beethoven und stellt die Suche der Menschheit nach dem Glück dar. Als Sinnbild für diese Sehnsucht wählt Klimt schwebende Genien, die an der linken Seitenwand in der Erzählung einführen und als horizontale Figurenkette im Fries mehrfach wiederkehren. Der horinzontale Zug wird nur durch eine Figurengruppe unterbrochen: Eine stehende nackte Frauengestalt und ein kniendes nacktes Paar – Symbole der leidenden Menschheit – flehen den Ritter in goldener Rüstung um Hilfe an. Der „wohlgerüstete Starke“ begibt sich stellvertretend für die Menschheit auf die Suche nach dem Glück, innerlich angespornt durch die zwei allegorischen Frauenfiguren hinter ihm, Ehrgeiz und Mitleid.

In der Darstellung der Stirnwand muss sich die Menschheit den Gefahren und Verführungen der „Feindlichen Gewalten“ stellen. Dort breitet sich der Gigant Typhoeus, ein hybrides Ungeheuer mit Zottelfell, blauen Flügeln und schlangenartigem Leib, fast über die gesamte Stirnwand aus und blickt mit Permutteraugen auf die BetrachterInnen. Links von ihm stehen seine Töchter, die drei Gorgonen, und über diesen starren maskenartigen Frauenköpfe aus dem Bild, allergorische Darstellungen von Krankheit, Wahnsinn und Tod. Die Frauen rechts des Ungeheuers versinnbildlichen Wolllust, Unkeuschheit und Unmäßigkeit, die an ihrem großen Bauch erkennbar ist. Etwas abseits kauert die abgemagerte Frauengestalt des „nagenden Kummers“. Rechts oben an der Stirnwand ist der Kopf eines schwebenden Genies zu erkennen. In Klimts Narrativ ziehen somit die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen über die „feindlichen Gewalten“ hingweg.  Es folgt eine leere Wandpartie, worin ursprünglich Klingers Beethovenplastik plaziert worden war.

In der Schlussszene dienen die weiblichen Gestalten als Sinnbilder der Künste. Klimts Apotheose (Erhebung eines Menschen zu einem Gott, Halbgott) besteht aus einem küssenden Paar vor dem „Chor der Paradiesengel“ und nimmt direkt Bezug auf Beethoven – „Diesen Kuss der ganzen Welt“ heißt es in seiner Passage aus dem Schlusschor von Beethovens IX. Symphonie, basierend auf Friedrich von Schillers „Ode an die Freude“.

Der Zyklus war usprünglich nur als Dekorationsmittel gedacht und sollte nach der Ausstellung abgetragen werden. 1986 wurde der Wandzyklus in einem eigens dafür geschaffenen Raum in der Secession als Dauerleihgabe der Österreichischen Galerie Belvedere wieder öffentlich zugänglich.

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Nach dem Besuch der Ausstellung Where do we go from here? und meiner Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte der Wiener Secession sowie dem Wandzyklus Gustav Klimts fragte ich mich inwieweit es eine Relation zwischen der Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession von heute und vor hundert Jahren gibt. Die Antwort leuchtete mir dann mit goldener Schrift auf: „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“.

Quelle:  Secession Wien